06.02.2016, 09.15 Uhr

Erneute Sex-Übergriffe in Köln!: An Weiberfastnacht wieder 224 Anzeigen

Der Karneval findet in diesem Jahr unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Der Karneval findet in diesem Jahr unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Bild: Maja Hitij/dpa

Angst vor Terror, Übergriffe auf Frauen und jetzt auch noch Unwetterwarnungen: Die Karnevalsfeiern stehen in diesem Jahr unter keinem guten Stern. In Düsseldorf droht die Absage des Rosenmontagszugs, weil dort Böen um Stärke 9 und 10 erwartet werden. Nach dem Sicherheitskonzept müsste der Umzug schon ab Windstärke 8 abgesagt werden. Köln hingegen erwog zunächst keine Absage. Dort trübten wieder sexuelle Übergriffe das Bild. An Weiberfastnacht seien 22 Sexualdelikte angezeigt worden, sagte Polizeidirektor Michael Temme am Freitag. Im vergangenen Jahr waren es nur neun und davor zehn.

Insgesamt blieben die Feiern zum Auftakt des Straßenkarnevals aber überwiegend friedlich, wie es etwa von der Polizei in Bonn und in Mainz hieß. Auch in der Karnevalshochburg Köln fiel die Bilanz "verhalten positiv" aus. So musste die Polizei 220 Einsätze weniger fahren als im Vorjahr. Die Zahl der Taschendiebstähle fiel auf 15 Prozent des Vorjahreswerts. Alles in allem gingen in Köln 224 Anzeigen ein - verglichen mit 178 im vergangenen Jahr.

Gestiegene Zahl der Sex-Übergriffe in Köln

 

"Wir führen die gestiegene Zahl (der sexuellen Übergriffe) darauf zurück, dass die Anzeigebereitschaft eine deutlich veränderte ist", sagte Polizeidirektor Temme. Vermutlich sei die Bereitschaft, solche Vorfälle auch tatsächlich anzuzeigen, seit den Vorfällen der Kölner Silvesternacht gestiegen. Zum Jahreswechsel hatten große Gruppen von Männern Frauen umzingelt, bestohlen und sexuell bedrängt.

Zwei der 22 Sexualdelikte vom Donnerstag waren der Polizei zufolge schwerwiegend. Im ersten Fall war das Opfer eine belgische Fernsehreporterin. "Diese Journalistin ist unter den Augen der laufenden Kamera begrapscht und sexuell belästigt worden", sagte Temme. Der zweite Fall betrifft eine Frau, die am frühen Freitagmorgen auf dem Heimweg niedergeschlagen und "offenbar auch vergewaltigt wurde", wie Temme sagte. Ein 17-jähriger Verdächtiger wurde festgenommen. Zu einer Vergewaltigung kam es auch bei Karnevalsfeiern in Schloß Holte-Stukenbrock bei Bielefeld. Gegen einen 29 Jahre alten Tatverdächtigen wurde Haftbefehl erlassen.

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