13.04.2018, 14.58 Uhr

Schießerei in Fulda: Mutmaßlicher Randalierer vor Bäckerei von Polizisten erschossen

Polizeibeamte schießen in Fulda einen mutmaßlichen Randalierer nieder.

Polizeibeamte schießen in Fulda einen mutmaßlichen Randalierer nieder. Bild: dpa

Die Spuren der Randale sind deutlich. Zwei große Einschlagstellen von Steinwürfen sind zu sehen, die Scheibe der Bäckerei in Fulda ist großflächig gerissen und gesplittert. Auf der Straße sind Blutspuren mit Kunststofffolien abgedeckt. Am frühen Freitagmorgen spielt sich im Fuldaer Gewerbegebiet Münsterfeld eine Gewalttat ab, an deren Ende die Polizei einen jungen Mann erschießt. Er soll die alarmierten Beamten zuvor mit Steinwürfen und einem Schlagstock attackiert haben. Aber viele Fragen bleiben noch unbeantwortet.

Am Mittag teilt die Staatsanwaltschaft die Identität des Mannes mit: Es handele sich um einen 19-jährigen Afghanen. Er wohnte unweit der Bäckerei in einer Flüchtlingsunterkunft, wie Staatsanwalt Harry Wilke sagte. Wie es zu dem Eklat vor der Bäckerei kam, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Ebenso muss geklärt werden, warum die von der Bäckerei zur Hilfe gerufenen Beamten ihre Waffen nutzten. Das Hessische Landeskriminalamt (LKA) wurde eingeschaltet. Das ist bei tödlichem Schusswaffengebrauch von Polizisten immer der Fall.

Mutmaßlicher Randalierer von Polizei erschossen

Der Mann soll laut den Ermittlern vor der Bäckerei randaliert haben. Er warf demnach Steine gegen die Scheibe. Einen Lieferfahrer der Bäckerei soll er angegriffen und verletzt haben. Der Angestellte musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zudem sei ein Polizist verletzt worden, als die Beamten von dem jungen Mann angegriffen worden seien.

Thomas Bertz, Sprecher der Bäckerei-Kette aus der Rhön, sagte am Vormittag am Tatort: "Unseren beiden Mitarbeitern geht es den Umständen entsprechend gut, aber unser Fahrer musste ins Krankenhaus." Dass Polizeibeamte im Ernstfall zur Waffe greifen, kommt immer mal wieder vor. Laut eine Statistik der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster wurde im Jahr 2016 in 52 Fällen auf Menschen geschossen. Elf Menschen starben, weitere 28 wurden verletzt. In Hessen schoss die Polizei im Jahr 2017 in fünf Fällen auf Menschen, dabei wurden zwei Menschen getötet, wie das LKA Wiesbaden berichtete.

Viele Fragen noch offen

Die Informationen der Ermittler zum Tatablauf kommen am Freitag nur spärlich. Viele Fragen bleiben zunächst offen. Etwa, ob der Mann Alkohol getrunken oder Drogen genommen hatte. Laut Augenzeugen fiel der Verkäuferin, die am frühen Morgen vor Ladenöffnung mit Arbeitsvorbeitungen beschäftigt war, der junge Mann auf. Er habe sich merkwürdig verhalten. Deshalb habe sie vorsorglich die Eingangstür verriegelt.

Als der Warenzulieferer mit seinem Lastwagen vor der Filiale eintraf, soll er von dem Mann angegriffen worden sein. Der Fahrer konnte sich durch einen Seiteneingang in die Bäckerei flüchten. Die Mitarbeiter verständigten die Polizei. Das Polizeipräsidium befindet sich in der Nähe der Bäckerei. Wahrscheinlich flüchtete der Angreifer, als die Beamten eintrafen. Dafür sprechen Spuren am Tatort. Denn erst rund 150 Meter entfernt fielen mehrere Schüsse.

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koj/news.de/dpa
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