03.11.2018, 12.50 Uhr

Wenden in NRW: Mitschüler erwürgt! Psychiater soll 14-Jährigen untersuchen

Die Polizei hat das Waldstück, wo der 16-Jährige gefunden wurde, teilweise abgesperrt.

Die Polizei hat das Waldstück, wo der 16-Jährige gefunden wurde, teilweise abgesperrt. Bild: dpa

Ein 14-Jähriger, der im Sauerland einen älteren Mitschüler erwürgt haben soll, sitzt in Untersuchungshaft. Die Gerichtsmediziner hatten festgestellt, dass sich die „Verletzungen beim Opfer nicht mit einem Sturz- oder Unfallgeschehen vereinbaren lassen". Nach dem Geständnis prüfe man nun die Angaben des Teenagers, teilten die Ermittler am Donnerstagabend mit. Laut "Bild" soll sich der 16-Jährige verzweifelt gegen seinen Angreifer gewehrt haben. Für Totschlag drohen dem Jugendlichen bis zu zehn Jahre Jugendstrafe.

16-Jähriger tot im Wald gefunden - Mitschüler (14) gesteht brutale Tat

Der Schüler hat laut Polizei zugegeben, seinen 16-jährigen Freund in der Nähe des Schulgeländes in Wenden bei Olpe getötet zu haben. "Es war im Rahmen einer Auseinandersetzung, die ihn wohl verärgert hat, frustriert hat", sagte am Donnerstagabend Staatsanwalt Rainer Hoppmann in Olpe. Es spreche einiges für eine Tat im Affekt. Der 16-Jährige war am Dienstag von seinen Eltern vermisst gemeldet und einen Tag später tot in einem Wald entdeckt worden.

Tatmotiv Liebes-Frust? 14-Jähriger erwürgte Mitschüler

Zum Motiv machten die Ermittler keine genauen Angaben. Kurz vor der Tat soll es ein klärendes Gespräch gegeben haben. Laut seiner Aussage wünschte sich der 14-Jährige eine Beziehung zu dem älteren Mitschüler. Der 16-Jährige habe dies "jedoch nicht erwidert". Die Ermittler wiesen darauf hin, dass auch eine "Verquickung von Tatmotiven" denkbar sei. Täter und Opfer sind Deutsche. "Der Täter hat keinen Migrationshintergrund", betonte Hoppmann und reagierte so auf Spekulationen in sozialen Netzwerken.

Nach dem Fund eines toten 16-jährigen Schülers ermittelt die Mordkommission.

Nach dem Fund eines toten 16-jährigen Schülers ermittelt die Mordkommission. Bild: dpa

Mord in Wenden: 14-Jähriger legt Geständnis ab

Nachdem der 16-Jährige am Dienstagmittag nicht nach Hause gekommen war, alarmierten seine besorgten Eltern die Polizei. Eine große Suchaktion begann. Der 14-Jährige wurde zunächst als Zeuge gehört. Er gab zwar zu, sich mit seinem Freund gestritten zu haben, die Polizei zweifelte aber zunächst nicht daran, dass sich die beiden dann getrennt hatten. Erst nach und nach habe sich der 14-Jährige in Widersprüche verheddert. Auch nach dem Auffinden des Leichnams habe er die Tat noch bestritten. Erst als er einem Richter vorgeführt worden sei, habe er dann ein Geständnis abgelegt.

Tod eines 16-Jährigen - Schulpsychologen helfen

Nach dem gewaltsamen Tod des 16-Jährigen und dem Geständnis seines Mitschülers bekommt die betroffene Schule Hilfe durch Schulpsychologen. "Wir erfahren Unterstützung durch unsere schulfachliche Dezernentin und Schulpsychologen und Schulpsychologinnen, die uns zur Seite stehen und besonders die Schülerinnen und Schüler unserer Schule professionell durch diese schreckliche Zeit begleiten werden", heißt es auf der Schul-Homepage.

"Die Schule trauert um ein Mitglied ihrer Gemeinschaft und ist in Gedanken in diesen schweren Stunden bei der betroffenen Familie", heißt es in dem kurzen Text, in dem um Verständnis gebeten wird, dass die Homepage der Schule ansonsten bis auf weiteres inaktiv ist.

Brückentag in NRW: Schule nach Tod eines 16-Jährigen geschlossen

Nach Auskunft der Bezirksregierung Arnsberg ist die Gesamtschule - unabhängig von den dramatischen Ereignissen - am Freitag, einem Brückentag nach dem Feiertag Allerheiligen, geschlossen. "Die Schule hat heute eine beweglichen Ferientag", sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung, die die Schulaufsichtsbehörde ist.

Ein sogenanntes Kriseninterventionsteam, zu dem Psychologen gehören, habe bereits nach dem Verschwinden des Schülers Kontakt zur Schule aufgenommen. "Die Eltern und Schüler sind informiert, wo und wann sie Hilfe bekommen. Das ist die Rückmeldung der Schule", erklärte sie.

Am kommenden Montag sei vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn an der Schule zunächst ein Vorgespräch mit den Lehrer geplant, wie man mit der Situation umgehen könne. Danach wolle man mit den Schülern ins Gespräch kommen, erläuterte die Sprecherin der Bezirksregierung.

Große Betroffenheit nach Tod eines 16-Jährigen im Sauerland

Nach dem gewaltsamen Tod des 16 Jahre alten Schülers im Sauerland herrscht in Wenden große Betroffenheit. Rat und Verwaltung der Gemeinde Wenden äußerten sich in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung "tief bewegt". "Für alle Beteiligten bleiben Trauer, Verzweiflung, Tränen und die Fragen nach dem Warum. Man kann das Leid nicht aus der Welt schaffen, den Schmerz nicht lindern. Deshalb gilt unser besonderes Mitgefühl seiner Familie, allen Angehörigen und Freunden des Opfers", hieß es in der Mitteilung.

Mitschüler erwürgt - Psychiater soll 14-Jährigen untersuchen

Nach dem gewaltsamen Tod des 16-Jährigen will die Staatsanwaltschaft den erst 14 Jahre alten Tatverdächtigen psychiatrisch untersuchen lassen. Ein Sachverständiger solle die Verantwortungsreife und Schuldfähigkeit des Jugendlichen klären, sagte der Siegener Staatsanwalt Rainer Hoppmann am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

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rut/news.de/dpa
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