14.05.2018, 19.30 Uhr

Ironman: Warum Ironman-Sieger Jan Frodeno ab und zu ein Egoist sein muss

Triathlet Jan Frodeno hat seinen Weg zum Spitzensportler inklusive aller Niederlagen und Erfolge in einem Buch festgehalten

Triathlet Jan Frodeno hat seinen Weg zum Spitzensportler inklusive aller Niederlagen und Erfolge in einem Buch festgehalten Bild: Ariston/spot on news

Fast vier Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen: Jan Frodeno (36) ist Triathlet aus Leidenschaft. Er gewann in seiner Karriere nicht nur Olympisches Gold, sondern lief beim Ironman Hawaii, dem ältesten und vermutlich auch härtesten Triathlon der Welt, schon zweimal als Erster über die Ziellinie. Ans Aufhören denkt der 36-Jähirge aber noch lange nicht, wie er nun im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärte.

Die Geschichte eines Spitzensportlers: Jan Frodenos "Eine Frage der Leidenschaft" finden Sie hier

"Mir ist sehr wohl bewusst, dass es in meinem Alter nicht mehr ewig geht. Aber wenn ich mir weiterhin Ziele setzen kann, dann habe ich auch noch ein paar gute Jahre in mir", so der 36-Jährige. Seine Hawaii-Niederlage aus dem Jahr 2017 will und kann er nicht auf sich sitzen lassen. "Ich bin nun mehr denn je motiviert, alles für das zweite Wochenende im Oktober zu tun", denn dann gehe er auf der Pazifikinsel wieder an den Start. "Ich will dort nochmal zeigen, was in mir steckt."

Erfolgsrezept: Leidenschaft, unbändiger Wille und Talent

Die Begeisterung für den Sport wurde Frodeno nicht in die Wiege gelegt. Dennoch habe er schon als kleiner Junge immer Action gebraucht. "Sport war dafür ein gutes Ventil", erzählt Frodeno und fährt fort, "schnell kam dann noch der Ehrgeiz hinzu und ich wollte in allem, was ich machte, immer besser werden". Über seinen Weg zum Spitzensportler, all die Qualen, Rückschläge aber auch die Erfolge schreibt er in seinem neuen Buch "Eine Frage der Leidenschaft: Mit Mut und Motivation zum Erfolg", erschienen im Ariston Verlag.

Ein schmaler Grat zwischen Mensch und Maschine

Triathlet zu sein bedeutet harte Arbeit: "Es ist mehr als nur ein Fulltime-Job", weiß Frodeno. Dennoch schafft es der 36-Jährige neben dem Sport, Zeit für seine Familie zu finden. Seit 2013 ist er mit der ehemaligen Triathletin Emma Frodeno (36) verheiratet, sie haben zwei gemeinsame Kinder. Ihr Sohn Lucca ist zwei Jahre alt, Töchterchen Sienna erst drei Monate. Tagsüber die Kleinen sehen? Für den Sportler kein Problem: "Ich habe das große Glück, dass ich zwischen den Trainingseinheiten immer wieder nach Hause kommen kann. So können wir im Prinzip immer miteinander essen und ich habe auch genug Zeit zum Spielen."

Doch so ganz lasse sich der Spitzensportler im Familienalltag nicht abschütteln. Frodeno müsse "hin und wieder schon sehr egoistisch sein". Das bedeutet unter anderem: Wenn das Kind nachts schreit, steht seine Frau auf. "Als Athlet brauche ich den Schlaf, um am nächsten Tag wieder fit zu sein", so der 36-Jährige.

Dass seine Kinder irgendwann einmal in seine Fußstapfen treten, sei dem Triathleten kein Anliegen, wie er erklärt: "Ich freue mich, wenn meine Kinder das finden, was ihre Leidenschaft ist und es ihnen Spaß macht. Ob das Sport, Musik oder ein Job ist, ist egal. Wir werden sie machen lassen, ohne sie in eine Richtung zu drängen. So wie es auch meine Eltern mir immer offen gelassen haben".

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