09.12.2016, 15.31 Uhr

Einweisung in die Psychiatrie: Koch hielt 12-Jährigen als Sex-Sklaven - Weitere Opfer befürchtet

Der Angeklagte Werner C. am 02. Dezember im Düsseldorfer Landgericht neben seinem Anwalt. Der 35-jährige soll einen 12-jährigen Jungen aus der Schweiz missbraucht haben.

Der Angeklagte Werner C. am 02. Dezember im Düsseldorfer Landgericht neben seinem Anwalt. Der 35-jährige soll einen 12-jährigen Jungen aus der Schweiz missbraucht haben. Bild: Marcel Kusch/dpa

Von Frank Christiansen

Als Administrator des Onlinespiels Minecraft pirschte sich Werner C. über das Internet an einen zwölfjährigen Jungen heran. Der 35-Jährige kann ihn zu einem Treffen überreden und schließlich in der Schweiz abholen. Dann kommt es in der Wohnung des gelernten Kochs in Düsseldorf zu schweren sexuellen Missbrauchstaten. Dafür muss er nun unbefristet in eine geschlossene Psychiatrie.

Werner C. aus Düsseldorf zu 5 Jahren Haft verurteilt: Gefährlich und psychisch gestört

Sein rundliches Gesicht verbirgt der Koch am Freitag (09.12.2016) hinter einem schwarzen Aktendeckel. Ein Psychiater hat dem unscheinbaren Mann im blauen Sweatshirt attestiert, gefährlich zu sein. Er geht zugleich wegen einer psychischen Störung von einer verminderten Schuldfähigkeit des 35-Jährigen aus. Das Gericht verurteilt ihn am Freitag zu fünf Jahren Haft. Staatsanwältin und Nebenkläger hatten das Doppelte gefordert: Zehn Jahre.

Die Strafe sei aber nicht besonders bedeutsam angesichts der Entscheidung des Gerichts, den 35-Jährigen unbefristet in eine geschlossene Psychiatrie einzuweisen, sagt Gerichtssprecherin Elisabeth Stöve. Die Diagnose des Gutachters, auf der die Anordnung fußt, ist nach Angaben aus Justizkreisen eine sogenannte Kernpädophilie. Von dieser Störung geht eine hohe Rückfallgefahr aus. Sie gilt zudem als kaum therapierbar.

Missbrauch, Vergewaltigung, Kinderpornografie

Im Fall des Schweizer Jungen attestiert das Gericht elf Missbrauchstaten unterschiedlicher Schwere. Darunter sei auch eine Vergewaltigung gewesen. Hinzu kommt der Besitz von Kinderpornografie. Eine Spezialeinheit der Polizei hatte den Jungen acht Tage nach dessen Verschwinden aus der Wohnung des 35-Jährigen geholt, nachdem das Bundeskriminalamt die Internet-Adresse des Kochs in Düsseldorf geortet hatte.

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