27.08.2016, 15.30 Uhr

Islamischer Staat-Doku "Die verlorenen Töchter" als Wiederholung: Warum junge Frauen aus Europa für den IS alles aufgeben

Mit dem Glauben wechselte die zwanzigjährige Katja auch den Freundeskreis. Vor zwei Jahren wurde sie Muslima, musste gegen viele Vorurteile ankämpfen. Szene aus der Vox-Dokumentation

Mit dem Glauben wechselte die zwanzigjährige Katja auch den Freundeskreis. Vor zwei Jahren wurde sie Muslima, musste gegen viele Vorurteile ankämpfen. Szene aus der Vox-Dokumentation "Die verlorenen Töchter - Geködert vom IS". Bild: VOX / Dagmar Stöckle / Süddeutsche TV GmbH

Immer wieder reisen Jugendliche aus ganz Europa nach Syrien und in den Irak um sich der Terror-Miliz Islamischer Staat anzuschließen. Was die jungen Menschen vor Ort dann jedoch vorfinden, hat meist wenig mit dem zu tun, was sie sich erträumt hatten, als sie ihre Familien und Freunde verließen und die westliche Freiheit gegen ein Leben unter strengsten religiösen Regeln und Lebensgefahr eintauschten: Gewalt, Tod und Elend. Doch ebenso häufig wie Männer, die als neue Kämpfer vom IS rekrutiert wurden, reisen zunehmend auch junge Frauen in die Krisenregion - um, nun verhüllt in einer Burka, die Braut eines Dschihadisten zu werden.

Samra und Sabina: Islamischer Staat köderte Mädchen aus Wien - sind sie beide tot?

Ein undatiertes Foto zeigt Samra K. aus Österreich. Interpol sucht seit dem 10. April 2014 nach dem Mädchen.

Ein undatiertes Foto zeigt Samra K. aus Österreich. Interpol sucht seit dem 10. April 2014 nach dem Mädchen. Bild: Interpol / Handout / dpa

Zuletzt sorgte der Fall der beiden Mädchen Samra K. und Sabina S. aus Wien weltweit für Aufsehen: Die beiden Teenager waren 2014 von Österreich aus nach Syrien gereist - um "für Allah zu sterben", wie sie in einer letzten Facebook-Nachricht bekundet hatten. Was für ihre Eltern und Freunde schon schlimm genug war, wurde Ende 2015 dann noch einmal übertroffen: Ein Insider behauptete, dass beide Mädchen mittlerweile tot sind. Samra K. soll, nach wiederholten Fluchtversuchen, von den Islamisten mit einem Hammer zu Tode geprügelt worden sein. Ihre Freundin Sabina S. soll bereits im Dezember 2014 bei Gefechten an der syrischen Grenze gestorben sein. Eine offizielle Bestätigung ihres Todes durch die österreichischen Behörden gibt es bislang allerdings nicht.

Lesen Sie hier: "Schlimmer als der Tod": Ex-IS-Gefangene spricht über ihre Gefangenschaft

Was junge Mädchen aus ganz Europa in die Fänge der Steinzeit-Terroristen fernab ihrer Heimat treibt, dieser Frage geht jetzt eine mehrstündige Dokumentation von "Süddeutsche TV" mit dem Titel "Die verlorenen Töchter - Geködert vom IS" nach. Zu Wort kommen nicht nur verzweifelte Angehörige und Freunde von IS-Mädchen, sondern auch BKA- und Terror-Experten, Islamwissenschaftler und Therapeuten.

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