13.10.2018, 12.45 Uhr

Mallorca-Unwetter 2018 im News-Ticker: Vermisstes Kind offenbar ins Meer gespült

Ein Auto liegt nach einem schweren Unwetter auf Mallorca umgedreht auf einer Straße. 

Ein Auto liegt nach einem schweren Unwetter auf Mallorca umgedreht auf einer Straße.  Bild: dpa/Clara Margais

Drei Tage nach den verheerenden Regenfällen auf der Urlaubsinsel Mallorca will sich das spanische Königspaar am Freitag selbst ein Bild von der Lage im Katastrophengebiet machen. König Felipe werde am Morgen zunächst in Madrid die Militärparade anlässlich des spanischen Nationalfeiertages abnehmen und am Nachmittag mit Königin Letizia auf die Balearen-Insel fliegen, berichteten Medien unter Berufung auf Informationen aus dem Königshaus.

König Felipe besucht Katastrophenopfer auf Mallorca

Das genaue Programm des Besuchs stehe noch nicht fest, schreibt die mallorquinische Zeitung "Ultima Hora". Jedoch habe Felipe der Balearen-Präsidentin Francina Armengol am Telefon seine Solidarität ausgesprochen und Hilfe zugesagt.

Unwetter-Drama auf Mallorca: Drei Deutsche unter den Opfern

Bei dem schweren Unwetter im Osten der Insel mit anschließenden Überflutungen waren am Dienstagabend mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Deutsche. Bei letzteren handelt es sich um ein deutsches Ehepaar, das nach Informationen des Notdienstes der Balearen seinen Wohnsitz auf Mallorca hatte, sowie einen Journalisten aus Niedersachsen, wie am Donnerstagabend der Chefredakteur der "Neuen Presse" in Hannover bestätigte.

Der Reporter war demnach auf der Insel im Urlaub und wollte am Dienstag eine Freundin vom Flughafen abholen. Dort kam er aber nie an. Die Freundin und eine Nachbarin haben den Mann mittlerweile identifiziert. Nach einem vermissten fünfjährigen Jungen wird weiter gesucht.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Mallorca-Unwetter 2018 im News-Ticker

+++ 13.10.2018: Vermisstes Kind wird im Meer vermutet +++

Vier Tage nach der Flutkatastrophe auf Mallorca fehlt von einem vermissten Kind weiter jede Spur. Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei und des Militärs hätten das Gebiet rund um Son Carrió im Osten der Baleareninsel auch mit Hilfe von Spürhunden durchkämmt - jedoch bislang ohne Erfolg, berichtete die Zeitung "Diario de Mallorca" am Samstag. Es werde vermutet, dass der Achtjährige ins Meer gespült worden sein könnte.

Die Suche wird nach Angaben des "Mallorca Magazins" nun mit Seerettungsbooten der Zivilgarde vor der Küste fortgesetzt. Der kleine Artur ist der einzige, der im Zuge des verheerenden Unwetter vom Dienstagabend noch vermisst wird.

Der Junge war mit seiner Mutter und seiner siebenjährigen Schwester im Auto unterwegs, als die Familie nach heftigen Regenfällen von einer Sturzflut überrascht wurde. Die Mutter kam in den Wassermassen ums Leben, die Schwester wurde von einem Deutschen gerettet.

+++ 11.10.2018: Rettungskräfte finden zwei weitere Opfer: Ist es das deutsche Ehepaar? +++

Rettungskräfte haben am Donnerstag nach dem schweren Unwetter auf Mallorca zwei weitere Leichen geborgen. Ob es sich dabei um ein vermisstes deutsches Ehepaar handelt, nach dem seit Mittwoch gesucht wurde, teilte der mallorquinische Notdienst zunächst nicht mit. Allerdings seien die Toten, ein Mann und eine Frau, in der Nähe des Fahrzeugs der Deutschen entdeckt worden, hieß es in einem Tweet. Dieses war zuvor auf der Strecke zwischen Artà und Canyamel leer aufgefunden worden.

Damit ist die Zahl der Opfer des verheerenden Sturzregens vom Dienstagabend auf der Baleareninsel auf zwölf gestiegen.

Heftige Unwetter haben auf Mallorca mindestens zwölf Menschen getötet und schwere Sachschäden verursacht.

Heftige Unwetter haben auf Mallorca mindestens zwölf Menschen getötet und schwere Sachschäden verursacht. Bild: dpa/Policía Nacional

+++ 11.10.2018: Dramatischer Kampf gegen die Zeit: Rettungskräfte auf der Suche nach Vermissten +++

Die Rettungskräfte sind im Dauereinsatz, suchen auch in der Nacht nach den Vermissten. Besonders tragisch: Auch von einem 5-jährigen Jungen, der seit dem Sturzregen am Dienstagabend verschollen ist, fehlt noch immer jede Spur.

"Vordringliche Aufgabe ist derzeit, Vermisste zu finden und auf die Sorgen von Angehörigen und Nachbarn einzugehen", sagte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez bei einem Besuch im verwüsteten einem Besuch in Sant Llorenc. "Unsere Priorität ist es, Überlebende zu finden und Leute zu retten, die zu Hause festsitzen", erklärte die Vize-Bürgermeisterin des Ortes, Antonia Bauza.

Mehr als 600 Rettungskräfte waren am Mittwoch im Einsatz, darunter auch 120 Spezialkräfte des Militärs, berichtet die "Mallorca Zeitung". Drei Menschen wurden lebend gefunden, weil sie sich in einen alten Bahnhof retten konnten.Heftige Regenfälle hatten am Dienstag für Überschwemmungen im Osten der Ferieninsel gesorgt.

+++ 11.10.2018: "Schlimmer als Krieg": 12 Tote und Chaos bei Unwetter auf Mallorca +++

"Was ich hier heute gesehen habe, das ist schlimmer als Krieg. Es ist eine Katastrophe", zitierte das "Mallorca Magazin" den Deutschen Thomas Wenzel, der seit mehr als 20 Jahren in dem vom Unwetter besonders betroffenen Sant Llorenç im Osten Mallorcas wohnt. Betroffen war in erster Linie der Osten der Insel.

+++ 10.10.2018: Nach Flutkatastrophe: Ganze Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten +++

Dort wurden am Dienstagabend zahlreiche Autos mitgerissen, wie auf Bildern und Videoaufnahmen von Medien und des Wetterdienstes der Balearen zu sehen war. "Es war eine harte Nacht, aber ich denke, dass der Tag noch heftiger wird", zitierte die Zeitung "El Mundo" eine Lokalpolitikerin. Mehrere Landstraßen waren am Mittwochmorgen unbefahrbar, einige Ortschaften nach Medienberichten ohne Strom- und Wasserversorgung und von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten.

In der Region seien mehr als 220 Liter pro Quadratmeter gefallen, so das Blatt. Zum Vergleich: Das ist mehr als ein Viertel des gesamten im vergangenen Jahr in Deutschland registrierten Regens (ca. 850 Liter).

+++ 10.10.2018: Unwetter-Alarm auf Mallorca! Starkregen sorgt für Überschwemmungen +++

Dramatische Szenen gab es in der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, wo es zwei Tote gab. Dort trat ein Sturzbach über die Ufer. Die Wassermassen verwandelten Straßen in reißende Flüsse. Zahlreiche Autos wurden mitgerissen und Häuser unter Wasser gesetzt, wie auf Bildern und Videoaufnahmen von Medien und des Wetterdienstes der Balearen zu sehen ist.

Sant Llorenç des Cardassar: Trümmer und Autos stehen auf einer von Starkregen verwüsteten Straße.

Sant Llorenç des Cardassar: Trümmer und Autos stehen auf einer von Starkregen verwüsteten Straße. Bild: dpa/Isaac Buj/Europa Press

+++10.10.2018: Zwei Briten sterben in den Fluten - Auch Deutsche unter den Opfern? +++

Bei den bisher geborgenen Toten handele es sich um sechs Männer und vier Frauen, so die Einsatzkräfte. Drei der Opfer seien Ausländer - ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin. Ein Mann habe noch nicht identifiziert werden können. Die zwei Briten, nach Medienberichten Urlauber, seien in S'Illot in der Gemeinde Son Servera an der Ostküste gestorben, als sie im Taxi von den Fluten überrascht wurden. Der Taxifahrer werde vermisst, hieß es. In Sant Llorenç starb der frühere Artá-Bürgermeister Rafel Gili (71), der als junger Mann zehn Jahre in Deutschland gewohnt hatte und dort Tennislehrer gewesen war. Eine Frau und ein 83-Jähriger wurden in ihren Häusern in Sant Llorenç vom Wasser überrascht. Ihre Leichen wurden in der Nacht geborgen. Weitere Tote seien in S'Illot, Artà und Sant Llorenç entdeckt worden, teilte der Notdienst der Balearen auf Twitter mit. Ob auch Deutsche unter den Todesopfern sind, ist bislang nicht offiziell bestätigt worden.

+++ 10.10.2018: Augenzeugen schildern die dramatischen Szenen +++

Betroffene erzählten von den dramatischen Augenblicken: "Ich bin ums Überleben geschwommen", sagte im spanischen Fernsehen ein junger Mann, dem die Panik am Mittwoch noch in den Augen stand. Rentner Manuel Torescussa wurde von den Wassermassen in der Nähe von Sant Llorenç in seinem Auto erwischt. "Ich konnte gerade noch aus einem Fenster ins Freie klettern und musste dann 500 Meter schwimmen, fast meine gesamte Kleidung blieb dabei an einem Metallzaun hängen", erzählte er der Zeitung "Diario de Mallorca". Javier Martínez klagte, sein Haus sei voller Wasser, Schlamm und Müll. "Ich habe alles verloren. Ich habe nur den Pyjama, den ich trage."

Die Rettungsteams waren am Mittwoch mit rund 400 Hilfskräften im Einsatz, darunter 120 Angehörige der Notfall-Einheit des spanischen Militärs, die extra zur Unterstützung von Zivilschutz und Feuerwehr auf die Insel geschickt wurden. Oberste Priorität hatte zunächst die fieberhafte Suche nach Vermissten.

Heftige Regenfälle behindern Flugverkehr

Auf Mallorca hatte es schon seit Montag sehr heftig geregnet, ortsweise auch gehagelt. Durch das Unwetter kam es nach Medienberichten auf dem Flughafen von Palma am Montag und Dienstag zu Verzögerungen. Aus Sicherheitsgründen sei der zeitliche Abstand zwischen den Landungen vergrößert worden, hieß es. In der Hauptstadt und auch am "Ballermann" östlich von Palma war die Lage aber weitgehend normal. Am Donnerstag kehre das Strandwetter zurück, schrieb die "Mallorca Zeitung".

Sie sehen das Video nicht? Dann hier entlang.

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bua/news.de/dpa
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