07.06.2017, 13.31 Uhr

Bluttat in Saarbrücken: Tödliche Messerattacke! 27-jähriger Syrer ersticht Berater

Ein 27-jähriger Syrer soll einen DRK-Mitarbeiter in Saarbrücken niedergestochen haben (Symbolbild).

Ein 27-jähriger Syrer soll einen DRK-Mitarbeiter in Saarbrücken niedergestochen haben (Symbolbild). Bild: fasphotographic/Fotolia

In einem Therapie-Zentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken ist ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erstochen worden. Täter soll ein 27-jähriger Syrer sein, der nach kurzer Flucht in Tatortnähe festgenommen wurde. Der Flüchtling war am Mittwoch (07.06.2017) mit dem Berater in Streit geraten und hatte ihn dann mit einem Messer niedergestochen, wie die Polizei mitteilte. Der 30 Jahre alte Psychologe starb noch an seinem Arbeitsplatz an seinen schweren Verletzungen.

DRK-Zentrum in Saarbrücken: Berater von Flüchtling erstochen

Der Auslöser des Streits war zunächst unklar. "Terror ist überhaupt nicht im Spiel", sagte ein Polizeisprecher. Der Syrer wohnt in Saarbrücken und war laut Polizei am Vormittag zur Beratung in das Psychosoziale Bertungszentrum für Migranten des DRK im Stadtteil Burbach gekommen, in dem traumatisierte Menschen Hilfe bekommen. Ob er zum ersten Mal kam oder schon länger in Behandlung war, war zunächst unklar.

"Es ist ganz schrecklich", sagte der Sprecher des saarländischen DRK-Landesverbandes, Martin Erbelding. "Die Betroffenheit bei den Kollegen ist sehr, sehr hoch." Ein Kriseninterventionsteam und die Notfallseelsorge seien vor Ort. Der Mitarbeiter gehörte seit 2014 zum Team und arbeitete für das psychologisch-orientierte Projekt "Hope", das traumatisierte Menschen bei einem Neubeginn unterstützt. Auf der DRK-Internetseite stand am Nachmittag: "Rotes Kreuz trauert um Mitarbeiter!"

Das Rote Kreuz im Saarland: Oskar Lafontaine äußert sich zu Attacke in Saarbrücken-Burbach

Der Fraktionschef der Linken im Saarland, Oskar Lafontaine, zeigte sich nach der Attacke bestürzt: "Es ist besonders traurig, dass ein Mitbürger, der helfen wollte, bei dieser wichtigen Arbeit angegriffen und getötet worden ist." Es sei gut, dass der Täter umgehend gestellt worden sei. Die Umstände der Tat müssten aufgeklärt werden, um daraus die notwendigen Schlüsse zu ziehen, sagte er.

DRK-Sprecher Erbelding sagte, es sei noch zu früh, um zu sagen, was die Tat für die künftige Arbeit der Mitarbeiter bedeute. Es gebe immer ein gewisses Risiko, wenn man mit Menschen aus Bürgerkriegsländern arbeite. Das Rote Kreuz im Saarland zählt rund 2.500 hauptamtliche und mehr als 6.000 ehrenamtliche Mitarbeiter. Zum Team des Getöteten gehörten elf Mitarbeiter.

Das DRK betreibt das psychosoziale Zentrum an zwei Standorten: In der zentralen Flüchtlingsaufnahmestelle Lebach sowie in Saarbrücken-Burbach. In Burbach, wo auch die Bluttat geschah, sollen speziell Flüchtlinge und Migranten mit posttraumatischen Störungen oder Problemen mit der ihnen fremden Kultur Hilfe finden. In dem Zentrum arbeiteten Psychologen und Therapeuten, aber auch Sozialarbeiter und sogenannte Kulturmittler. Flüchtlinge können dort psychologisch betreut wie auch psychotherapeutisch behandelt werden.

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jat/lid/news.de/dpa
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