01.07.2014, 13.33 Uhr

Hobby-Jägerin im Shitstorm: US-Studentin prahlt mit toten Tieren auf Facebook

Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist

Nashörner, Löwen, Zebras, Antilopen: Für uns Normalverbraucher sind derart majestätische Tiere das ideale Fotomotiv. Für Kendall Jones aus den USA hingegen bilden sie die perfekte Zielscheibe. Die leidenschaftliche Jägerin erlegt so gut wie alles, was ihr vor die Waffe kommt. Ende Mai begab sich die US-Amerikanerin auf eine Afrika-Safari. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem Jones keine Fotos mit geschossenen Tieren postet.

Dieser Löwe sei die Beute ihres Lebens gewesen, schreibt Kendall Jones auf Facebook.

Dieser Löwe sei die Beute ihres Lebens gewesen, schreibt Kendall Jones auf Facebook. Bild: news.de-Screenshot (Facebook/Kendall Jones)

Tote Tiere als Jagdtrophäen auf Facebook zur Schau gestellt

Auf Facebook, wo ihr beinahe 13.000 Nutzer folgen, stellt sie ihre erlegte Beute zur Schau. Die Bildkomposition ist dabei stets dieselbe: Am Boden liegt das tote Tier, daneben posiert 19-jährige Schützin Kendall in Tarnkleidung und mit Dauerlächeln. Wer schon das geschmacklos findet, dürfte sich über die Beschriftung der Schnappschüsse noch mehr ärgern.

Dort schreibt Jones von der «Beute ihres Lebens», nachdem sie einen Löwen getötet hat. Den Leoparden, den sie auf einem Bild nach der Jagd liebkost, bezeichnet sie als schönstes Tier überhaupt. Und vom Fleisch des weißen Springbocks schwärmt sie in den höchsten Tönen, weil es das bisher leckerste aller erlegten Tiere auf ihrer Afrika-Safari war.

Facebook-Nutzer wünschen Kendall Jones den Tod

Dass sich die Hobbyjägerin damit nicht nur Freunde macht, ist nicht weiter verwunderlich. Zahlreiche Facebook-Nutzer verurteilen Jones für ihre Jagd und deren Zurschaustellung. «Das ist absolut abscheuchlich. Wie kannst du nur so ein majestätisches Tier töten?», heißt es in einem Kommentar. Andere werden noch deutlicher: «Ich hoffe, du wirst von einem Löwen gefressen», wünscht sich der Eine, «du solltest gejagt werden», fordert der Andere.

Hobby-Jägerin rechtfertigt sich: Hilfe für afrikanische Bevölkerung

Kendall Jones lässt sich davon nicht beirren. Sie verteidigt ihre Jagdleidenschaft, mit der sie eine Überpopulation vermeide und so zum natürlichen Gleichgewicht beitrage. Außerdem könnten sich von einem toten Elefanten bis zu 100 Familien vor Ort ernähren. Deren Herden würden nämlich nicht selten von jenen Tieren gerissen, die sie jagt, beschwichtigt die blonde Studentin.

Will Kendall Jones um jeden Preis berühmt werden?

Ihre Kritiker bringt sie damit dennoch nicht zum Schweigen. Selbst andere Jäger können Jones' Jagd nichts Gutes abgewinnen, denn sie schieße seltene Tiere nur ab, um Trophäen zu sammeln. Einige werfen ihr Sensationslust vor, die 19-Jährige wolle nur ins Fernsehen kommen. Und tatsächlich steht in der Beschreibung ihres Facebook-Profils: «Ich habe vor, im nächsten Jahr eine TV-Show zu moderieren.»

Ob es nach diesem Shitstorm dazu kommen wird, bleibt fraglich. Im Internet gibt es bereits eine Petition gegen Kendall Jones. Sie will erreichen, dass ihr die Einreise nach Südafrika künftig verwehrt wird und die einheimischen Tiere folglich von ihr verschont bleiben. Bereits über 7.600 Menschen haben dem Anliegen zugestimmt, 20.000 Unterschriften werden benötigt.

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zij/news.de
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