12.05.2017, 09.30 Uhr

Uli Hoeneß: NRW-Minister warnt Bayern-Präsident vor dem Knast

Uli Hoeneß droht dem nordrhein-westfälischen Justizminister Thomas Kutschaty zufolge eine Widerrufung seiner Bewährungsstrafe - muss der Präsident des FC Bayern München nun wieder ins Gefängnis?

Uli Hoeneß droht dem nordrhein-westfälischen Justizminister Thomas Kutschaty zufolge eine Widerrufung seiner Bewährungsstrafe - muss der Präsident des FC Bayern München nun wieder ins Gefängnis? Bild: Matthias Balk / picture alliance / dpa

Präsident Uli Hoeneß hat bei einer Gala-Veranstaltung in Liechtenstein auf seine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung zurückgeblickt. "Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war. Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen. Aber in diesem Spiel habe ich klar gegen die Medien verloren", sagte der 65-Jährige bei der Veranstaltung "meet the president" in Vaduz. Die Schweizer Zeitung "Blick" (Mittwoch) veröffentlichte Aussagen von Hoeneß.

Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis

"Mein wirtschaftliches Ergebnis bei der Bank Vontobel von 2001 bis 2010 war minus drei Millionen Euro. Ich habe über 40 Millionen Strafe gezahlt, inklusive 18 Millionen Zinsen und 2 Millionen Kirchensteuer. Trotzdem entschied ich mich, ins Gefängnis zu gehen. Theater gabs nur, bis ich im Gefängnis war. Nach dem zweiten oder dritten Hausbesuch hat mich die Presse danach in Ruhe gelassen", führte der Bayern-Präsident aus.

Uli Hoeneß: Freigang nach 7 Monaten Knast, Bewährungsstrafe bis 2019

Wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe wurde Uli Hoeneß am 13. März 2014 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und trat seine Haftstrafe zunächst in der JVA Landsberg an. Allerdings saß der Präsident des FC Bayern München nicht lange hinter schwedischen Gardinen: Sieben Monate nach seiner Inhaftierung wurden die Haftbedingungen gelockert, Hoeneß bekam Freigang und durfte Wochenenden bei seiner Familie verbringen. Am 29. Februar 2016 kam die Fußball-Legende vorzeitig aus der Haft. Bis Februar 2019 läuft die Bewährungsstrafe von Uli Hoeneß weiter.

Die Reaktionen auf das Hoeneß-Urteil
Uli Hoeneß verurteilt
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Thomas Kutschaty (SPD): Muss Uli Hoeneß wegen Bewährungsverstoß wieder ins Gefängnis?

Einem sind die Bemerkungen von Uli Hoeneß jedoch ein Dorn im Auge: Thomas Kutschaty, seines Zeichens Justizminister von Nordrhein-Westfalen. Wie die "Bild" berichtet, kritisierte der SPD-Mann die Äußerungen von Uli Hoeneß scharf - der 65-Jährige mache sich über aufrichtige Steuerzahler lustig. Mehr noch: Äußerungen wie die des Bayern-Präsidenten könnten zur Folge haben, dass die Bewährungsstrafe nochmals geprüft werde. Schlimmstenfalls könne die Bewährung widerrufen werden - und Hoeneß könnte wieder im Knast landen. Bislang gibt es vom Justizministerium Bayern, das den Fall Uli Hoeneß betreut, der "Bild" zufolge keinen Kommentar, ob dem Bayern-Star tatsächliche eine erneute Haftstrafe droht.

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loc/sam/news.de/dpa
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