03.09.2015, 16.55 Uhr

Läuse-Gefahr durch Selfies?: Über Panikmache in den Medien

Selfies wie dieses sorgen nach Aussage eines amerikanischen Experten für eine schnellere Verbreitung von Läusen.

Selfies wie dieses sorgen nach Aussage eines amerikanischen Experten für eine schnellere Verbreitung von Läusen. Bild: Fotolia/iko

Von news.de-Volontär Eric Mittmann

Es war wahrscheinlich DIE Neuigkeit der vergangenen Woche. Und wären wir nicht mal wieder so kleinlich gewesen, uns mit Themen wie der Flüchtlingskrise auseinanderzusetzen, hätte sie wohl auch eingeschlagen wie eine Bombe: Fiese Laus-Gefahr durch Selfies! Ein amerikanischer Experte warnte Eltern und ihre Kinder vor den angesagten Selbstportraits. Der Grund: Weil die Kleinen oftmals ihre Köpfe zusammenstecken, ergeben sich mehr Gelegenheiten für die Verbreitung von Läusen.

Russland reagierte einmal mehr allgegenwärtig und alarmierte seine Bevölkerung bereits am Montag. Auch die "BRAVO" warnte vor den Laus-Fotos, allerdings erst drei Tage später. Es war wohl einem Wunder zu verdanken, dass Deutschlands Jugend zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit juckender Kopfhaut beim Arzt saß.

Laus-Gefahr durch Selfies: Die Riege der nichtssagenden Medien

Es sind Meldungen wie diese, die immer wieder für Aufregung sorgen. Ob Pferdefleisch in der Lasagne, gefälschte Statistiken beim ADAC oder Grippeepidemien, die niemanden dahinraffen. Ob Sex-Skandale bei Politikern, Steuerhinterziehung durch Fußballmanager oder Ehekrisen irgendwelcher Promi-Paare. Es sind Meldungen wie diese, über die wir uns immer wieder aufregen und die uns in Panik versetzen - und das, obwohl es doch eigentlich um nichts geht. Obwohl nichts gesagt wurde und wir uns eigentlich überhaupt nicht dafür interessieren sollten.

Skandale in den Medien: Der Deutsche regt sich gern auf

Volker Pispers, bekannt für sein politisches Kabarett, sagte einmal während seines Programms: "Unsere Medien sind dazu da, uns zu beschäftigen. Nicht uns aufzuklären oder zu informieren, sondern wir müssen beschäftigt werden, weil: Der Deutsche regt sich sehr gerne auf. Das liegt in seiner Natur und das muss aber gesteuert werden. Damit wir uns nicht über Dinge aufregen, die wirklich systemverändernd sein könnten, da müssen Skandale präsentiert werden. Und da gibt es eine ganze Palette..."

Dieses Konzept der medialen Unterhaltung besteht nicht erst, seit die Vogelgrippe zu einer neuen Pestwelle ausgerufen wurde oder ein gewisser Herr Edathy plötzlich gezwungen war, seine Vorlieben mit uns allen zu teilen.

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