04.12.2017, 09.16 Uhr

Missbrauchsvorwürfe: Schwere Anschuldigungen! Met suspendiert Star-Dirigent James Levine

James Levine bei einem Konzert in der Waldbühne Berlin

James Levine bei einem Konzert in der Waldbühne Berlin Bild: imago/BRIGANI-ART/spot on news

Nun ist der Missbrauchsskandal der Entertainment-Branche auch in der Musikwelt angekommen. Die Metropolitan Opera in New York hat ihren weltberühmten Dirigenten James Levine (74) suspendiert, nachdem ihm sexuelle Belästigungen vorgeworfen werden. Wie das Opernhaus bekanntgab, wird Levine in dieser Saison weder Auftritte haben noch an anderen Aktivitäten der Oper beteiligt sein.

Zunächst hatte die "New York Times" von drei Männern berichtet, die behaupten, Levine habe sie vor Jahrzehnten missbraucht. Zum Zeitpunkt der jeweiligen Vorfälle sollen die Männer noch Teenager gewesen sein. Die Met hat nun eine Untersuchung angeordnet und eine externe Anwaltskanzlei beauftragt, Ermittlungen anzustellen. "Während wir das Ergebnis der Untersuchung abwarten, die auf diesen neuen Reportagen basiert, hat sich die Met entschieden, sofort zu handeln", erklärte Met-Geschäftsführer Peter Gelb via Twitter die Entscheidung, Levine zu suspendieren. "Dies ist eine Tragödie für alle, deren Leben davon betroffen ist."

Der früheste Missbrauch durch Levine soll sich in den 1960ern zugetragen haben. In einem Polizeibericht, der der "New York Times" vorliegt, berichtet eines der mutmaßlichen Opfer von mehreren Übergriffen, die 1985 begannen, als das Opfer 15 Jahre alt war. Unter anderem soll Levine ihn masturbiert haben. Derartige Übergriffe hätten sich bis 1993 wiederholt.

Levine war von 1976 bis 2016 Musikdirektor der Metropolitan Opera, hat sich 2016 jedoch aus gesundheitlichen Gründen von dem Großteil seiner Tätigkeiten zurückgezogen. Der 74-Jährige, der unter anderem an Parkinson leidet und dennoch des Öfteren von einem Rollstuhl aus dirigiert hat, war bislang jedoch als Musikdirektor Eremitus weiterhin für die Met aktiv gewesen.

loc_/news.de/spot on news
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