30.11.2018, 13.25 Uhr

Mordfall Stephanie D.: Lebenslange Haftstrafe für Mord vor 27 Jahren

In Spanien soll eine Frau ihren Ehemann geköpft haben.

In Spanien soll eine Frau ihren Ehemann geköpft haben. Bild: dpa

Gut 27 Jahre nach dem Mord an einer Schülerin aus Weimar (Thüringen) ist der Fall doch noch aufgeklärt: Wie die Polizei in Jena mitteilte, konnte der mutmaßliche Mörder von Stephanie D. ermittelt werden. Jetzt sprach das Gericht das Urteil über den Täter: Der Angeklagte Hans-Joachim G. muss lebenslang hinter Gitter.

Kindermord an Stephanie D. aus Weimar nach 26 Jahren aufgeklärt - Verdächtiger legt Teilgeständnis ab

Der Fall Stephanie D. war der älteste von drei ungeklärten Kindermorden in Jena und Weimar, mit denen sich die Sonderkommission "Altfälle" seit November 2016 beschäftigt. Der Verdächtige legte im Polizeiverhör ein Teilgeständnis ab. Er soll die Schülerin misshandelt und mit einem Stoß von der Teufelstalbrücke getötet haben. Dafür drohte ihm nun eine lange Freiheitsstrafe.

Mord an Stephanie 1991: Mädchen von Brücke geworfen

Die zehnjährige Stephanie war 1991 tot unter der Teufelstalbrücke der Autobahn 4, rund 20 Kilometer östlich von Jena, entdeckt worden. Der Täter hatte das Kind offensichtlich von der Brücke geworfen. 1993 verschwand in Jena der neun Jahre alte Bernd. Er wurde zwölf Tage später tot am Ufer der Saale entdeckt. Auch der Mörder der zehnjährigen Ramona aus Jena-Winzerla wurde nie gefasst. Sie verschwand im Sommer 1996, ihre Leiche wurde im Januar 1997 in einem Waldstück entdeckt.

Mädchen von Brücke gestoßen? Staatsanwaltschaft fordert Lebenslang

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der zehnjährigen Stephanie aus Weimar hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten Hans-Joachim G. gefordert. Der Mann habe das Kind im August 1991 loswerden wollen, nachdem er es entführt und missbraucht habe, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Mohrmann am Freitag vor dem Landgericht Gera. Die Einlassung des heute 66 Jahre alten Deutschen, er habe das Mädchen an der Teufelstalbrücke an der Autobahn 4 lediglich abgesetzt, sei unglaubwürdig. Vielmehr habe er Stephanie in Mordabsicht von der Brücke gestoßen.

Der Verteidiger des Beschuldigten erklärte, sein Mandant habe gar kein Motiv dafür gehabt, das Mädchen zu töten. Dieser sei davon ausgegangen, dass es kein Missbrauch gewesen sei, als er das Kind aufgefordert habe, sich vor ihm auszuziehen. Vom Mordvorwurf sei der Angeklagte freizusprechen.

Lebenslange Haft für Mord an Stephanie vor 27 Jahren

Rund 27 Jahre nach der Ermordung der zehnjährigen Stefanie aus Thüringen hat das Landgericht Gera einen 66-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Deutsche das Mädchen im August 1991 in Weimar entführt und später missbraucht hat. Schließlich habe er das Kind von der Teufelstalbrücke an der Autobahn 4 bei Hermsdorf 48 Meter tief in den Tod gestürzt. Das Gericht ging von Mord aus und folgte mit seinem Spruch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Mannes hatte einen Freispruch gefordert.

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sba/news.de/dpa
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