22.09.2015, 15.57 Uhr

Korruption und Koks: Der krasseste Knast der Welt

Im bolivianischen Gefängnis San Pedro, dem krassesten Knast der Welt, protestiert dieser Insasse durch

Im bolivianischen Gefängnis San Pedro, dem krassesten Knast der Welt, protestiert dieser Insasse durch "Kreuzigung" für ein besserer Justizsystem. Bild: Martin Alipaz/dpa

Von news.de-Volontärin Conny Rädel

Jeder kennt die ein oder andere Horrorgeschichte aus Gefängnissen, aber dieser Tatsachenbericht wird Sie dennoch schockieren. Der australische Juraabsolvent Rusty Young hat bei seiner Backpacking-Tour durch Südamerika den englischen Drogenschmuggler Thomas McFadden kennengelernt - im Gefängnis San Pedro, dem "krassesten Knast der Welt".

"Marschpulver - Eine wahre Geschichte von Korruption, Koks und einer unglaublichen Freundschaft im krassesten Knast der Welt"

Dies ist die Geschichte des Drogendealers Thomas McFaddens, der bei einer seiner zahlreichen Schmuggelreisen nach Südamerika schließlich in Bolivien hochgenommen wird. Dann beginnt für McFadden eine unglaublich harte, aber auch abenteuerliche Reise. Denn er kommt in eines der unglaublichsten Gefängnisse der Welt: San Pedro in der bolivianischen Stadt La Paz. Dort herrscht nicht nur die im bolivianischen Justizsystem weit verbreitete Korruption. Häftlinge müssen für das "Privileg" ins Gefängnis zu kommen bezahlen, sich die Zellen von Maklern selbst kaufen und für ihr Essen aufkommen.

Da die Wärter nie einen Fuß in das Gefängnis setzen geht es dort nicht nur sehr gefährlich, sondern auch sehr skurril zu. Während in Luxusappartements reiche Drogenbarone und korrupte Politiker wohnen, kämpfen in den ärmsten Teilen des Gefängnisses die Häftlinge jeden Tag ums nackte Überleben. Die Gefangenen führen nicht nur Shops und Restaurants auf dem Gelände, sie leben auch mit ihren Frauen und Kindern zusammen. Wo man tagsüber die Kinder spielen hört, sind nachts die florierendsten Kokain-Drogenlabore des Landes. Denn jeder in Bolivien weiß: Der beste Schnee kommt aus San Pedro.

Der Bericht über den "krassesten Knast der Welt" zieht Leser in seinen Bann

Mit "Marschpulver" legt Rusty Young einen Bericht vor, der gleichzeitig sehr gut recherchiert und gleichzeitig beinahe unglaubwürdig auf europäische und nordamerikanische Leser wirken muss. Drei Monate lang lebte der Anwalt freiwillig auf dem Gelände des Gefängnisses, kam und ging wie er wollte, indem er die Wachen bestach. Dabei entstand eine sehr tiefe Freundschaft zu dem inhaftierten Thomas McFadden, der unter Rucksack-Touristen eine Art Geheimtipp war.

Mit Hilfe von Rusty Young erzählt McFadden seine Geschichte in dem bolivianischen Gefängnis und prangert zugleich die Korruption des Systems an. Dabei zieht das Buch den Leser genauso in seinen Bann, wie McFadden Young mit seinen Erzählungen im Gefängnis. Dabei wird der Leser entführt in die bolivianische Unterwelt aus Koks und Korruption. Die australische Originalausgabe "Marching Powder" (2003) hat sich inzwischen schon selbst zu einem Geheimtipp unter Südamerikaliebhabern entwickelt. Inzwischen ist sogar eine Verfilmung des Buches in Planung.

"Marschpulver" von Rusty Young können Sie hier bestellen.

Titel: "Marschpulver"
Autor: Rusty Young
Verlag: riva, 2015
Seitenzahl, Buchart: 200 Seiten, Softcover mit 16-seitigem Bildteil
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-86883-673-8

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