12.06.2015, 16.48 Uhr

Welttag der Kinderarbeit: Kann Kinderarbeit bis 2016 abgeschafft werden?

Aluminiumarbeiter in Bangladesh.

Aluminiumarbeiter in Bangladesh. Bild: Picture Alliance/dpa

Von news.de-Volontärin Lisa Volkmann

Die meisten arbeiten in der Landwirtschaft, viele auch als Arbeiter in Steinbrüchen und Werkstätten, als Straßenverkäufer oder Dienstmädchen. Die Rede ist von Kindern. Der heutige Welttag der Kinderarbeit bietet einmal mehr einen guten Grund, um auf die aktuelle Situation der Kidnerarbeit in der Welt aufmerksam zu machen.

Nach Angaben von Unicef arbeiten heute rund 190 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren. Die Hauptregionen für Kinderarbeit konzentrieren sich dabei in Asien und im Pazifikraum (122,3 Millionen), in Afrika südlich der Sahara (49,3 Millionen) sowie in Lateinamerika und der Karibik (5,7 Millionen). In weiteren Gebieten der Erde verteilen sich rund 13,4 Millionen weitere Kinderarbeiter.

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Was ist Kinderarbeit?

Bei der Definition von Kinderarbeit muss zwischen normalen Aufgaben, zum Beispiel im Haushalt, zwischen legaler Beschäftigung von Jugendlichen und Ausbeutung von Kindern unterschieden werden. Als Kidnerarbeit werden also alle Tätigketien bezeichnet, die gefährlich oder ausbeuterisch sind, Körper und Seele schädigen oder die Kinder vom Schulbesuch abhalten. Kinderarbeit verstößt weltweit gegen gültige Kinderrechte.

Den Vereinten Nationen zufolge zählen Sklaverei, der Einsatz von Kindersoldaten, Kinderprostitution und kriminelle Tätigkeiten wie der Missbrauch von Kindern als Drogenkuriere zu den "schlimmsten Formen der Kinderarbeit".

Abschaffung der Kinderarbeit bis 2016 - ein unmögliches Ziel

Fast alle Staaten der Welt haben sich dazu verpflichtet, diese schlimmsten Formen der Kinderarbeit vollständig abzuschaffen – und zwar bis zum Jahr 2016. Dieses Ziel wird bis nächstes Jahr unmöglich erreicht sein.

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Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer. Immer weniger Kinder müssen arbeiten. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der Kinderarbeiter bereits um ein Drittel gesunken, von 246 Millionen auf 190,7 Millionen. Seit 2008 hat sich diese Tendenz sogar noch beschleunigt.

Ursachen für Kinderarbeit

Es stellt sich unweigerlich die Frage: Warum lassen Eltern das zu? Die Antwort ist ebenso simpel, Ursache Nummer eins für Kinderarbeit ist Armut. Für viele Familien ist es notwendig - und selbstverständlich -, dass der Nachwuchs die Familie unterstützt. Zudem wirkt der Faktor Armut meist in Kombination mit Konflikten und Naturkatastrophen, die die wirtschaftliche Not der Familie noch verschlimmern.

Grundsätzlich muss es nicht verkehrt sein, wenn Kinder zum Beispiel im Familienbetrieb mit anpacken und so Erfahrungen sammeln. Der Punkt ist nur, dass es soweit eingegrenzt werden muss, dass sie normal die Schule besuchen können und in ihrer Entwicklung nicht beeinträchtigt werden. Anders sind natürlich die Fälle, in denen Kinder gezwungen werden, als Opfer von Menschenhandel und Entführung arbeiten müssen. Dabei handelt es sich ganz klar um Verbrechen gegen Kinder.

Die Geissens bei RTL2: Kinderarbeit! Carmen lässt sich von ihrer Tochter bedienen.

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