15.06.2015, 10.33 Uhr

Zirkus-Direktor bezieht Stellung: Nach tödlicher Attacke: Befreiten Tierschützer den Elefanten?

Diese Aufnahme zeigt den Zirkuselefanten Baby im Zirkus in Winnenden.

Diese Aufnahme zeigt den Zirkuselefanten Baby im Zirkus in Winnenden. Bild: dpa

Bereits am Sonntag teilte ein Sprecher der Polizei mit, dass ein Fremverschulden nicht ausgeschlossen werden könne. Aufgrund des Verdachts werde auf fahrlässige Tötung ermittelt. Die Elefantenkuh "Baby" war am Samstag in Buchen im Odenwald aus ihrem Zelt ausgerissen und hatte den 65-jährigen Spaziergänger Alexander H. am frühen Morgen angegriffen. Der Mann war nach Polizeiangaben sofort tot. Wie das Tier aus dem Zelt kam, war weiter unklar. Der 34-jährige Afrikanische Elefant war laut Polizei zwar nicht angekettet, aber von einem Elektrozaun umgeben.

Elefant "Baby" anscheinend bewusst befreit

Ersten Ermittlungen zufolge war das Zelt, in dem die Elefantenkuh untergebracht war, unbeschädigt. "Der Elefant kann sich nicht selber rauslassen. Also bleibt: Wurde er rausgelassen oder war er nicht richtig eingesperrt?", sagte ein Polizeisprecher. Entweder es handele sich um Absicht oder um Nachlässigkeit.

Lesen Sie hier: Aggressives Tier war ausgerissen: Entlaufener Zirkus-Elefant tötet Spaziergänger.

Elefant
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Elefant bekommt neues Zuhause

Zirkus-Direktor macht Tierschützer verantwortlich für tödliches Unglück

Der Junior-Chef des Zirkus "Francordia", Mario Frank, stellte nun laut der "Bild"-Zeitung seine eigene Theorie zu dem Vorfall auf. Er ist sich sicher: Tierschützer sind schuld an der Tragödie. "Erst letzte Woche hielten die Tierschutzaktivisten eine Mahnwache vor unserem Zirkus: Tiere raus aus dem Zirkus, stand auf den Plakaten. Die Aktivisten schrien: 'Baby kriegen wir, dauert nicht mehr lange'", berichtet Frank. "Die schrecken vor nichts zurück. Nun ist leider ein Mensch ums Leben gekommen. Schuld sind allein die Tierschützer."

Peta-Aktivisten wehren sich gegen Anschuldigungen

Die Tierschutzorganisation Peta weist diese Anschuldigungen von sich. Wildtierexperte Peter Höffken sagte gegenüber "Bild": "Das ist die gängige Masche, wenn ein Unglück passiert ist, dann wird mit dem Finger auf andere gezeigt. Schuld wird weggewiesen, das kennen wir von diesem Zirkus. Auch bei vergangenen Verletzungen durch den Elefanten war es angeblich die Schuld anderer oder die der Besucher selber."

Elefanten-Angriffe: So brutal schlug "Baby" bereits zu

Es handelt sich nicht um den ersten Angriff des Tiers auf Menschen. 2010 schleuderte er in Leutkirch im Allgäu einen 24-jährigen Mann in die Luft, der seinen neun Monate alten Sohn auf dem Arm trug. Der Mann verlor eine Niere, das Kind brach sich das Bein.

2012 brach der Elefant einem 12-jährigen Jungen in Burladingen im Zollernalbkreis mit dem Rüssel den Kiefer. Tierschützern zufolge verletzte die Elefantenkuh bereits 2000 in Nordhessen eine Frau so schwer, dass sie ins Krankenhaus musste. Laut Polizei war dem Besitzer jedoch bislang kein strafbares Verhalten vorzuwerfen.

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