10.08.2018, 08.12 Uhr

Brand an Bahnstrecke in Siegburg: Nach Siegburger Großbrand: Regionalzüge rollen ab Freitag planmäßig

Bei einem Brand an einer Bahnstrecke in Siegburg wurden mehrere Personen verletzt.

Bei einem Brand an einer Bahnstrecke in Siegburg wurden mehrere Personen verletzt. Bild: Oliver Berg/dpa

Einen Tag nach dem Großbrand an der ICE-Strecke ist das Ausmaß der Zerstörung deutlich sichtbar. Verkohlte Dachstühle, Garagen in Trümmern, ausgebrannte Autowracks. Während die Schnellzüge schon wieder vorbeizischen, suchen Experten nach dem Grund für das Feuer.

Brand an Bahnstrecke in Siegburg: 32 Verletzte

Bei dem Brand am Dienstag waren 32 Menschen verletzt worden, wie ein Sprecher der Leitstelle Rhein-Sieg-Kreis am frühen Mittwochmorgen sagte. Demnach wurde eine Person durch die Flammen schwer verletzt. Die übrigen Betroffenen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen oder litten an Kreislaufproblemen. Die Angaben der Behörden zur Zahl der Verletzten waren am Abend noch auseinander gegangen. Die Leitstelle hatte zunächst von 28 Verletzten gesprochen.

Böschungsbrand führt zu Zugausfällen auf wichtiger ICE-Strecke

Durch die wochenlange Dürre konnte sich der Böschungsbrand rasend schnell ausbreiten und auf mehrere Häuser übergreifen. Acht Gebäude wurden teils massiv beschädigt, die Bahnstrecke musste gesperrt werden. Nach Angaben der Leitstelle konnten 15 Bewohner ihre Häuser nicht mehr betreten. 13 von ihnen wurden in Ersatzquartieren der Stadt untergebracht, zwei kamen bei Familienmitgliedern unter.

Nach mehreren Stunden hatten die rund 550 Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Auch ein Wasserwerfer der Bundespolizei und ein Hubschrauber wurden angefordert. Am frühen Morgen war der Großeinsatz der Feuerwehr beendet. Lediglich ein Fahrzeug war den Angaben zufolge noch zur Brandschutzwache vor Ort.

Ursache von Brand in Siegburg unklar: Funkenflug ausgeschlossen

"Die ersten Einsatzkräfte hatten quasi eine Feuerwand vor sich", berichtete ein Feuerwehrsprecher von dem Einsatz. Durch die Trockenheit und die Hitze der vergangenen Wochen hätten die Flammen sich auf der Böschung sehr schnell ausbreiten können. Aus den Häusern schlugen Flammen und dichter Rauch. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen sollten abgeschaltet werden.

Der Funkenflug eines Zuges als Auslöser für einen Böschungsbrand an einer Bahntrasse ist nach Einschätzung eines Experten sehr unwahrscheinlich. "Dass ein Funkenflug jemals zu einem Böschungsbrand geführt hat, ist mir nicht bekannt", sagte Christian Schindler, Leiter des Instituts für Schienenfahrzeuge und Transportsysteme an der RWTH Aachen. Zu einem Funkenflug könne es etwa kommen, wenn ein Zug sehr scharf bremsen müsse - also in einer Notsituation - oder in einer äußerst engen Kurve. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke verlaufe aber in der Regel gradlinig, betonte der Fahrzeugtechniker am Mittwoch.

+++ Update 10.08.2018: Der Bahnverkehr rollt wieder nach Plan +++

Auch der Regionalverkehr kann ab Freitag wieder nach Plan fahren. Reparaturteams hätten die Schäden an der Oberleitung sowie an den Kabeln für die Leit- und Sicherungstechnik behoben, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstagabend mit. Die Züge des Regionalverkehrs fahren ab Freitag mit Betriebsbeginn wieder planmäßig. Der Fernverkehr war inzwischen schon wieder angerollt.

Am Dienstag hatte eine Böschung an der ICE-Strecke Köln-Frankfurt bei Siegburg Feuer gefangen, das schnell auf die dahinterliegende Siedlung übergegriffen hatte. Nach Angaben der Stadt wurden 32 Menschen bei dem Brand verletzt und mehrere Gebäude zerstört.

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jat/news.de/dpa
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