07.11.2016, 12.19 Uhr

Schreckliche Familien-Dramen: Warum? Wenn Eltern ihre eigenen Kinder töten

Die Tötung der eigenen Kinder ist oftmals eine Verzweiflungstat.

Die Tötung der eigenen Kinder ist oftmals eine Verzweiflungstat. Bild: fotolia/Gina Sanders

Von news.de-Volontärin Maria Gregor

Ein Familienvater soll erst seine Ehefrau ermordet haben und anschließend mit seinen eigenen Kindern in den sicheren Tod gefahren sein. Ein anderer Mann tötet angeblich seine Familie und hat sie anschließend in einem Eisschrank gelagert und eine Mutter gab zu, zwei ihrer drei Kinder erstochen zu haben. Es sind schreckliche Taten, die die Welt erschüttern, und jede Mutter und jeder Vater fragt sich, was geht in einem Menschen vor, der seine eigenen Kinder tötet?

Mutter ersticht ihre zwei Kinder im Schlaf

Eine Frau aus Lünen gestand den Mord an ihren beiden knapp zwei und vier Jahre alten Kindern. Sie soll sie mit einem Küchenmesser im Schlaf erstochen haben. Die Hintergründe für solch eine schreckliche Tat lägen meist in sozialen Motiven, so der Psychiater Michael Soyka in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Mütter würden sich überfordert fühlen.

Oftmals hätten sie Probleme mit der Schwangerschaft und Angst vor der Zukunft. "Vor 200 Jahren waren die Zuchthäuser voll mit ledigen Müttern, die ihre Kinder getötet haben. Heute ist das anders", sagt der Psychologe. "Häufiger führen soziale Motive zu einer Kindstötung. Die Mutter fühlt sich verlassen, kommt mit der Schwangerschaft nicht zurecht."

Vater wirft drei Kinder aus dem Fenster, um Ehefrau zu bestrafen

Aber auch Väter werden zu Mördern - allerdings nur selten, weiß Soyka: "Bei Neugeborenen praktisch nicht. Aus Wut und Zorn kann auch ein Mann ein Kind schütteln und töten." So wie ein 35-Jähriger aus Syrien, der sich aktuell vor dem Landgericht in Bonn verteidigen muss. "Wie einen alten Weihnachtsbaum" warf Vater seine drei Kinder aus dem Fenster des ersten Stocks, verurteilte Staatsanwalt Florian Geßler die Tat.

Der Verteidiger des Mannes betonte jedoch, dass die Vergangenheit seines Mandaten berücksichtigt werden müsse. Er war als Flüchtling nach Deutschland gekommen, hatte keine Schulbildung erhalten und war in einer Welt aufgewachsen, in der Gewalt und Brutalität zur Tagesordnung gehörten. Seine Frau habe sich in Deutschland geweigert, sich ihm weiter unterzuordnen. Mit der Tat habe er sie bestrafen wollen.

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