06.12.2017, 11.50 Uhr

Forderung der Deutschen Krebshilfe: Kommt jetzt das Rauchverbot im deutschen Fernsehen?

Die Deutsche Krebshilfe will TV-Raucher ins Nachtprogramm verbannen.

Die Deutsche Krebshilfe will TV-Raucher ins Nachtprogramm verbannen. Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Filme mit Raucher-Szenen sollten nach Ansicht der Deutschen Krebshilfe ins Nachtprogramm der Fernsehsender verbannt werden. "In zahlreichen Krimis greift der Kommissar zur Zigarette", sagte Vorstandschef Gerd Nettekoven der "Heilbronner Stimme" (Mittwoch). "Besonders beunruhigend ist dabei, dass häufig schon im Nachmittags- und Vorabendprogramm geraucht wird, da diese Sendungen oft von Kindern und Jugendlichen gesehen werden."

Deutsche Krebshilfe will Raucher ins Nachtprogramm verbannen

So werde etwa in der TV-Serie "Lindenstraße" nicht nur häufig geraucht, sondern das Rauchen auch positiv dargestellt, monierte er. Nettekoven schlug für deutsche Sender eine Richtlinie vor, nach der Filme und Serien mit Raucher-Szenen erst spät ausgestrahlt werden. Dadurch würden wesentlich weniger Kinder und Jugendliche solchen Szenen in Filmen ausgesetzt. "Dies wäre ein deutliches Signal der Fernsehsender, dass sie den Jugendschutz wirklich ernst nehmen", sagte Nettekoven der Zeitung.

In Dreiviertel aller Filme wird geraucht

Der Suchtexperte und Psychologe Reiner Hanewinkel von der medizinischen Fakultät in Kiel hatte in diesem Jahr 81 Kinofilme untersuchen lassen, die für den Deutschen Filmpreis Lola und den Oscar eingereicht wurden. Das Ergebnis: In 60 der Produktionen (74 Prozent) wurde geraucht.

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jat/news.de/dpa
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