10.08.2018, 11.07 Uhr

Extrem-Wetter aktuell: Wegen der Horror-Hitze sterben Schwäne - Flüsse trocknen aus

Wegen der Trockenheit und des heißen Wetters ist die Schwarze Elster im Süden Brandenburgs stellenweise trocken.

Wegen der Trockenheit und des heißen Wetters ist die Schwarze Elster im Süden Brandenburgs stellenweise trocken. Bild: dpa

Seit knapp zwei Wochen herrscht Hitze-Sommer in Deutschland - mit fatalen Folgen für die Natur. Wegen der Regenarmut und des heißen Wetters sinken die Pegel in den Flüssen und Fische sterben. Ein Fluss ist bereits stellenweise ausgetrocknet. Doch damit nicht genug: Die Folgen des Wetters sind extrem.

Extrem-Wetter trocknet Flüsse aus

Die Schwarze Elster im Süden Brandenburgs ist stellenweise bereits ausgetrocknet. "Es gibt Stellen, da ist nichts mehr", sagte der Pressesprecher der Stadt Senftenberg, Andreas Groebe. An anderenStellen sei dagegen noch viel Wasser in dem Nebenfluss der Elbe zu sehen. Dies hänge vermutlich mit den unterschiedlichen Tiefen zusammen.

So zeigte laut Groebe etwa der Pegel im nahe gelegenen Lauchhammer am Montagvormittag weiter 55 Zentimeter Wasserstand und einen Durchfluss von rund fünf Kubikmeter Wasser in der Sekunde an.

Fischsterben hat begonnen: eine Tonne toter Fische aus Rhein geborgen

Im Hochrhein hat dagegen das Fischsterben begonnen - hitzebedingt versteht sich. Am Wochenende wurde bereits rund eine Tonne toter Fische eingesammelt, wie der schweizerische Fischereiverband der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Betroffen sind vor allem Äschen, die Temperaturen unter 23 Grad bevorzugen. Im Stein am Rhein westlich des Bodensees war das Rheinwasser aber schon über 27 Grad warm.

Die Schweizer Behörden hatten im Juli schon zwischen dem Bodensee und Schaffhausen Schutzmaßnahmen eingeleitet. So wurden sechs Kaltwasserbecken als Zufluchtsorte für die Fische ausgebaggert, etwa an den Zuflüssen kälterer Bäche. Die Maßnahmen wirkten zumindest in den ersten Tagen der großen Wasserhitze. In den Becken sammelten sich tausende Fische.

Im heißen Sommer 2003 kamen nach einer Studie des schweizerischen Bundesamtes für Umwelt mindestens 50.000 Äschen im Rhein um. Ob eine ähnliche Entwicklung aufzuhalten ist, ist fraglich. "Die Prognose ist düster", sagte der Artenschutzbeauftragte des schweizerischen Fischereiverbandes, Samuel Gründler, schon vergangene Woche.

Im Bodensee gibt es jetzt auch kleine Süßwasserquallen, die nur in Sommern mit besonders warmem Wasser wachsen. Mit einem großen Fischsterben rechnen Experten für Bodensee und für den Rhein aber noch nicht. In Sachsen-Anhalt zum Beispiel haben einzelne Landkreise die Wassernutzung eingeschränkt. Seen und Flüsse führen immer weniger Wasser. Die andauernde Trockenheit hat auch zu einem massiven Wasserverlust im nordhessischen Edersee geführt. 29.000 Liter Wasser werden momentan pro Sekunde aus dem Stausee abgelassen, um die Schifffahrt auf der Weser zu sichern. Die Ferienregion beklagt Einbußen wegen der Trockenheit.

Schwäne in Hamburg sterben

Die Hamburger Alsterschwäne sind erstmals in einem Sommer in ihr Winterquartier gebracht worden. In den vergangenen Tagen waren vier tote Tiere gefunden worden, die vermutlich an der Hitze starben. Das Wasser der Alster ist derzeit 27,5 Grad warm. Dunkle Häuserdächer können zudem zur tödlichen Hitzefalle für Fledermäuse werden, warnen Tierschützer in Bayern. In Großbritannien büxen bei tropischen Temperaturen vermehrt Schlangen aus - in London verspeiste eine Würgeschlange auf offener Straße eine Taube.

Wird das Trinkwasser wegen der Hitze knapp?

Trotz Hitze und Dürre wird das Trinkwasser nach Angaben der kommunalen Wasserversorger in Deutschland nicht knapp. Die Lage sei größtenteils entspannt, sagte ein Sprecher des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). "Das Grundwasser speichert die Niederschläge. Talsperren und Tiefbrunnen sind somit bis in die Sommermonate hinein versorgt."

Die Trinkwasser-Versorgung in Deutschland ist nach Einschätzung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz trotz wochenlanger Dürre und Hitze nicht gefährdet. Auch wenn es lokale Engpässe geben könne, seien diese nicht bedrohlich, die Versorgung sei bundesweit gesichert, sagte eine Sprecherin der Behörde in Bonn am Dienstag. So beispielsweise in zwei Stadtteilen von Kelkheim in Hessen, wie die "Bild" berichtet. "Wasser ist nur noch für den persönlichen Bedarf zu entnehmen. Für alle zusätzlichen Wasserbedarfe wie für Pool, Gartenbewässerung, Autowäsche usw. ist die Entnahme untersagt", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Trinkwasserversorgung sei gesichert

Auch die kommunalen Wasserversorger hatten kürzlich betont, dass das Trinkwasser nicht knapp werde, Talsperren und Tiefbrunnen seien ausreichend versorgt. Einige Kommune haben angesichts der anhaltenden Trockenheit aber zum Wassersparen aufgerufen. Trinkwasser gilt als das wichtigste Lebensmittel.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erarbeitet - unabhängig von der aktuellen Dürrephase - eine Handlungsempfehlung zur Sicherheit der Trinkwasserversorgung. Die Bonner Sprecherin betonte, dies habe mit der derzeitigen Trockenheit aber nichts zu tun. Die Empfehlungen seien die Fortschreibung eines auf Prävention und Vorsorge ausgerichteten Konzepts, das die Trinkwasser-Infrastruktur noch sicherer machen solle. Ziel sei es, die Versorger in die Lage zu versetzen, Risiken und Schwachstellen früh zu erkennen, zu beheben und im Krisenfall optimal zu reagieren.

Zu den Risiken zählt das BBK mögliche Sabotageakte oder Angriffe auf Infrastruktureinrichtungen der Wasserversorgung. Auch der Klimawandel mit Extremwetter-Phänomen stelle neue Anforderungen.

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