11.12.2018, 17.44 Uhr

Randale im Ankerzentrum Bamberg: Flüchtlinge sollen in Tötungsabsicht auf Polizisten losgegangen sein!

Einsätzkräfte sind in der Nacht am Ankerzentrum zu sehen. In dem Bamberger Ankerzentrum für Flüchtlinge sind bei einem Polizeieinsatz mehrere Menschen verletzt worden.

Einsätzkräfte sind in der Nacht am Ankerzentrum zu sehen. In dem Bamberger Ankerzentrum für Flüchtlinge sind bei einem Polizeieinsatz mehrere Menschen verletzt worden. Bild: dpa/Ferdinand Merzbach

Bei Randale und einem Feuer im Bamberger Ankerzentrum für Flüchtlinge sind elf Menschen verletzt worden. Es gab mehrere Festnahmen. Nach Angaben der Polizei hatten Bewohner der Einrichtung am frühen Dienstagmorgen Sicherheitsmitarbeiter angegriffen und sich daraufhin in einem Gebäude verbarrikadiert. Die ersten Polizeistreifen wurden bei ihrem Eintreffen mit Pflastersteinen und anderen Gegenständen beworfen. Zahlreiche Einsatzkräfte kamen hinzu und umstellten das Gebäude, wie die Ermittler weiter mitteilten.

Randale in Bamberger Ankerzentrum: Asylbewerber griffen Sicherheitsmitarbeiter an

Zwischenzeitlich war in einer Wohnung in dem Gebäude ein Feuer ausgebrochen. Daraufhin verließen die Bewohner das Anwesen. Die Beamten nahmen acht Tatverdächtige mit eritreischer Staatsangehörigkeit vorläufig fest. Die Kripo ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs, schwerer Brandstiftung und weiterer Delikte gegen die Männer.

Gegen vier Tatverdächtige wird nun wegen versuchter Tötungsdelikte ermittelt. Den eritreischen Staatsangehörigen wird auch besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen. Die Hauptverdächtigen sollen am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Feuer im Ankerzentrum in Bamberg: Hintergründe des Vorfalls aktuell unklar

Auslöser des Einsatzes gegen 0.45 Uhr war nach Polizeiangaben eine Ruhestörung. Die Ursache für das Feuer in der Wohnung blieb zunächst Gegenstand der Ermittlungen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Inzwischen geht man davon aus, dass die Tatverdächtigen selbst das Feuer in der Wohnung gelegt haben.

Spezialeinheit im Einsatz: Mehrere Menschen erleiden Rauchgasvergiftung

Neun Menschen wurden wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt, ein Polizist wurde von einem Verdächtigen mit einer Metallstange angegriffen und leicht verletzt. Auch ein tatverdächtiger Bewohner trug leichte Verletzungen davon. Insgesamt waren am Dienstag knapp 100 Beamte im Einsatz, darunter auch Beamte eines Spezialeinsatzkommandos aus Mittelfranken. Die Ermittler schätzen den Schaden auf etwa 100 000 Euro.

Im Laufe des Vormittags gab es dann eine Razzia in dem Komplex. Mit Bereitschaftspolizisten durchkämmten Polizisten aus Bamberg die Gebäude, dies wurde als "präventiv-polizeiliche Überprüfungen" bezeichnet. Bei den Kontrollen seien Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie vermeintliches Diebesgut festgestellt worden.

Anfang August waren in Bayern sieben Transitzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen in sogenannte Ankerzentren umgewandelt worden. Die Einrichtungen sollen Asylverfahren von Migranten beschleunigen, die kein Bleiberecht haben. Die Wohneinrichtung in Bamberg bietet Platz für bis zu 3400 Menschen, momentan wohnen dort nach Angaben der Polizei rund 1250 Asylbewerber.

Kritiker von zentralen Flüchtlingsheimen sagen, dass die Zusammenlegung von großen Gruppen von Asylbewerbern solche Zwischenfälle begünstige. Der Bayerische Flüchtlingsrat spricht von menschenunwürdigen Bedingungen in Sammeleinrichtungen und fordert die "Schließung der Abschiebelager". 

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sba/news.de/dpa
Themen: Bamberg, Feuer
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