08.05.2015, 15.23 Uhr

Rassismus in den USA: US-Polizisten setzen sich für schwarze Mitbürger ein

Von news.de-Volontärin Anne Geyer

Der Ruf der US-Polizei hat in den vergangenen Wochen und Monaten ziemlich gelitten. Immer wieder wurden Fälle bekannt, in denen teils unbewaffnete und schuldlose schwarze Bürger zu Opfern polizeilicher Gewalt wurden. Die Cops der Gefeuert! Moderator vergleicht Michelle Obama mit Affen.

Die US-Polizei hatte in den letzten Monaten mit Rassismusvorwürfen zu kämpfen.

Die US-Polizei hatte in den letzten Monaten mit Rassismusvorwürfen zu kämpfen. Bild: Robert Cohen / St. Louis Post-Di/dpa

Der Anrufer beschrieb "verdächtige Aktivitäten", dabei gab ein Schwarzer nur Starthilfe

Die Polizisten die auf "reddit" ihrem Ärger Luft machen, beklagen vor allem die schuldlosen Verdächtigungen, die vorwiegend Weiße gegenüber ihren farbigen Nachbarn zu haben scheinen. Der Initiator der Diskussions-Gruppe beschreibt einen Einsatz, der ihn besonders nachdenklich gestimmt hat. Demnach wurde er aufgrund "verdächtiger Aktivitäten" zu Hilfe gerufen. Bald stellte sich allerdings heraus, dass zwei farbige Männer versuchten, ihren Wagen zu starten und einer dem anderen Starthilfe gab - um 9.30 Uhr am Vormittag. Das war es schon. Nichts war geschehen. Aber einem Nachbarn schien das schon verdächtig zu sein.

Ich werde niemanden belästigen, nur weil irgendjemand ein Rassist ist

"Wenn so etwas passiert", schreibt er dazu, "dann fahre ich im Auto an die 'Verdächtigen' heran und frage, ob sie Hilfe brauchen beim Starten ihres Wagens. Wenn nicht, dann hau ich wieder ab. Ich werde nicht ihre Zeit vergeuden, nur weil irgendein Idiot ein Rassist ist. Nein."

Wenn ein Schwarzer Angeln geht, ist das für die Nachbarn höchst verdächtig

Ein anderer fühlt den Frust des Polizisten nach, denn er kennt ihn selbst nur zu gut. Er erzählt:"Ich wurde einmal gerufen, weil jemand illegal in einem Teich Fischen würde. Der Anrufer sagte, er würde da schon seit Jahren leben und habe diese Person noch nie vorher gesehen und er sei sich daher sicher, dass dieser Mann nicht in der Gemeinde leben würde."

Der Mann wohnte schon seit 10 Jahren in der Gemeinde und bekam schon öfter Polizeibesuch

"Als ich bei dem Ort ankam, traf ich auf einen farbigen Mann mittleren Alters, der in dem Teich angelte. Er sah mich kommen und kam direkt auf mich zu. Er sagte: 'Lass mich raten, meine rassistischen Nachbarn haben schon wieder angerufen und gesagt, ich würde hier nicht wohnen.'" Das habe der Polizst bejaht. Der Farbige habe ihm dann seinen Führerschein gezeigt und gesagt, dass er da schon seit 10 Jahren lebe und seine Nachbarn immer wieder mal die Polizei wegen ihm rufen. Dem Mann des Gesetzes blieb nur noch übrig, sich für die Störung zu entschuldigen: "Ich wünschte ihm einen schönen Tag und viel Glück mit seinen schrecklichen Nachbarn."

Seiten: 12
Fotostrecke

Die Symbolik in Barack Obamas Bildern

Unwetter-Warnung aktuell für DeutschlandVollmond am 13.10.2019Kate MiddletonNeue Nachrichten auf der Startseite