16.07.2018, 21.43 Uhr

Proxima Centauri b als neue Erde?: Algorithmus enthüllt: SO können wir neue Planeten besiedeln

Die Entdeckung von Proxima Centauri und dessen Exoplaneten hat Wissenschaftler begeistert - doch wie könnte man die Gestirne bevölkern?

Die Entdeckung von Proxima Centauri und dessen Exoplaneten hat Wissenschaftler begeistert - doch wie könnte man die Gestirne bevölkern? Bild: M. Kornmesser / Nature / picture alliance / dpa

Wachsende Müllberge, Artensterben, Klimawandel, Naturkatastrophen, schrumpfende Ressourcen - wie lange wird es die Menschheit noch auf der Erde aushalten? Nicht erst seit gestern ist es der Traum der Menschheit, auf einem fremden Planeten neu anzufangen und eine Zivilisation aufzubauen. Doch dafür braucht es nicht nur einen passenden Planeten, der mit einer erdähnlichen Atmosphäre aufwarten kann, sondern auch die richtigen Transportmittel, um den Aufbruch zu einem neuen Gestirn zu bewerkstelligen.

Eroberung neuer Planeten: Stern Proxima Centauri b beschäftigt Forscher

Unermüdlich forschen Wissenschaftler nach Planeten, die lebensfreundlich sind und sich als Erde 2.0 eignen könnten. Im Stern Proxima Centauri b scheinen die Forscher gefunden zu haben, was sie suchten: Der Planet, der als Exoplanet den Stern Proxima Centauri umkreist und sich in dessen lebensfreundlicher Zone befindet, liegt 4,243 Lichtjahre von der Erde entfernt. Während Proxima Centauri vor gut 100 Jahren entdeckt wurde, rückte der erdähnliche "braune Zwerg" erst 2016 in den Fokus der Wissenschaftler. Proxima Centauri b ist nicht nur in etwa so groß wie die Erde, sondern könnte Berechnungen zufolge auch Wasser besitzen - und damit Voraussetzungen für Leben.

Wann können Menschen zum Planeten Proxima Centauri b reisen?

Für die Wissenschaft stellt Proxima Centauri b vor allem aufgrund seiner vergleichsweise geringen Entfernung zur Erde ein reizvolles Ziel dar. Dem aktuellen Stand der Weltraumforschung nach könnte ein Forscherteam Proxima Centauri b in rund 6.300 Jahren erreichen - man muss kein Mathematiker sein um zu erkennen, dass dies eindeutig zu lang für ein Menschenleben ist. Der nächste Schritt im Denkprozess: Wie viele Raumfahrer bräuchte man, um den Weg zum Planeten Proxima Centauri b zurückzulegen und unterwegs eine genetisch ausgewogene Population zu schaffen?

6.300 Jahre unterwegs! Erschließung von Proxima Centauri b dauert Generationen

Lediglich eine Astronautin und einen männlichen Kollegen auf die interstellare Reise zu schicken, käme nicht infrage, selbst mit einem Dutzend Raumfahrer-Pärchen wäre das Projekt nicht durchführbar. Die Wissenschaft bediente sich jetzt einer Berechnung auf Grundlage des Algorithmus "Heritage", um herauszufinden, wie stark die Anfangsbesatzung sein müsste, um nach mehr als 6.000 Jahren mit einer starken Population auf Proxima Centauri b anzukommen.

SO VIELE Astronauten braucht man für den Trip zu Proxima Centauri b

Das Ergebnis der Berechnungen wurde nun in "Technology Review" veröffentlicht. Die Wissenschaftler - namentlich Frédéric Marin an der Universität Straßburg und Camille Beluffi vom Forschungsunternehmen Casc4de - sind sich sicher, dass mindestens 98 Männer und Frauen gebraucht werden, um die generationenübergreifende Weltraumreise zu beginnen. In die Berechnungen spielten nicht nur Faktoren wie Lebenserwartung oder Fruchtbarkeitswahrscheinlichkeit hinein, sondern auch die Überlegung, wie groß ein Raumschiff für die Reise zu Proxima Centauri b sein müsste. Um Inzucht im Weltraum zu vermeiden, legten die Forscher fest, dass sich lediglich solche Astronauten miteinander vermehren dürften, die nicht miteinander verwandt seien - Cousinen und Cousins dürfen sich also ebenso wenig miteinander vermehren wie Tante und Neffe.

Mit dieser Crew wird die Weltraumreise in 4,2 Lichtjahren erfolgreich

Um die Simulation für die Weltraum-Reise so lebensnah wie möglich zu machen, rechneten die Forscher zudem Zwischenfälle ein, die die Besatzung auf der Proxima-Centauri-Mission dezimieren könnten. Der Heritage-Algorithmus brachte demnach das Ergebnis, das sich erst bei 49 Paaren an Bord die höchste Chance böte, den 4,243 Lichtjahre entfernten Exoplaneten zu erreichen, ohne dass die Crew vorher ausstirbt.

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loc/kad/news.de
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