06.03.2016, 10.03 Uhr

Deutsche Bartmeisterschaft 2016:  Kennen Sie schon diese Bart-Redensarten?

Haarige Angelegenheit: Jürgen Burkhardt mit seinem Backenbart bei den Deutschen Meisterschaften der Bartträger in Schömberg.

Haarige Angelegenheit: Jürgen Burkhardt mit seinem Backenbart bei den Deutschen Meisterschaften der Bartträger in Schömberg. Bild: ARD/Christof Arnold

Meistens gehen die Bartträger nett miteinander um.Die Juroren geben nur Punkte zwischen fünf und zehn - zu schlecht soll niemand abschneiden. Doch Fünfen zeigen die sieben Richter in Schömberg nicht selten. Die Männer müssen vortreten, strecken das Kinn vor, manchmal greifen die Richter in die Bärte, um zu prüfen ob alles natürlich ist. Denn bei manchen Kategorien sind Hilfsmittel verboten.

Im internationalen Vergleich sind die Deutschen eigentlich die Bartträger-Nation Nummer eins. Doch die Amerikaner bereiten ihnen seit einigen Jahren Sorgen. Das Problem ist, dass die amerikanischen Bartträger viel jünger sind. Schon mit Mitte 20 haben manche lange Vollbärte, und da sei das Haar vitaler, sagt Burkhardt. Bei der vergangenen WM holten sie rund die Hälfte der Trophäen. "Das ist ein Generationswechsel, der in Deutschland noch nicht stattgefunden hat", sagt er.

Bärte, überall nur Bärte! Teilnehmer der Internationalen Deutschen Meisterschaften der Bartträger präsentieren den Jurymitgliedern und Zuschauern ihre Bärte.

Bärte, überall nur Bärte! Teilnehmer der Internationalen Deutschen Meisterschaften der Bartträger präsentieren den Jurymitgliedern und Zuschauern ihre Bärte. Bild: dpa/Christoph Schmidt

Der Bart in der Gesellschaft: 6 Redensarten mit Bärten

Nicht nur zur Meisterschaft der Bartträger gilt: Die männliche Gesichtszier bewegt die Gemüter. Dass Bärte auch in der Sprache dazu gehören, zeigen bekannte Redensarten.

UM DEN BART GEHEN: Wer jemandem das Kinn streichelt und diesem so um den Bart geht, der umschmeichelt ihn. Schon Homer beschrieb in der "Ilias", wie die Meeresnymphe Thetis Göttervater Zeus durch Bartstreicheln für sich gewinnen wollte. Wer seinem Gegenüber sogar HONIG UM DEN BART SCHMIERT, umgarnt ihn zusätzlich mit schmeichlerischen Worten.

IN DEN BART FAHREN: Einst galt es als schwerer Frevel, jemandem in den als unantastbar geltenden Bart zu greifen (fahren). Im übertragenen Sinne bedeutet das, jemanden zu beschimpfen oder einen Streit mit ihm anzufangen.

BEIM BARTE DES PROPHETEN: Die Beschwörungsformel geht auf den alten Volksglauben zurück, dass Muslime sich bei einem Eid an den Bart greifen und auf den Propheten Mohammed berufen. Im Mittelalter war hierzulande der Schwur "BEI MEINEM BARTE" gleichbedeutend mit "bei meiner Ehre".

DER BART IST AB: Die Redensart bedeutet, dass eine Sache endgültig erledigt ist. Sie entstand vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts, als Kaiser Wilhelm II. mit seinem gezwirbelten Schnäuzer die Vollbartmode früherer Herrscher ablöste. Möglicherweise bezieht es sich aber auf den abgebrochenen Bart eines Schlüssels, was das Öffnen einer Tür endgültig verhindern würde.

UM DES KAISERS BART STREITEN: Die Wendung symbolisiert das Zanken um Dinge, die des Streitens nicht wert sind, oder sich gar nicht entscheiden lassen. Im antiken Rom galt ein sprichwörtlicher Streit um Ziegenwolle als unsinniger Disput. Die Ziegenwolle wurde in unserer Sprache vermutlich über Geißenbart zu Kaisers Bart umgedeutet.

DAS HAT SO EINEN BART: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert kam das nackte Kinn in Mode. Viele alte Männer blieben aber beim Vollbart, der zum Symbol für eine rückwärtsgewandte und konservative Haltung wurde. Witze oder Vorstellungen, die einen (langen) Bart haben, sind darum als langweilig und altbekannt zu verstehen.

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mie/sam/news.de/dpa
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