16.03.2017

Nach Doppelmord in Herne: Hunderte Rocker bei Trauerfeier für ermordeten Jaden

Nach dem Doppelmord von Herne veranstalteten die Kirchengemeinden der Stadt einen ökumenischen Trauergottesdienst für die beiden Opfer. Angehörige, Freunde, Nachbarn, Mitschüler waren bei der Gedenkveranstaltung.

Nach dem Doppelmord von Herne veranstalteten die Kirchengemeinden der Stadt einen ökumenischen Trauergottesdienst für die beiden Opfer. Angehörige, Freunde, Nachbarn, Mitschüler waren bei der Gedenkveranstaltung. Bild: Caroline Seidel / picture alliance / dpa

An der Beerdigung des ermordeten neunjährigen Jaden haben in Herne am Donnerstag rund 1.000 Menschen teilgenommen. Die meisten von ihnen waren augenscheinlich Mitglieder verschiedener Rockergruppierungen, vor allem der "Bandidos". Der Stiefvater von Jaden ist nach Angaben des Anwalts der Familie Mitglied der "Bandidos" in Essen. Die Rocker waren aus ganz Deutschland sowie auch aus dem benachbarten Ausland angereist.

Trauerfeier für Mordopfer Jaden (9) in Herne

"Ein junges Leben ist ein für alle Mal brutal ausgelöscht worden", sagte der evangelische Pfarrer Michael Thoma in einer Ansprache. Der Verlust sei nicht in Worte zu fassen. Er erinnerte daran, dass die Familie in den Tagen vor der Ermordung noch ein Wochenende in Holland verbracht hatte. "Es darf nicht sein, dass ein Kind vor der Mutter geht. Er hatte doch noch so viel Leben vor", verdeutlichte er. Christliche Gewissheit sei, dass Gottes Liebe stärker als der Tod ist. "Jaden hat jetzt ein anderes Leben, ein Leben bei Gott."

Wut, Angst und Unsicherheit bei Trauergottesdienst für Mordopfer in Herne

Die Trauerandacht in der kleinen Friedhofskapelle des Waldfriedhofs wurde über Lautsprecher nach draußen übertragen. Anschließend wurde Jaden in einem weißen Sarg beigesetzt. Die in der Nähe lebende Familie des Jungen hatte eine Sondergenehmigung für die Beisetzung auf diesem Friedhof im Herner Stadtteil Wanne-Eickel erhalten. Dort gibt es bereits seit einigen Jahren keine Beerdigungen mehr.

Bestürzung sitzt noch immer Tief in Herne

Am Mittwoch hatten Hunderte Menschen bereits in einem emotionalen Gottesdienst in Herne der beiden Mordopfer gedacht. Viele Trauergäste brachten Blumen, Grablichter und Stofftiere mit. Schüler von Jadens Schule trugen Kartons in den Altarraum der Herz-Jesu-Kirche, auf die sie ihre Gefühle geschrieben hatten. Die Wörter "Angst", "Wut", "Traurigkeit" und "Unsicherheit" waren darauf zu lesen.

Jaden war das erste von zwei Opfern, deren Ermordung der 19-jährige Marcel H. nach seiner Festnahme gestanden hat. Nach der ersten Tat am Montag vergangener Woche hatte die Polizei bundesweit nach dem flüchtigen Täter gefahndet. Zahlreiche Menschen in der Stadt im Ruhrgebiet waren tagelang in Sorge vor weiteren Taten. Der 22 Jahre alte Christopher, ein Bekannter des mutmaßlichen Täters, war drei Tage nach dem Jungen ebenfalls erstochen in Herne gefunden worden.

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loc/news.de/dpa
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