09.10.2017, 13.34 Uhr

Asteroid 2012 TC4: Asteroid schrammt an Erde vorbei! Forscher proben Ernstfall

Am Donnerstag fliegt ein Asteroid ganz knapp an der Erde vorbei.

Am Donnerstag fliegt ein Asteroid ganz knapp an der Erde vorbei. Bild: dpa

Er ist so groß wie ein Haus und wird die Erde am kommenden Donnerstagmorgen (12. Oktober) nur knapp verfehlen - wobei "knapp" rund 44.000 Kilometer bedeutet. Zum Vergleich: Der Abstand Erde-Mond beträgt rund 400.000 Kilometer.

Asteroid 2012 TC4 fliegt an Erde vorbei - Keine Gefahr für Menschheit

Würde der Asteroid 2012 TC4 die Erde treffen, hätte das beträchtliche Folgen - so wie 2013 rund um die russische Millionenstadt Tscheljabinsk. Ein Asteroid ähnlicher Größe löste damals schwere Stoßwellen aus, etwa 1.500 Menschen wurden verletzt, rund 7.000 Gebäude beschädigt. Weil der nächste Einschlag nur eine Frage der Zeit ist, wollen Forscher aus dem Vorbeiflug von 2012 TC4 wichtige Erkenntnisse für die Zukunft ziehen.

Der Asteroid, dessen Durchmesser die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf 12 bis 27 Meter schätzt, biete "eine exzellente Gelegenheit, die internationalen Fähigkeiten zur Erkennung und Verfolgung erdnaher Objekte zu testen und unsere Fähigkeiten zu überprüfen, wie wir gemeinsam auf eine reale Bedrohung reagieren können", schreibt die Europäische Raumfahrtagentur Esa.

"Je größer der Asteroid, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags"

Rüdiger Jehn leitet die Abteilung beim Europäischen Raumflugkontrollzentrum Esoc in Darmstadt, die sich mit der Erforschung "Erdnaher Objekte" (englische Abkürzung: NEOs) befasst. "Ein Fall wie in Tscheljabinsk kommt alle 40 bis 50 Jahre vor", sagt er. Ein Ereignis wie vor 108 Jahren, als ein 40 Meter großer Brocken aus dem All in Sibirien rund 2.000 Quadratkilometer Wald vernichtete, gebe es nur alle 300 Jahre. "Je größer der Asteroid, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit. Der Einschlag, der zum Aussterben der Dinosaurier geführt hat, ist 65 Millionen Jahre her."

Nähert sich ein großer und potenziell gefährlicher Himmelskörper der Erde, hat man nach Einschätzung von Experten mit den aktuellen Kontrollmöglichkeiten in der Regel mehrere Jahre bis Jahrzehnte Vorlaufzeit, umSchutzmaßnahmen zu treffen.

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