27.05.2017, 08.01 Uhr

Streisand-Effekt: Dieses irre Phänomen versetzt Promis in Panik

Durch den Streisand-Effekt offenbaren Promis ihre intimsten Geheimnisse.

Durch den Streisand-Effekt offenbaren Promis ihre intimsten Geheimnisse. Bild: Bits and Splits/fotolia

Von news.de-Volontär Thomas Jacob

Wenn die Internet Community eine Sache nicht leiden kann, dann ist es Bevormundung von außen. Das führt unter anderem dazu, dass sich selbst scheinbar bedeutungslose Fakten plötzlich wie nach dem Schneeballprinzip verbreiten. Wie das Netz mit Zensur umgeht und was das Ganze mit Barbara Streisand zu tun hat, erfahren Sie hier.

So entstand der Streisand-Effekt

Auslöser war das sogenannte "California Coastal Records Project" bei dem die kalifornische Küstenlinie umfassend mithilfe von Fotos dokumentiert werden sollte. Die Luftaufnahmen wurden anschließend auf dem Internet-Portal des Projekts für jedermann zugänglich gemacht. Nur einer Person passte das ganz und gar nicht. Die US-Sängerin Barbara Streisand besaß in dieser Zeit ein Anwesen in der Region. Und natürlich war das Haus auch auf den Fotos zu sehen.

Barbara Streisand verklagt US-Fotograf Kenneth Adelman

Ursprünglich wusste niemand, dass sich ein Bild von Streisands Haus in dem mehr als 12.000 Bilder großen Archiv des Projekts von Fotograf Kenneth Adelman befand. Doch dann verklagte Barbara Streisand den Fotografen, da sie ihre Persönlichkeitsrechte durch die Aufnahmen verletzt sah. Die Folge: Durch den Prozess bekam auch die Öffentlichkeit etwas von dem Foto mit. Streisand wollte zwar ursprünglich verhindern, dass ein Zusammenhang zwischen ihr und dem Bild hergestellt werden konnte, doch wusste vorher noch niemand davon. Am Ende leistete die Klage der weiteren Verbreitung des Bildes Vorschub.

Streisand-Effekt: Unterdrückte Informationen werden besonders oft verbreitet

Damit erzielte die Sängerin das genaue Gegenteil: Obwohl sie erreichen wollte, dass das Bild aus dem Netz verschwindet, verbreitete sich das Foto durch die Klage stattdessen wie ein Lauffeuer. Laut dem Bürgerrechtler John Gilmore zeige sich daran eine Besonderheit des Internets. Die Nutzer würden geradezu allergisch auf Einschränkungen wie Zensur reagieren. Wenn Informationen unterdrückt werden, verbreiten sie sich über andere Kanäle weiter - ein Kerngedanke, den schon die Erfinder des Arpanet, dem Vorgänger des heutigen Internets hatten: Fällt eine Verbindung aus, wählen die Daten einen anderen Weg. Die dezentrale Struktur macht es möglich.

Seiten: 12
Asteroid 1996 GTWetter im August 2019Helene Fischer und Andrea BergNeue Nachrichten auf der Startseite