27.03.2016, 08.00 Uhr

Gewalt in Videospielen: Gewalt in Videospielen - Kampfbegriff "Killerspiele"

Szene aus

Szene aus "Hatred". In dem plumpen Shoot'em up erlebt der Spieler einen Amoklauf aus der Vogelperspektive. Bild: Youtube/GamePlayTheGame

Auch spätere Titel wie die "GTA"-Reihe, "Brothers in Arms" oder das weniger erfolgreiche "Spec Ops: The Line" folgten diesem Weg. Das Problem: "Hatred" sollte anders sein. Statt dem angeblichen Trend der "Political Correctness" zu folgen, wollten die Entwickler ein Spiel produzieren, dass Videospiele zu ihren Wurzeln als "rebellisches Medium" zurückführt, so die blumige Beschreibung.

Die Kritiken sahen dies jedoch anders. So schrieb das PC-Magazin "Gamestar" über "Hatred" beispielsweise: "Die vermeintliche Kritik an Political Correctness entpuppt sich im Spiel selbst nur als Vorwand, um zu provozieren und - viel schlimmer - Gewalt und Hass zu zelebrieren" und "4Players" urteilte: "Mechanisch altbackener und langweiliger Zweistick-Shooter, der nicht einmal von seiner plakativ umgesetzten Amok-Thematik profitieren kann."

Kritik an "Hatred": "Killerspiel ist ein Kampfbegriff"

Natürlich mussten die Kritiken zu einem gewissen Teil so ausfallen. "Hatred" war der Versuch, eine seit mehr als zehn Jahren geführte Kontroverse innerhalb des Mediums Videospiele neu zu entflammen: Die der Killer-Spiele. Dass dieser Begriff allerdings nur bedingt etwas mit der aktuellen Spielekultur zu tun hat, zeigte jüngst die Dokumentation "Killerspiele! Der Streit beginnt". Darin meinte Gunnar Lott, ehemals Chefredakteur der "Gamestar": "Killerspiele ist ein Kampfbegriff. Der Begriff ist dafür da, etwas zu diffamieren. Und insofern ist er gar nicht weiter zu diskutieren. Man darf den eigentlich nicht verwenden."

Denn während Videospiele in den 90ern tatsächlich teils reine Ballerorgien waren, haben sie sich mittlerweile zu einem Kulturgut entwickelt, das eine erwachsene Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie eben auch Gewalt ermöglicht. Statt bloßer Darstellung wird diese in einen Kontext gerückt und ermöglicht den Spieler somit, sie zu hinterfragen, wie dies zuletzt auch die großartigen Titel "Valiant Hearts" und "This War of Mine" taten.

"Killerspiele" - Ein Fazit

Wer also heute noch immer davon ausgeht, Videospiele seien reine Killer-Orgien, sollte sich ernsthaft fragen, ob er vielleicht die letzten zehn Jahre Entwicklung verpasst hat. Selbst das rechtfertigt allerdings noch längst nicht die Verwendung eines solchen Begriffes.

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mie/ife/news.de
Themen: Gewalt, Kritik
Seiten: 12
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