26.08.2016, 15.28 Uhr

Siebenschläfer und Co.: DAS steckt wirklich hinter den Wettermythen

Können alte Weisheiten wirklich das Wetter vorhersagen?

Können alte Weisheiten wirklich das Wetter vorhersagen? Bild: Fotolia / Gstudio Group

Von news.de-Redakteurin Anika Bube

Nichts beschäftigt die Menschen wohl so sehr wie das tägliche Wetter. Obwohl es keine aussagekräftige Langzeitprognose gibt, vertrauen einige dennoch auf Bauernregeln, Wetterzeichen oder den Hundertjährigen Kalender. Doch was steckt wirklich hinter den Wettermythen? Kann man wirklich schon im Frühling das Wetter im Sommer voraussagen?

Wettermythos Hundertjähriger Kalender - Stimmt die Langzeitprognose wirklich?

Seit Jahrhunderten versucht der Mensch das Wetter vorherzusagen. Im Mittelalter hat der Mönch Moritz Knauer sieben Jahre lang das Wetter beobachtet und seine Erkenntnisse im Hundertjährigen Kalender aufgeschrieben. Er glaubte, dass ein Wetterzyklus genau sieben Jahre dauere und sich dann wiederhole. Die pauschalen Aussagen treffen jedoch oft nur rein zufällig zu. Der 100-jährige Kalender sei nichts anderes als "reine Scharlatanerie", ist sich Meteorologe Hartmut Graßl gegenüber "Focus Online" sicher. Wie das Wetter 2016 wird erfahren Sie hier.

Der Siebenschläfertag und das Sommerwetter

"Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag", heißt es in einer Bauernregel. Doch stimmt das wirklich? Laut meteorologischen Statistiken treffen Vorhersagen für das Sommerwetter anhand des Siebenschläfertags am 27. Juni bis zu 70 Prozent zu. Jedenfalls in Süddeutschland. Eine erstaunlich hohe Quote, denn die Regel entstand noch vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582.

Meteorologen halten jedoch nicht viel von den alten Wettersprüchen. "Nicht nur, weil das Klima sich bis heute verändert hat, viele Bauernregeln sind einfach nur aus schönen Reimen oder Mythen, aber nicht aus Beobachtungen entstanden", erklärt Meteorologe Hartmut Graßl gegenüber "Focus Online".

Schönes Wetter nach Morgennebel?

Anders sieht es jedoch bei einer anderen Wetterregel aus: "Morgengrau gibt Himmelblau!" Solch kurzfristige Vorhersagen treffen fast immer zu. Auf fallenden Morgennebel ist nämlich wirklich Verlass. Wenn der Nebel absinkt und als Tautropfen am Boden zurückbleibt, konnte die feuchte Luft nicht nach oben steigen. Dadurch kommt es auch nicht zur Wolkenbildung. Schönes Wetter ist dann definitiv garantiert.

Und auch die Weisheit "Abendrot - Gutwetterbrot, Morgenrot mit Regen droht" stimmt. Nach einem trüben Tag kommt meist noch kurz die Sonne zum Vorschein, dann strahlt der Himmel in einem satten Rot. Das deutet daraufhin, dass die Wolken Richtung Westen abziehen. Da der Wind aber meist aus Westen kommt, der Himmel dort aber wolkenfrei ist, lässt auf einen schönen nächsten Tag schließen. Anders ist es jedoch beim Morgenrot: Durch die aufziehenden Wolken kommt die Sonne nur kurz zum Vorschein. Ein Zeichen dafür, dass es bald regnen wird. Nicht jede Wetterregel trifft zu. Daher lieber einmal mehr den täglichen Wetterbericht abfragen.

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bua/kad/news.de/dpa
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