11.07.2018, 09.55 Uhr

Osmanen Germania BC verboten: Was macht die Rockergruppe so gefährlich?

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Der "Osmanen Germania BC" ist nun verboten. Bild: dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rockerähnliche Gruppe "Osmanen Germania BC" einschließlich aller Teilorganisationen verboten und ihnen jede Tätigkeit untersagt. "Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus", erklärte das Ministerium am Dienstag in Berlin. Zudem liefen am Morgen Razzien in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen.

Erpressung, Drogenhandel, Zwangsprostitution! Darum ist "Osmanen Germania" so gefährlich

Nach Schätzungen der Polizei hat der türkisch-nationalistische Verein bundesweit mindestens 300 Mitglieder. In Stuttgart läuft seit März ein Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder, darunter drei, die zur weltweit höchsten Führungsebene gerechnet werden. Den Männern wird unter anderem versuchter Mord, Erpressung, Drogenhandel, Zwangsprostitution sowie Zuhälterei und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

"Osmanen Germania" verboten - inklusive aller Chapter

Das nun erlassene Verbot stützt sich auf das Vereinsgesetz. Zweck und Tätigkeit der "Osmanen Germania" liefen den Strafgesetzen zuwider, erklärte das Ministerium. Betroffen von dem Verbot sind auch alle Teilorganisationen. Aktuell sind demnach im Bundesgebiet 16 Ortsgruppen, sogenannte "Chapter", aktiv. Die "Osmanen Germania" stehen nach Einschätzung des NRW-Innenministeriums auch in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

"Osmanen Germania" werden in Sicherheitskreisen als "Schlägertrupp" des türkischen Präsidenten gehandelt, schreibt der "Spiegel Online". So soll Yilmaz Ilkay Arin, der frühere Vorsitzende des AKP-Lobbyverbandes UID, gemeinsam mit dem Ex-Osmanen-Boss Mehmet Bagci "Bestrafungsaktionen" gegen Erdogan-Kritiker geplant haben, schreibt die "Huffington Post" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Horst Seehofer:"Wer den Rechtsstaat ablehnt, kann von uns keine Nachsicht erwarten"

Seehofer erklärte, Bund und Länder bekämpften entschieden alle Erscheinungsformen organisierter Kriminalität, auch rockerähnliche Gruppierungen. Mitglieder des nun verbotenen Vereins verübten schwere Straftaten. "Wer den Rechtsstaat ablehnt, kann von uns keine Nachsicht erwarten."

Das Verbot stützt sich laut Innenministerium auch auf Erkenntnisse, die im Rahmen von Ermittlungsmaßnahmen Mitte März gewonnen wurden. Ziel war es damals, nähere Informationen über Struktur und Leitung des Vereins und das Zusammenwirken mit seinen Teilorganisationen zu erlangen.

Lesen Sie auch:Rocker-Bosse im Knast wegen versuchten Mordes.

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bua/kns/news.de/dpa
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