04.11.2018, 13.57 Uhr

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Wurde das Opfer auch noch bestohlen?

Die Polizei sucht nach zwei weiteren Tatverdächtigen.

Die Polizei sucht nach zwei weiteren Tatverdächtigen. Bild: dpa

Der Hauptbeschuldigte im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung von Freiburg war den Ermittlern seit mehreren Monaten als Intensivtäter bekannt. Der Haftbefehl gegen den heute 22 Jahre alten Syrer war schon ausgestellt, die Verhaftung für Ende Oktober terminiert. Doch bevor die Handschellen klickten, soll der Mann erneut zum Straftäter geworden sein.

Der Syrer soll Mitte Oktober, genau zehn Tage vor der von der Polizei geplanten Verhaftung, in Freiburg eine 18-Jährige nach einem Discobesuch vergewaltigt und danach andere Männer in der Disco zu Vergewaltigungen animiert haben. Auch diese sollen sich an der wehrlosen Frau vergangen haben. Insgesamt acht Männer sitzen in Untersuchungshaft. Zudem sucht die Polizei nach zwei weiteren bislang unbekannten Verdächtigen.

Alle Entwicklungen nach der Gruppenvergewaltigung in Freiburg 2018 im News-Ticker

  • Dunja Hayali befürwortet schnellere Abschiebung von Straftätern
  • DNA-Treffer bei zwei weiteren Tatverdächtigen
  • Hauptverdächtiger ein Intensivtäter
  • Opfer wirkt auf Beamte "stabil"

+++ 04.11.2018: Opfer wurde von ihren Vergewaltigern vermutlich bestohlen +++

Wie die "Bild" berichtet, wurde das Opfer nach seinem mehrstündigem Martyrium anscheinend auch noch von seinen Vergewaltigern bestohlen. Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Freiburg erklärte, habe die junge Frau angegeben, dass nach der Tat ihre Armbanduhr gefehlt habe. Diese sei bislang weder am Tatort noch in den Räumlichkeiten der Tatverdächtigen aufgefunden wurden.

+++ 02.11.2018: Sechs der acht Verhafteten polizeibekannt +++

Acht Verdächtige wurden im Vergewaltigungsfall von Freiburg innerhalb von fünf Tagen festgenommen. Sie sitzen in Untersuchungshaft - sieben Syrer im Alter von 19 Jahren bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Die meisten von ihnen sind laut Oberstaatsanwalt Michael Mächtel vorbestraft. Die Syrer wohnten in Flüchtlingsunterkünften in und um Freiburg.

Im Fokus steht der mutmaßliche Haupttäter, der vor wenigen Tagen 22 Jahre alt wurde und der als Flüchtling in Freiburg lebte. Er soll der Frau, die er nicht näher kannte, in der Disco etwas ins Getränk gemischt haben. "Sie war ein Zufallsopfer", sagte Chefermittler Belle. Sie sei wehrlos gewesen - auch weil sie zuvor Drogen, vermutlich Ecstasy, konsumiert habe. Sie sei mit dem Mann nach draußen gegangen. Nachdem dieser sich dort nach Mitternacht in einem Gebüsch an der Frau vergangen haben soll, sei er zurück in die Disco gegangen und habe andere Männern dazu animiert, die Frau ebenfalls zu vergewaltigen, so die Polizei.

+++ 02.11.2018: Polizei nennt Einzelheiten zur Gruppenvergewaltigung in Freiburg +++

Zum mutmaßlichen Tathergang im aktuellen Fall nannten die Ermittler am Freitag Einzelheiten. Die 18-Jährige sei am Abend des 13. Oktober in einen Freiburger Club gegangen. Dort habe sie zunächst Drogen konsumiert und etwas getrunken. Die toxikologische Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, sagten die Ermittler. Bei der Tablette könnte es sich um Ecstasy handeln.

Gegen Mitternacht habe die junge Frau den Club dann verlassen, bei ihr sei der 22-Jährige gewesen. Beide seien zu einem Wäldchen gegangen, schilderte die Polizei. Dort soll der zum Tatzeitpunkt noch 21 Jahre alte Mann die junge Frau vergewaltigt haben. Anschließend soll er zurück in den Club gegangen sein. Dort habe er mehreren Männern gesagt, dass die Frau wehrlos im Wald liege. Diese seien dann nach und nach zu der jungen Frau gegangen und sollen sie vergewaltigt haben. Die 18-Jährige wird inzwischen von Opferschutz-Experten betreut. Sie wirke stabil, hieß es von der Polizei.

+++ 02.11.2018: Freiburger Polizei: Opfer wirkt "stabil" +++

Das Opfer der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg wird psychologisch und medizinisch intensiv betreut. "Das Opfer wirkt für uns stabil", sagte der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizeidirektion, Bernd Belle, am Freitag in Freiburg. Die junge Frau habe vor kurzem aber auch berichtet, dass die große Medienberichterstattung für sie langsam belastend sei. "Wir begleiten das Opfer fast täglich", sagte Belle. Experten für Opferschutz seien eingeschaltet.

+++ 02.11.2018: Ermittlungen gegen Hauptverdächtigen wegen weiteren Sexualdelikts +++

Gegen den 22 Jahre alten Hauptverdächtigen im Freiburger Vergewaltigungsfall wird wegen einer anderen Vergewaltigung ermittelt. Der 22-Jährige soll mit einem weiteren Verdächtigen aus dem jetzigen Fall und einer weiteren Person an einer Vergewaltigung beteiligt gewesen sein, sagte der Staatsanwalt am Freitag auf einer Pressekonferenz. Die Tat soll sich im vergangenen Jahr in der Wohnung des 22-Jährigen zugetragen haben.

+++ 02.11.2018: Freiburg: Drei Tatverdächtige mit Nähe zur Kurdenmiliz YPG? +++

Drei Tatverdächtige im Freiburger Vergewaltigungsfall präsentieren sich im Internet auf Fotos mit Waffen. "Dies lässt die Nähe zur YPG oder der PKK zu. Wir können das nicht verifizieren", sagte Bernd Belle von der Freiburger Kriminalpolizei auf einer Pressekonferenz am Freitag. Die YPG ist eine Kurdenmiliz in Nordsyrien, die PKK ist die verbotene kurdische Arbeiterpartei.

+++ 02.11.2018: Hauptverdächtiger beging bereits Sexualverbrechen +++

Ein im Freiburger Vergewaltigungsfall als Hauptverdächtiger geltender Mann gilt nach Einschätzung der Polizei als Intensivtäter. Seit Sommer 2018 soll der inzwischen 22-Jährige nach und nach mehrere Straftaten begangen haben. Es gehe um drei Körperverletzungen und zwei Taten mit Sexualbezug, hieß es am Freitag bei der Pressekonferenz der Polizei. Eine 18 Jahre alte Studentin soll nach einem Disco-Besuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft - sieben Syrer im Alter von 19 Jahren bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher.

+++ 02.11.2018: Zwei DNA-Treffer! Polizei sucht nach weiteren Tatverdächtigen +++

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg sucht die Polizei zwei weitere Verdächtige. Die Ermittlungen hätten zwei weitere DNA-Spuren ergeben, sagte Bernd Belle von der Freiburger Kriminalpolizei auf einer Pressekonferenz am Freitag. Diese Spuren gehörten zu keinem der acht Verdächtigen, die verhaftet worden seien. Zwei weitere DNA-Spuren hätten sich hingegen den acht verhafteten Verdächtigen im Alter von 19 Jahren bis 29 Jahren zuordnen lassen.

+++ 02.11.2018: Staatsanwaltschaft informiert über Vergewaltigung in Freiburg +++

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz zu den Ermittlungen geäußert. Wie die Polizei mitteilt konnten DNA-Treffer bei zwei Tatverdächtigen gelandet werden.

Ein zunächst nicht vollstreckter Haftbefehl gegen einen Verdächtigen sorgt im Vorfeld für Ärger und brachte Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Erklärungsnot. Um 14 Uhr am heutigen Freitag will auch er eine Pressekonferenz abhalten. FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke forderte Aufklärung dazu, warum der Haftbefehl vom 10. Oktober zunächst nicht vollzogen wurde. Der schwere sexuelle Übergriff geschah in der Nacht zum 14. Oktober.

Der Mann, gegen den bereits der Haftbefehl wegen eines anderen Deliktes vorlag, soll mit der 18-Jährigen die Disco verlassen haben. Der Haftbefehl wurde erst am 21. Oktober vollstreckt - obwohl nach Angaben der "Bild"-Zeitung darauf vermerkt war, dass der Mann als Intensivtäter einzuschätzen sei.

+++ 29.10.2018, 20.04 Uhr: Keine Eskalation! 2 Demonstrationen ziehen durch Freiburg +++

Am Montagabend sind zwei Demonstrationen durch die Stadt Freiburg gezogen. Die AfD hatte zu einer Versammlung aufgerufen - an ihr nahmen nach Angaben eines Polizeisprechers 300 bis 500 Menschen teil. Mehrere Gruppen bildeten eine Gegendemonstration, um vor einer Instrumentalisierung des Verbrechens zu warnen. Hier zählte die Polizei rund 1500 Menschen.

Polizisten hielten die beiden Gruppen auseinander. Allerdings musste der AfD-Zug über eine andere Strecke umgeleitet werden, nachdem Gegendemonstranten ihn auf der geplanten Route blockiert hatten. Immer wieder kam es laut Augenzeugen zu Rangeleien zwischen Polizisten und Gegendemonstranten, die versuchten, den AfD-Zug aufzuhalten. Über Verletzte war zunächst nichts bekannt.

+++ 29.10.2018: Hunderte Demonstranten nach Vergewaltigung in Freiburg erwartet

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg erwartet die Stadt Demonstrationen mit wahrscheinlich mehreren Hundert Teilnehmern. Die AfD rief zu einer Versammlung am Montagabend auf; mehrere Gruppen planten eine Gegendemonstration und eine Kundgebung, um vor einer Instrumentalisierung des Verbrechens zu warnen.

Der parteilose Oberbürgermeister Martin Horn rief zur Besonnenheit auf. Er wünsche sich Freiburg als weltoffene und tolerante Stadt. "Ich hoffe, dass die Demonstrationen friedlich bleiben und nicht weitere Gewalt und Hass nach sich ziehen. Es gibt in Freiburg keinen Raum für Straftäter und so furchtbare Straftaten", sagte Horn der Deutschen Presse-Agentur. Aber es gebe auch keinen Raum für Menschen, die solche grausigen Straftaten dann politisch instrumentalisieren.

+++ 29.10.2018: Gegen Verdächtigen im Vergewaltigungsfall lag bereits Haftbefehl vor +++

Gegen einen der mutmaßlichen Täter im Freiburger Vergewaltigungsfall lag nach Angaben des Innenministeriums bereits ein Haftbefehl vor. Dieser sollte "aus polizeitaktischen Gründen im Zusammenhang mit einer weiteren strafprozessualen Maßnahme zeitnah vollzogen werden", teilte ein Sprecher am Montag in Stuttgart mit. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass der mutmaßliche Hauptverdächtige bereits mit Haftbefehl gesucht worden sei. Nach Angaben des Ministeriums ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Haftbefehl aus ermittlungstaktischen Gründen nicht immer sofort vollzogen wird.

Eine 18 Jahre alte Studentin soll nach einem Disco-Besuch in Freiburg in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Männer sitzen in Untersuchungshaft, sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Die Polizei prüft, ob es weitere Verdächtige gibt.

Für den Abend werden mehrere hundert Demonstranten in Freiburg erwartet, aufgerufen hat die AfD. Zugleich wurden Gegendemonstrationen angekündigt.

+++ 29.10.2018: Dunja Hayali befürwortet Abschiebung von Straftätern +++

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat sich auf Facebook nach der Gruppenvergewaltigung in Freiburg für schnellere Abschiebungen von ausländischen Straftätern ausgesprochen. "Die Gruppenvergewaltigung, die in Freiburg passiert ist, ist entsetzlich, schrecklich, widerlich und abstoßend. Wie übrigens jede Vergewaltigung", schreibt Hayali auf Facebook. "Und jeder Täter gehört auch entsprechend bestraft."

In den sozialen Netzwerken fehlen in vielen Kommentaren die Anteilnahme für das Opfer, kritisiert die Journalistin. Die Kommentatoren würden sich "hämisch darüber freuen, dass die Täter Flüchtlinge/Asylsuchende waren. Nebenbei erwähnt soll ja auch ein Deutscher dabei gewesen sein, was die Tat weder schlimmer noch weniger schlimm macht." Einer der mutmaßlichen Täter soll bereits polizeibekannt gewesen sein. "Dass Abschiebeverfahren zu lange dauern, dass sie aus 1000 Gründen rechtlich nicht umgesetzt werden (können) und auch Weiteres in diesem Zusammenhang kann ja kein Ist-Zustand bleiben", sagt Hayali und fordert eine schnellere Abschiebung für straffällige Ausländer.

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+++ 27.10.2018: 8 Tatverdächtige nach Gruppenvergewaltigung in Freiburg festgenommen +++

Nach einem Disco-Besuch soll eine junge Frau in Freiburg in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Die Polizei meldete acht Festnahmen. Gegen sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und einen 25 Jahre alten Deutschen bestehe dringender Tatverdacht, hieß es. Eine 13-köpfige "Ermittlungsgruppe Club" arbeitet mit dem Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart zusammen. Die Polizei hält es für möglich, dass es weitere Täter gibt und bittet die Bevölkerung um Zeugenhinweise.

Das Opfer hatte ihren Angaben zufolge in einer Freiburger Diskothek mit einer Freundin gefeiert und von einem unbekannten Mann ein Getränk erhalten. Gegen Mitternacht habe die Frau den Club mit dem Mann verlassen. Durch eine unbekannte Substanz, die dem Getränk beigemischt wurde, sei sie wehrlos gewesen. In einem nahen Gebüsch kam es dann nach Darstellung der Frau zu einem sexuellen Übergriff durch einen der mutmaßlichen Täter. Nach ihm sollen sich auch seine Begleiter an ihr vergangen haben.

Die Tatverdächtigen sollen den Behörden wegen anderer Straftaten bereits bekannt sein. Die meisten von ihnen lebten in Flüchtlingsunterkünften in und um Freiburg, hieß es.

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bua/fka/news.de/dpa
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