14.09.2018, 10.07 Uhr

Tödliche Messer-Attacke in Düsseldorf: Verdächtiger Ali S. in Sevilla festgenommen - Rückkehr im Charterflieger?

Der Tatverdächtige Ali S. wurde gefasst.

Der Tatverdächtige Ali S. wurde gefasst. Bild: Polizei Düsseldorf

Eineinhalb Wochen nach einer tödlichen Attacke auf eine Frau (36) in Düsseldorf ist der mutmaßliche Täter Ali S. in Spanien festgenommen worden. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Düsseldorf.

Frau in Düsseldorf erstochen - Verdächtiger Ali S. festgenommen

Der Verdächtige soll die Frau am Montag vergangener Woche verfolgt, angegriffen und erstochen haben. Der Iraner und sein Opfer hatten sich den Ermittlern zufolge gekannt: Die Frau hatte in unmittelbarer Nachbarschaft des Kiosks gewohnt, in dem der Mann arbeitete.

Keine schnelle Auslieferung von mutmaßlichem Frauenmörder erwartet - Rückkehr mit Charterflug?

Nach der Festnahme ist eine schnelle Abschiebung nach Deutschland unwahrscheinlich. Eine Anfrage dazu bei den spanischen Behörden brachte am Donnerstag kein Ergebnis. Zuständig für die Entscheidung über eine Auslieferung ist nach spanischem Recht die Staatsanwaltschaft. Die Verfahren dauern erfahrungsgemäß lang. In Deutschland laufen Mordermittlungen gegen den Mann.

Der Verdächtige soll in der kommenden Woche mit einem Charterflieger zurückgeholt werden. Weil er im Gefängnis in Spanien mehrfach gewalttätig geworden sei, habe sich für die Rückführung per Linienflug keine Fluggesellschaft gefunden, teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Die "Bild"-Zeitung hatte dies zuerst berichtet.

Polizei wusste, dass Ali S. im Ausland war

Die Polizei habe sehr früh gewusst, dass der Mann im Ausland war, dieses Wissen aber aus Ermittlungsgründen nicht veröffentlicht. Die spanische Polizei habe dann den genauen Aufenthaltsort des Mannes im Land herausgefunden, berichteten die Fahnder in einer Mitteilung.

Am Mittwoch um 13.30 Uhr hätten spanische Zielfahnder den Mann schließlich in Andalusien festgenommen. Sie seien in dem Fall von deutschen Ermittler, unter anderem Zielfahndern des Bundeskriminalamtes, unterstützt worden. Nähere Details wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekanntgeben. Die Tatwaffe - ein Messer - war in Düsseldorf nicht wieder aufgetaucht.

Ermittler ziehen verschmähte Liebe als mögliches Tatmotiv in Betracht

Als Tatmotiv kommt den Ermittlungen zufolge verschmähte Liebe in Betracht. In einem von den Ermittlern als echt eingestuften Brief hatte der Iraner der Frau seine Zuneigung offenbart und sie gebeten, die Blockade seiner Telefonnummer aufzuheben. Ali S. ist nicht vorbestraft. Er war 2001 nach Deutschland gekommen.Nach dem Verdächtigen war mit großem Aufwand und internationalem Haftbefehl gefahndet worden. Unter anderem war der Fall auch Thema in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst".Zuvor hatte die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlicht.

Passant war Augenzeuge der tödlichen Messer-Attacke

Ein Passant war nach Angaben der Ermittler Augenzeuge der Tat geworden. Er habe auf der Straße Schreie gehört und sich umgedreht, berichtete der Zeuge. Dabei habe er gesehen, wie der Mann im hellblauen Trainingsanzug auf die Frau eingestochen habe.

Der Augenzeuge hatte gemeinsam mit einem Radfahrer den flüchtenden mutmaßlichen Messerstecher verfolgt und ihn in einem Gebüsch aufgespürt. Mit dem Messer drohend sei Ali S. dann auf die Männer zugegangen, die daraufhin die Verfolgung abbrachen. Speziell ausgebildete Spürhunde der Polizei verloren die Fährte des Mannes in der Innenstadt.

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sba/news.de/dpa
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