01.05.2018, 13.30 Uhr

Autobiografie: Kult-Star Frank Schäfer: Das sollte jeder zum Friseur mitbringen

Frank Schäfer hat seine Autobiografie

Frank Schäfer hat seine Autobiografie "Ich bin nicht auf der Welt, um glücklich zu sein" vorgelegt Bild: Anne Kurras/spot on news

Frank Schäfer (59) ist nicht nur in Berlin bekannt, auf prominente Kunden legt der Kult-Friseur aber keinen Wert, wie er in seiner Autobiografie "Ich bin nicht auf der Welt, um glücklich zu sein" (Schwarzkopf & Schwarzkopf) erzählt. "Ich bin nicht Friseur geworden, um Promis die Haare zu machen, sondern weil mich der Beruf interessiert hat", erklärt er spot on news im Interview. "Außerdem waren meine Eltern Künstler, viele prominente Menschen, Dirigenten, Regisseure, Schauspieler, waren bei uns zu Hause. Das war für mich normal. Für mich waren die exotischen Leute Klempner oder Friseure."

Was ihn an seinem Beruf gereizt habe, "war, zu begreifen, was für eine Frisur eine Frau braucht, um glücklich zu werden", sagt er: "Meine Aufgabe ist es nicht, ein tolles Styling durchzudrücken oder jemandem den neuesten Trend aufzuzwingen - ich will erfassen, wie die Frau rüberkommen, aussehen, was sie mit ihren Haaren ausdrücken möchte. Wenn ich prominente Kunden gut leiden kann, ist das toll, eigentlich bin ich aber an den normalen Menschen interessiert."

Frank Schäfers Autobiografie "Ich bin nicht auf der Welt, um glücklich zu sein" gibt es hier

Tipps für alle Frauen

Und welche Tipps hat er für all die Frauen parat, die nicht zu ihm in den Salon kommen können? "Wichtig ist, dass man überlegt: Was will meine Frisur über mich aussagen?", meint Frank Schäfer. "Obwohl viele Friseure das verachten, sollte man am besten Bilder mitbringen - egal, ob man dem Typ darauf entspricht. Die Kunden können dann mit dem Friseur darüber sprechen, wie man diese optische Mitteilung umsetzen kann. Das ist spannend - eine moderne Frisur zu machen, ist leicht. Zu begreifen, was die Frau wirklich will, was für ihr Leben wichtig ist, ist mein wichtigstes Ziel. Darum rede ich auch viel mit den Kundinnen - über Liebe, Beruf, Kinder - um zu erfahren, wie der andere tickt."

Wer noch auf der Suche nach dem richtigen Experten für seine Haare ist, sollte darauf achten, "dass man mit seinem Friseur reden kann", erklärt Schäfer weiter: "Kann er durch meine Worte erkennen, was ich will? Eine tolle Frisur ist nur die, mit der ich mich wohlfühle. Und die kommt durch Reden zustande. Wenn das nicht klappt, ist man falsch. Friseur und Kunde sollten über die Frisur und über das Leben miteinander reden und lachen können."

Frank Schäfer war auch schon im TV zu sehen, gerade auf RTL II in "Einfach hairlich - Die Friseure": "Das macht mir einfach Spaß. Aber wichtiger ist schon der Friseurladen und mein Beruf", erklärt er zu seinen Fernsehauftritten. "Ich bin kein verhinderter Schauspieler, der zufällig erst mal Friseur geworden ist. Der Rest hat sich ergeben, das ist lustig und ich freue mich, wenn ich als Friseur beachtet werde."

Schäfer sollte Dirigent werden

Ein berühmter Schauspieler in der DDR war Frank Schäfers Vater Gerd E. Schäfer. Und der hatte schon früh einen Plan für seinen Sohn: "Ich sollte Dirigent werden", erzählt er über seine Kindheit: "Ich wollte aber schon immer Friseur werden, durfte das aber erst mal nicht. In den 70er Jahren damals galt Friseur als etwas, das man auf keinen Fall werden wollte. Gott sei Dank bin ich in der 10. Klasse von der Schule geflogen: Jemand hatte mir während der Schuldisko eine West-Schallplatte geklaut, was ich dem Lehrer gemeldet habe. Daraus wurde ein Riesenakt und ich bekam keine Zulassung für das Abitur. Dirigent fiel damit als Beruf weg."

"Dann sollte ich Kostümbildner werden, also erst Schneider lernen und dann ein Fachschulstudium aufnehmen. Zum Studieren habe ich mein Elternhaus verlassen, es folgten viele Partys und entsprechend schlecht waren meine schulischen Leistungen. Ich flog raus und dann haben meine Eltern meinem Wunsch, Friseur zu werden, zugestimmt. Allerdings musste ich noch schwören, dass ich wenigstens Maskenbildner werde. Für einen Modefilm habe ich die Models geschminkt - und das hat mich dann bekannt gemacht."

Als Punk und Homosexueller hat Schäfer in der DDR viel Schikane erlebt: "Wenn man jung ist, nimmt man viele Sachen leicht", erklärt er. "Ich wurde ziemlich viel verhaftet in der DDR, teilweise einfach nur wegen bunter Haare. Ich wurde beispielsweise immer nach meiner Friseur-Show im Palast der Republik verhaftet. Obwohl ich für diese Auftritte einen Vertrag hatte. Das wussten die Sicherheitsleute aber nicht." Diese Schikane habe bewirkt, so Schäfer, "dass ich für viele andere Menschen als cool galt", erzählt er weiter: "Allerdings gab es auch einen sexuellen Übergriff auf einer Polizeiwache - und der war natürlich schlimm für mich. Aber ich habe versucht, das so zu lenken, dass ich keinen großen Schaden dadurch nehme."

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