04.08.2015, 15.22 Uhr

Großwildjägerei soll eingedämmt werden: Trophäenjagd: Erste Verbote als Reaktion auf Cecils Tod

Von news.de-Volontärin Lisa Volkmann

Sabrina Corgatelli mit

Sabrina Corgatelli mit "ihrer" Giraffe, wie sie es bezeichnet. Bild: Facebook/Sabrina Corgatelli

Der Tod des berühmten Löwen Cecil erregte weltweit Aufmerksamkeit. Bereits im Jahr 2014 ging durch die Nachrichten, dass ein thüringischer Umweltminister auf Elefantenjagd in Afrika unterwegs war. Daraufhin verlor er seinen Posten. Nun macht bereits der nächste Fall einer Großwildjagd Schlagzeilen. Auf ihrer Facebookseite postet Sabrina Corgatelli reihenweise Fotos ihrer "Trophäen" aus dem Afrika-Urlaub.

Toter Löwe vs. toter Schwarzer: Was ist schlimmer?

Neuer Fall von Wilderei: Sabrina Corgatelli erlegt Giraffe und posiert stolz auf Facebook

Dabei präsentiert sich Sabrina Corgatelli stolz mit jedem ihrer erlegten Tiere, Warzenschweine, Antilopen, Krokodile, Gnus - sogar eine Giraffe ist dabei. Corgatelli bezeichnet die toten Tiere als "ihre Tiere", "ihre Trophäen". Besonders die tote Giraffe löste nun einen extremen Shitstorm aus. Unter jedem Foto der Großwildjägerin finden sich Beleidigungen und Drohungen. Corgatelli selbst rechtfertigt sich mit Bibelzitaten. Mit Gott rechtfertigt sie ihre Morde. In einer Talkshow sagte Sabrina Corgatelli zuletzt, dass Großwildjäger keine kaltherzigen Menschen seien. "Nur weil wir sie jagen, heißt das nicht, dass wir sie nicht respektieren", so die Buchhalterin weiter. Ihrer Meinung nach ist es also absolut in Ordnung, ein Tier zu töten, solange man es respektiert.

Grausam ermordet: Afrikas berühmtester Löwe Cecil.

Der Löwe Cecil vor seinem Tod durch den US-Zahnarzt Walter Palmer.

Der Löwe Cecil vor seinem Tod durch den US-Zahnarzt Walter Palmer. Bild: Picture Alliance/dpa

Zahnarzt Walter Palmer tötet Löwe Cecil: Rechtslage der Großwildjagd in Afrika

Wie auch der Zahnarzt Walter Palmer, der Cecil in Simbabwe erschoss, befindet sich Sabrina Corgatelli mit ihrer Wilderei in einer rechtlichen Grauzone. Als "Tourist" darf man nach Afrika reisen, um zu töten. Zahlreiche Unternehmen locken die Trophäenjäger mit Sprüchen wie "ein unvergessliches Jagderlebnis" oder "Jagen in den schönsten Naturreservaten der Welt". Diese Art des Wilderei-Tourismus kann legal sein. Jedes Land darf selbst entscheiden, welche Tiere erlegt werden dürfen. Es gibt zwar eine offizielle Jagdquote, die sich an dem Tierbestand orientieren soll. Dennoch sieht die Realität so aus, dass sich die Jagdquote nach der Nachfrage richtet, anders aus.

Wenn der Jäger zum Gejagten wird: US-Zahnarzt im Kreuzfeuer nach Tötung von Löwe Cecil.

Simbabwe reagiert: Verbot der Großwildjagd

Simbabwe reagiert nun. Wie "Spiegel Online" berichtet, schränkte das Land die Großwildjagd mit sofortiger Wirkung ein: Das Jagen von Löwen, Leoparden und Elefanten ist an den Nationalpark grenzenden Gebieten verboten. Zudem ist die Jagd mit Pfeil und Bogen untersagt. Auch die US-Fluggesellschaften Delta Airlines und American Airlines äußerten sich nach der Empörung im Netz: Ab sofort werden die Fluglinien keine Jagdtrophäen mehr transportieren.

Großwildjagd in Deutschland: Deutsche Jäger schleusen Trophäen ins Land

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) alarmiert indes, dass im Jahr 2014 Jagdtrophäen von elf Löwen nach Deutschland eingeführt worden seien, berichtet die "Welt am Sonntag". Unter den insgesamt 325 geschützten, aber dennoch getöteten Tieren befanden sich zudem 43 Schwarzbären, 36 Leoparden sowie sieben Afrikanische Elefanten und ein Eisbär.

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lvo/gea/news.de
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