10.08.2018, 14.17 Uhr

Waldbrandgefahr August 2018 aktuell: Alarmstufe Rot! HIER wüten Waldbrände in Deutschland

In Deutschland steigt die Gefahr von Waldbränden.

In Deutschland steigt die Gefahr von Waldbränden. Bild: Patrick Pleul/dpa

Oft reicht schon eine kleine Unachtsamkeit, um ein ganzes Ökosystem zu zerstören. Jährlich werden in Deutschland durch Waldbrände unzählige Hektar Natur vernichtet. Wir sagen Ihnen, wo die Gefahr eines Waldbrandes momentan besonders hoch ist und was Sie tun können, um Brände zu vermeiden.

Waldbrandgefahr im August 2018 aktuell: Hier ist die Gefahr in Deutschland am größten

So wechselhaft wie das Wetter ist auch die Gefahr von Waldbränden. Aufgrund der hohen Temperaturen sind die Böden in vielen Gegenden zu trocken, sodass oft schon ein Funke genügt, um einen Brand auszulösen. Aktuell ist die Waldbrandgefahr im Norden und Osten des Landes, am höchsten. "Wettergefahren.de" veröffentlicht auf seiner Homepage täglich eine Übersichtskarte der aktuellen Waldbrandgefahr, mit der Sie immer auf dem Laufenden bleiben.

Brand in Bergwald in Oberbayern - Katastrophenfall ausgerufen

Beim Brand im Bergwald oberhalb von Oberaudorf am Inn hat sich die Glut durch den Wind ausgebreitet. Wegen des Feuers hatte das Landratsamt Rosenheim am Donnerstagnachmittag den Katastrophenfall ausgerufen. Auf einer Fläche von 500 Meter mal 300 Meter glimme der Boden auf dem Schwarzenberg, teilte ein Behördensprecher am Freitagmorgen mit. Eine Wache der Feuerwehr beobachtete in der Nacht die Brandstelle, schlug aber keinen Alarm. Am frühen Morgen setzte starker Regen in der Region in Oberbayern ein. Nachdem die Löscharbeiten in der Dunkelheit unterbrochen waren, sollten die Hubschrauber um 8.30 Uhr wieder starten.

Der Brand war am Donnerstagvormittag entdeckt worden. Das Gelände ist steil und für die Einsatzkräfte nur schwer zu erreichen. Der Brandherd konnte nur aus der Luft gelöscht werden. Hubschrauber der Landespolizei, Bundespolizei und des privaten Rettungsdienstes MHW waren im Einsatz.

Waldbrand im Nationalpark Berchtesgaden ausgebrochen

Aufgrund der anhaltenden Hitze steigt die Waldbrandgefahr im August rapide. Im bayerischen Nationalpark Berchtesgaden steht ein Waldstück oberhalb des Königssees in Flammen. Zahlreiche Kräfte der Feuerwehr seien im Einsatz, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Da die Stelle am steilen Ostufer im Bereich der Kesselwand schwer zugänglich ist, gestalten sich die Löscharbeiten schwierig. Ein Polizeihubschrauber mit Löschbehälter ist im Einsatz, um die Arbeiten zu unterstützen. Das brennende Gebiet sei etwa 15 mal 50 Meter groß, sagte ein Polizeisprecher.

Ein Berufsjäger hatte am frühen Morgen Rauch entdeckt und die Einsatzkräfte alarmiert. Die Brandursache ist unklar. Ein Blitzeinschlag sei nicht ausgeschlossen, sagte der Polizeisprecher. "Es gab gestern dort ein schweres Gewitter."

500 Busch- und Flächenbrände allein in Schleswig-Holstein

Brennende Felder und lodernde Buschfeuer machen im Dürre-Sommer 2018 auch Schleswig-Holsteins Feuerwehren schwer zu schaffen. Zusätzlich zum normalen Einsatzgeschehen mussten die Wehren im Juni und Juli im nördlichsten Bundesland zu rund 500 Busch- und Flächenbränden ausrücken, wie der Landesfeuerwehrverband am Mittwoch mitteilte. Da es keine Möglichkeit einer detaillierten landesweiten Erfassung gebe, beruhe die Zahl auf vorsichtigen Schätzungen der sieben Leitstellen im Land, hieß es.

Wie oft die Feuerwehren in ganz Deutschland wegen Wald-, Busch- und Flächenbränden seit Juni ausrücken mussten, ist nicht bekannt. "Das wird nicht bundesweit erfasst", sagte eine Sprecherin des Deutschen Feuerwehrverbandes am Mittwoch in Berlin.

Feuerwehrverband warnt: Waldbrandgefahr durch Starkregen nicht gebannt

Gewitter und Starkregen werden nach Einschätzung des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) die Waldbrandgefahr in den nächsten Tagen allerdings nicht bannen. "Wenn der Regen nur sturzartig runterkommt, läuft er an der Oberfläche weg. Man wird mit Überschwemmungen rechnen müssen", sagte DFV-Präsident Hartmut Ziebs der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Notwendig sei vielmehr ein "schöner, leichter Sommerregen über zwei, drei Tage hinweg". Besonders kleinere Flüsse drohen bei heftigen Regenfällen über die Ufer zu treten - so wie es zum Beispiel im Sommer 2017 in Südniedersachsen geschehen ist.

Der extrem trockene Boden könne im Moment das Wasser nicht aufnehmen, sagte Ziebs. Er sei vielerorts erst in 50 bis 60 Zentimeter Tiefe feucht, nicht wie normalerweise in 5 bis 10 Zentimetern. "Aus meiner Sicht ist das der Klimawandel", meinte der 59-Jährige, der seit 40 Jahren Feuerwehrmann ist. Die vielen Feld- und Waldbrände in den vergangenen Monaten seien eine Herausforderung für die bundesweit rund eine Million Feuerwehrleute, betonte der Verbandspräsident. Diese sei aber noch zu bewältigen. "Ganz Frankreich hat nur 250 000 Feuerwehrleute."

Waldbrandstufen und Waldbrandgefahrenindex legen Waldbrandgefahr fest

Generell gibt es in Deutschland verschiedene Arten, wie die Waldbrandgefahr klassifiziert wird. Der Deutsche Wetterdienst verwendet zum Beispiel den Waldbrandgefahrenindex WBI, der neben den gemessenen und prognostizierten Wetterdaten auch die Laufgeschwindigkeit des Feuers in Abhängigkeit von der Beschaffenheit eines Waldes mit einbezieht. Das System ist dabei in fünf Kategorien eingeteilt und reicht von "sehr geringe" (1) bis "sehr hohe Gefahr" (5).

Waldbrandstufen im Überblick: Was ist erlaubt?

Die Waldbrandstufen regeln darüber hinaus, was in deutschen Wäldern erlaubt und verboten ist. Auf Waldbrandstufe eins herrscht praktisch keine Gefahr, erst ab Stufe zwei greifen Sicherheitsmaßnahmen, etwa Umsicht beim Parken durch die Gefahr einer heißen Abgasanlage. Ab Stufe drei ist Grillen und Feuer machen in und am Wald verboten, ab Stufe vier dürfen öffentliche Straßen und Waldwege nicht verlassen werden. Bei Stufe fünf ist es schließlich komplett verboten, den Wald zu betreten. Je nach Bundesland können weitere Einschränkungen gelten.

Waldbrände verhindern: Diese Tipps müssen Sie kennen

Doch auch Waldbesucher können dabei helfen, die Gefahr von Bränden zu verringern. Generell sollte gerade in den Sommermonaten im Wald nicht geraucht und auf offenes Feuer verzichtet werden. Zudem sollten Spaziergänger keinen Abfall wie Glasscherben, Blechdosen oder andere reflektierende Gegenstände zurücklassen. Parken Sie Fahrzeuge darüber hinaus nur an den dafür vorgesehenen Stellen und halten Sie Zufahrten für die Rettungskräfte frei. Alarmieren Sie außerdem sofort die Feuerwehr, wenn Sie einen Brand entdecken.

Bericht: Deutschland fehlt Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung

Ganz einfach ist die Waldbrandbekämpfung einem Medienbericht zufolge aber nicht. In Deutschland fehlen dem Bericht zufolge Spezialisten und Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung."Es ist tatsächlich so, dass die Länder und der Bund über kein einziges Löschflugzeug verfügen", sagte die Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn, Marianne Suntrup, der "Rheinischen Post" (Dienstag).

Der Verband der Feuerwehren (VdF) in Nordrhein-Westfalen kritisierte, dass es bundesweit an Spezialisten sowie an entsprechender Ausrüstung zur Bekämpfung von Waldbränden mangele. Es fehle eine beträchtliche Zahl an Löschhubschraubern, um Waldbrände aus der Luft zu bekämpfen, sagte der Waldbrandexperte und Düsseldorfer Branddirektor Ulrich Cimolino vom VdF der Zeitung.

"In Deutschland verfügen nur die Bundeswehr, die Bundespolizei und vereinzelt die Länderpolizei (etwa Bayern) und einzelne private Anbieter über für solche Einsätze benötigte Hubschrauber", sagte Cimolino. "Und von den rund 40 größeren Hubschraubern der Bundeswehr ist meist rund die Hälfte im Einsatz und die andere Hälfte ist entweder kaputt oder bei Wartungsarbeiten", sagte Cimolino, der zu dem Thema promoviert hat.

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jat/kad/kns/news.de/dpa
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