11.03.2017, 09.48 Uhr

Mordfall Jaden in Herne: Nach dem Doppelmord: Was wir wissen - und was nicht

Der Tatverdächtige im Fall des ermordeten neunjährigen Jaden stellte sich der Polizei.

Der Tatverdächtige im Fall des ermordeten neunjährigen Jaden stellte sich der Polizei. Bild: dpa

Marcel H. war mehrere Tage auf der Flucht, dann endlich stellte sich der mutmaßliche Kindermörder in Herne. Die Polizei nimmt den 19-Jährigen am Donnerstagabend fest. Den Beamten schildert er "eiskalt" seine Taten. Ein Überblick:

WAS WIR WISSEN

Die erste Tat: Jaden (9) wird am Montagabend in Herne erstochen im Keller eines Nachbarhauses gefunden. Laut Obduktion ist der Junge mit 52 Messerstichen getötet worden. Marcel H. hatte ihn unter dem Vorwand, sich beim Tragen einer Leiter helfen zu lassen, dort hingelockt. Der 19-Jährige hatte früher mit seinen Eltern in dem Haus gelebt. Die Familie war aber bereits seit einiger Zeit ausgezogen.

Mutmaßlicher Kindermörder Marcel H.: "eiskalt" und spielsüchtig

Der Verdächtige: Die Polizei beschreibt Marcel H. als jungenMann mit wenigen Sozialkontakten. Nachdem er im vergangen Jahr das Berufskolleg verlassen hatte, habe er orientierungslos gelebt. Der 19-Jährige habe sich als internet- und spielsüchtig bezeichnet. Er haben ein umfassendes Geständnis abgelegt. In den Vernehmungen äußert er sich laut Polizei "eiskalt".

Das Motiv: Marcel H. ist nach eigenen Angaben am Montag in die alte Wohnung gekommen, um sich das Leben zu nehmen. Ein Motiv sei eine Absage auf eine Bewerbung bei der Bundeswehr gewesen. Weil die Selbsttötungs-Versuche misslangen, will sich der 19-Jährige zu einem Mord entschlossen haben, "um so in den Knast zu kommen".

Der Kindermord in Herne - Eine Chronologie
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Warum dauerte die Fahndung nach Marcel H. so lang?

 

Die Flucht: Nach der Tat hat sich Marcel H. nach eigenen Angaben zunächst in einem Wald in der Nähe des Tatorts versteckt. Von dort will er am gleichen Abend zur Wohnung seines zweiten Opfers gegangen sein, den er entfernt aus dem Berufskolleg gekannt habe. Den 22-Jährigen habe er gebeten, ihn einige Tage bei sich zu beherbergen. In der Wohnung will er bis Donnerstagabend - als er sich der Polizei stellte - geblieben sein.

Die zweite Tat: Laut Geständnis soll der 22-Jährige am Dienstagmorgen Marcel H. damit konfrontiert haben, dass er als mutmaßlicher Mörder gesucht werde. Weil der Wohnungsinhaber die Polizei informieren wollte, habe Marcel H. ihn mit 68 Messerstichen und Gewalt gegen den Hals getötet. Die Leiche habe er anschließend zugedeckt.

So wurde der mutmaßliche Kindermörder Marcel H. festgenommen

Die Festnahme: Marcel H. hat angegeben, im Laufe des Donnerstags sei in ihm der Entschluss gewachsen, sich zu stellen. Zunächst will er vergeblich versucht haben, die Polizei mit dem Handy seines zweiten Opfers anzurufen. Am Abend habe er dann die Wohnung verlassen und sei zum dem Grillimbiss gegangen. Zuvor habe er noch in der Wohnung Feuer gelegt, um Beweismittel zu vernichten. Im Imbiss habe er um ein Telefon gebeten und selbst die Polizei verständigt. In der Wohnung des zweiten Opfers wurde das Tatmesser und die Geldbörse von Marcel H. gefunden.

Die Suche: Die Behörden fahndeten bundesweit nach dem Verdächtigen. Bis Donnerstag gingen sie mehr als 1700 Hinweisen aus ganz Deutschland nach. Es gab immer wieder Großeinsätze, unter anderem in Herne, Mönchengladbach, Wetter (Ruhr) und im Siegerland. Die Fahnder gingen aber aufgrund der Persönlichkeitsstruktur davon aus, dass sich Marcel H. in Herne oder der nähren Umgebung aufhielt. Sie vermuten, dass der Fahndungsdruck schließlich so hoch war, dass sich der 19-Jährige schließlich stellte.

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