28.01.2018, 08.00 Uhr

"Trapped": DIESES Videospiel simuliert eine Abtreibung

Das Computerspiel

Das Computerspiel "Trapped" simuliert eine Abtreibung. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Anika Bube

Eine Abtreibung ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Nur unter gewissen Umständen ist ein Schwangerschaftsabbruch legal. Zum einen ist ein Abbruch völlig rechtskonform, wenn gesundheitliche Gefahren für die Mutter wegen der Schwangerschaft bestehen oder die Frau durch eine Vergewaltigung schwanger geworden ist. Doch auch wer ungewollt schwanger wird, kann eine Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche durchführen, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Abtreibung in Deutschland verboten - Nur mit dieser Regelung ist sie legal

Zunächst müssen betroffene Frauen zu einer Schwangerschaftskonfliktberatung. Das machen Verbände wie die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas oder Pro Familia. Dann müssen schwangere Frauen drei Tage warten, bevor sie mit dem Beratungsschein zu einem Arzt gehen dürfen, der die Abtreibung vornimmt. Dann gibt es drei Möglichkeiten: Absaugung, Ausschabung oder die Abtreibungspille.

In anderen Ländern werden Schwangerschaftsabbrüche mit harten Strafen geahndet. Welchen Horror eine Frau jedoch erlebt, wenn sie ungewollt schwanger wird, wissen die wenigsten. Ein kostenloses Browserspiel will das nun ändern.

Computerspiel klärt über Schwangerschaftsabbrüche auf

"Trapped" zeigt, wie sehr Frauen zu kämpfen haben, wenn sie eine ungewollte Schwangerschaft abtreiben lassen wollen. Das Spiel simuliert ab dem Moment, als die Frau merkt, dass sie schwanger ist, bis zu dem Zeitpunkt als sie aus der Klinik kommt. Die Spielentwicklerin Kate Bertash will zeigen, dass Frauen weltweit die Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper enorm erschwert wird.

Der Spieler schlüpft in dem Browserspiel in die Rolle einer Frau, die ungewollt schwanger wird. Bei jedem Neustart generiert sich ein völlig zufälliges Szenario. Es ändert sich Alter, Beruf, Versicherungsstatus, Schwangerschaftswoche sowie die Muttersprache der Protagonistin. In der oberen Ecke läuft ein Timer ab, der zeigt in welcher Schwangerschaftswoche sich die Frau bereits befindet und welche Kosten die Frau erwartet. Das Spiel ist aktuell noch auf die Situation in den USA ausgelegt. Aber die Entwicklerin plant Versionen für andere Länder. Denn auch in Deutschland ist es für Frauen kein leichtes Unterfangen, eine Schwangerschaft abzubrechen.

Das zeigt auch der Fall der Gießener Frauenärztin Kristina Hänel. Die Medizinerin war Ende November zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, im Internet Abtreibung als Leistung angeboten zu haben. In einer Petition fordert sie eine Änderung des Abtreibungsrechts.

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bua/kns/news.de/dpa
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