10.08.2018, 14.54 Uhr

Parker Solar Probe: Lüftet DIESE Sonde die letzten Geheimnisse der Sonne?

Nasa-Sonde

Nie schien der Hans-Albers-Klassiker passender als jetzt: "Flieger, grüß mir die Sonne", heißt es am Samstagvormittag, wenn erstmals eine Sonde zu einem Flug in die Sonnenatmosphäre hinein aufbrechen soll. Geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer werde die "Parker Solar Probe" dabei mehr Hitze und Strahlung aushalten müssen, als je ein Raumflugkörper zuvor, berichtet die US-Raumfahrtbehörde NASA.

Sonnensonde "Parker Solar Probe" soll Erkenntnisse über die Funktionsweise von Sternen liefern

Die Sonnensonde

Die Sonnensonde "Parker Solar Probe" wird der Sonne so nah kommen, wie keine andere Sonde zuvor. Bild: Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/NASA

Bis auf rund 6,2 Millionen Kilometer soll sich die Sonde der Sonne nähern, sie auf elliptischen Bahnen umrunden, ihre Atmosphäre untersuchen und dabei mehr als 1.370 Grad Celsius aushalten. In Sonnennähe erreicht sie voraussichtlich eine Geschwindigkeit von rund 200 Kilometer pro Sekunde. Die NASA-Forscher versprechen sich von der bis 2025 angesetzten Mission Erkenntnisse über die Funktionsweise von Sternen. Die gesammelten Daten könnten auch künftige Wettervorhersagen genauer machen.

Entlockt die NASA-Sonde"Parker Solar Probe" der Sonne ihre letzten Geheimnisse?

"Die 'Parker Solar Probe' wird Fragen über Solarphysik beantworten, die uns seit mehr als sechs Jahrzehnten umtreiben", sagte NASA-Wissenschaftlerin Nicola Fox. "Es ist ein Raumschiff, vollgeladen mit technologischen Neuerungen, die viele der größten Mysterien um unseren Stern herum lüften werden - zum Beispiel, warum der Strahlenkranz um die Sonne herum heißer ist als ihre Oberfläche."

Los geht es für die rund 700 Kilogramm schwere "Parker Solar Probe" an Bord einer "Delta IV Heavy"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida. Mit Hilfe der Schwerkraft der Venus gelangt die Sonde nach dem Aufbruch dann Richtung Sonne und damit zum Stern im Zentrum unseres Sonnensystems, um den die Erde kreist und von dem sie durchschnittlich rund 150 Millionen Kilometer entfernt ist.

Mit der "Parker Solar Probe" benannte dieNASA erstmals eine Sonde nach einem lebenden Wissenschaftler, dem Astrophysiker Eugene Parker (91), einem emeritierten Professor der University of Chicago. Er fühle sich sehr geehrt, sagte Parker. "Die Sonde fliegt in eine Gegend des Weltalls, die wir noch nie erkundet haben. Es ist sehr aufregend, dass wir da endlich hinschauen können. Ich hätte gerne detailliertere Messungen der Sonnenwinde. Ich bin mir sicher, es wird einige Überraschungen geben. Gibt es immer."

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