08.02.2017, 13.26 Uhr

Tochter für Sex angeboten: Horror-Mutter muss vier Jahre in den Knast

Die Angeklagten Nicole G. (l) und Clemens F. (r) standen in Hildesheim vor Gericht. In dem Prozess gegen die Mutter, die ihre 16-jährige Tochter als Prostituierte verkauft haben soll, ist jetzt das Urteil gefallen.

Die Angeklagten Nicole G. (l) und Clemens F. (r) standen in Hildesheim vor Gericht. In dem Prozess gegen die Mutter, die ihre 16-jährige Tochter als Prostituierte verkauft haben soll, ist jetzt das Urteil gefallen. Bild: Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

Wie kann eine Mutter nur so etwas tun? Eine 37-Jährige soll tatsächlich ihre eigene minderjährige Tochter im Internet angeboten haben - für Sex!Mitte Januar begann der Prozess gegen die Horror-Mutter im niedersächischen Hildesheim, jetzt fiel das Urteil gegen die 37-jährige Nicole G. und ihren drei Jahre älteren Lebensgefährten Clemens F..

Tochter als Prostituierte verkauft - Mutter muss ins Gefängnis

Ein halbes Jahr lang bietet eine Mutter aus der Nähe von Hildesheim ihre 16-jährige Tochter als Prostituierte im Internet an. Sie arrangiert die Termine mit den Freiern und kassiert das Geld für den käuflichen Sex. Dem Mädchen droht sie mit Rauswurf, falls es sich den Männern widersetzt. Wegen Zuhälterei und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern hat das Landgericht Hildesheim die 37-Jährige am Mittwoch zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Nach den Erkenntnissen der Anklage war sie zwischen 2012 und Juli 2013 auch dabei, als sich ihr Lebensgefährte an ihrer jüngeren, damals elfjährigen Tochter verging. Sie soll die Taten sogar gefördert haben.

Freund half mit: 4 Jahre Haft

Der mitangeklagte Freund der Altenpflegerhelferin erhält eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und zehn Monaten. Nach Überzeugung des Gerichts missbrauchte er nicht nur zweimal das jüngere Mädchen, sondern auch einmal die 16-Jährige, als diese sich nicht wehren konnte. Der 40 Jahre alte Elektroinstallateur hat die Vorwürfe in der nicht-öffentlichen Verhandlung bestritten. Die Mutter legte dagegen ein umfassendes Geständnis ab.

Täter schon vorher unter Verdacht

Bereits im Juli 2013 war die ältere Tochter erstmals von der Polizei vernommen worden. Wegen der Überlastung der Jugendkammer startete der Prozess aber erst im Januar 2017. Für Nebenklage-Anwältin Andrea Wegert ist diese Verzögerung eine "Katastrophe für den Rechtsstaat". Die Mädchen seien gezwungen gewesen, die Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse zu bewahren und hätten nicht einmal eine Traumatherapie beginnen können, kritisiert sie.

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