12.08.2015, 10.55 Uhr

Fakten und Vorurteile!: Warum Flüchtlinge nach Deutschland kommen

Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Leipzig.

Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Leipzig. Bild: dpa

Erst in der vergangenen Woche hat ARD-Moderatorin Anja Reschke die Menschen dazu aufgefordert aufzuhören - aufzuhören mit dem Fremdenhass und der ewigen Hetze. "Mund aufmachen, Haltung zeigen!", war ihrer klarer Titel, um sich mutig gegen all diejenigen zu stellen, die sich wünschen, die Flüchtlinge würden verschwinden. Anja Reschke ist nicht die Erste, die in der Öffentlichkeit den Mund aufmacht und ihre Meinung kundtut. Auch Politiker bekommt Hass-Mails - weil er Flüchtlinge aufnahm.

Medienrummel um Flüchtlinge bricht nicht ab

Doch wird bei all dem Medienrummel eines manchmal vergessen - und zwar die, um die es wirklich gehen sollte, die Flüchtlinge. Keiner fragt, ob sie denn wirklich hier sein wollen. Oder aus welchen Gründen sie nach Deutschland kommen. All das scheint keinen so wirklich zu interessieren. Vielmehr reden immer alle davon, wie viel sie kosten, dass sie Arbeitsplätze wegnehmen und dasw es einfach zu viele sind. Aber dass viele der Tausend Familien viel lieber in ihrer Heimat sein würden, sehen die meisten nicht.

Wer ist überhaupt Flüchtling?

Ein Flüchtling ist eine Person, die ". . . aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will . . ." (Genfer Flüchtlingskonvention von 1951).

Warum kommen Flüchlinge nach Deutschland?

Weltweit befinden sich nach Angaben der UNO Flüchtlingshilfe knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die von United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) je verzeichnet wurde. Und sie wird weiter steigen.

Flüchtlinge verlassen ihr Land nicht freiwillig, sondern werden zur Flucht gezwungen. Während manche Menschen freiwillig beschließen, ihr Land zu verlassen, so müssen Flüchtlinge ihre Heimat verlassen, weil ihr Heimatland sie nicht mehr schützen kann oder will. Weil sie ihre Heimat überstürzt verlassen mussten oder die entsprechenden Behörden im Land fehlen, haben Flüchtlinge oft keine Reisedokumente bei sich. Deshalb bleibt ihnen meist keine andere Möglichkeit, als sich skrupellosen Schleppern anzuvertrauen, die sie über die Grenze bringen. Viele bezahlen für die Reise in eine bessere Zukunft nicht nur viel Geld, sondern auch mit ihrem Leben.

Die UNO hat sich mit Flüchtlingen aus den verschiedensten Flüchlingsgebieten unterhalten und diese nach ihrer Geschichte gefragt. Es gibt die verschiedensten Gründe, die Flüchtlinge zwingen, ihre Heimat zu verlassen: Verfolgung, Folter, Vergewaltigung, Krieg und Bürgerkrieg, drohende Todesstrafe, Zerstörung der Existenzgrundlagen, politische Verfolgung. So erzählen die junge Doaa aus Syrien, Amin und Hanan, ebenfalls aus Syrien, und Flüchtlinge aus dem Libanon, warum sie aus ihrer Heimat geflohen sind und was sie durchmachen mussten, um zu überleben.

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