29.06.2015, 15.00 Uhr

Burnout: Fehler als Chance sehen: Diese Promis haben es vorgemacht

Hollywood-Star Anne Hathaway - auch sie litt an Burnout

Hollywood-Star Anne Hathaway - auch sie litt an Burnout Bild: Charles Sykes/Invision/AP/spot on news

In seinem Buch "Wer es leicht nimmt, hat es leichter: Wie wir endlich aufhören, uns selbst im Weg zu stehen" (Piper Taschenbuch, 256 Seiten, 9,99 Euro) rät Mental- und Business Coach Mathias Fischedick dazu, Fehler zuzulassen. Welche Promis durch ihre Fehler gewachsen sind, hat er spot on news verraten: "Es geht mir nicht nur darum Fehler zuzulassen, sondern sie als Chance zu sehen, daraus lernen zu können", so Fischedick. Ein gutes Beispiel dafür sei Stefan Raab, der vor Kurzem erklärt hatte, sich aus dem Fernsehen zurückzuziehen. Jeder seiner Fehler in einem Spiel bei "Schlag den Raab" habe seinen Ehrgeiz noch mehr angefacht und ihn über sich selbst hinauswachen lassen. "Und so konnte der 'Raabinator' in der Vergangenheit immer wieder Gegner besiegen, die wesentlich jünger und fitter waren als er."

Aus dem Burnout lernen

Sven Hannawald spricht über sein Burnout - den Clip sehen Sie auf MyVideo

Jeder Prominente, der in einen Burnout schliddert, hat laut dem Autor zwei Möglichkeiten: "Er macht weiter wie bisher und riskiert damit seine Gesundheit" oder er lerne, dass es ein Fehler ist, jeden Job anzunehmen und bei jeder Party dabei zu sein. "Beispiele für Stars, die aus einem Burnout gelernt haben und ihr Leben umgekrempelt haben sind Sarah Connor, Wladimir Klitschko, Anne Hathaway, Peter Plate und Sven Hannawald", so der Autor.

Der Mentalcoach erklärt weiter: "Mein Credo ist: Wer keine Fehler macht, befindet sich noch in seiner Komfortzone und entwickelt sich nicht weiter. Wenn Sie Fehler machen, ist dies das eindeutige Zeichen, dass Sie gerade ein neues Terrain erkunden. In solchen Situationen liegt die Entscheidung bei Ihnen, ob Sie zurückschrecken oder die Gelegenheit nutzen, um geistig zu wachsen."

"Falsche Ziele"

Und warum fällt es vielen Menschen so schwer, ein glückliches Leben zu führen? "Ich glaube, die Hauptursache sind die falschen Ziele", so der Mentalcoach. "Wir verfolgen, oft ohne es zu merken, nicht unsere wahren Herzensziele, sondern das, was uns die Gesellschaft als erstrebenswert vorlebt. Wenn wir dies nicht bemerken, führt das unweigerlich zu Stress, Panikattacken oder Burnout. Nur wenn Herz und Verstand dasselbe wollen, werden wir wirklich erfolgreich und zufrieden."

"Letztens kam eine Führungskraft einer Bank zu mir ins Coaching. Er war es gewohnt alles zu erreichen, umso überraschender war es für ihn, dass er in den letzten Wochen nicht mehr leistungsfähig war und sogar von Panikattacken heimgesucht wurde. Das kam ihm sehr ungelegen, da er zu diesem Zeitpunkt die Chance hatte, in den Vorstand der Bank berufen zu werden. Als ich ihn fragte, ob er wirklich Vorstand werden wolle, erwiderte er: 'Welcher Mann will das nicht!'. Im Verlaufe des Coachings stellte sich allerdings heraus, dass sein Herzensziel ein ganz anderes war: Ihm war es wichtig, Teamplayer zu bleiben - was als Vorstand äußerst schwierig ist. Aufgrund dieser Erkenntnis lehnte er den Vorstandsposten ab und gleichzeitig verschwanden auch seine Panikattacken und seine Leistungsfähigkeit stieg wieder an. Dieses Phänomen erlebe ich immer wieder bei meinen Klienten: Das fehlende Bewusstsein über das, was wir wirklich wollen."

Der "innere Jammerlappen"

In "Wer es leicht nimmt, hat es leichter" berichtet Fischedick auch über den "inneren Jammerlappen", der uns immer wieder ausbremst. Loswerden könne man den nie ganz, "man kann ihn aber zumindest in die Schranken weisen", erklärt der Coach. "Hinter dem Bild des Jammerlappens verstecken sich Denkmuster, die bei unseren Vorfahren in der Steinzeit überlebenswichtig waren. Leider haben sich diese Strukturen aber nicht an die heutige Zeit angepasst und so leben wir mit einem steinzeitlichen Gehirn in einer modernen Welt. Aus den einstigen Sicherheitsfunktionen wurden überempfindliche Alarmanlagen, die uns einschränken. Eines dieser Denkmuster ist 'vermeide Veränderungen, bleib lieber bei dem Altbewährten, das ist sicherer!' Gerade in der heutigen Zeit ist das kontraproduktiv, da wir ständig mit neuen Umständen, neuer Technik, neuen Herausforderungen konfrontiert sind. Wenn wir dennoch versuchen, an allem Alten festzuhalten, gefährden wir unseren beruflichen Erfolg."

Um den "inneren Jammerlappen" zu desensibilisieren, sei es deshalb wichtig, uns bewusst mit Veränderungen zu konfrontieren. "Dazu reicht es mal, andere Wege zur Arbeit zu nehmen, beim Essen oder bei Sitzungen an einem anderen Platz zu sitzen als sonst oder uns gerade mit den Menschen zu unterhalten, die wir im ersten Moment nicht sonderlich mögen. Dadurch zeigen wir unserem steinzeitlichen Gehirn zum einen, dass nicht jede Veränderung gleich eine Lebensgefahr bedeutet, zum anderen machen wir dadurch viele neue Erfahrungen, die uns noch flexibler werden lassen. Flexibilität ist nach meiner Ansicht einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in der heutigen Zeit."

Tipps für ein glückliches und erfolgreiches Leben

Auch diese Tipps helfen laut Fischedick, um die Weichen in Richtung glückliches und erfolgreiches Leben zu stellen: "Ganz entscheidend ist für mich eine gesunde Portion Egoismus. Wenn wir glauben, erst glücklich sein zu können, wenn alle anderen glücklich sind, werden wir dieses Ziel nie erreichen. Wenn wir dagegen dafür sorgen, dass es uns selbst gut geht, dann hat auch unser Umfeld etwas davon. Ein Arzt, der möglichst vielen Menschen helfen möchte und deshalb sieben Tage die Woche, 14 Stunden täglich arbeitet wird bald selbst zum Pflegefall und kann niemandem mehr helfen. Nimmt er sich dagegen ausreichend Auszeiten und arbeitet weniger, wird es ihm auf Dauer besser gehen und er kann langfristig mehr Menschen helfen. Was können Sie sich heute Gutes tun?"

Autor Mathias Fischedick www.Armin-Zedler.de

Ein zweiter Aspekt sei das Bewusstsein über die eigenen Ziele. "Wie zuvor erwähnt, laufen wir oft äußeren Idealen hinterher, die gar nicht unseren wahren Herzenszielen entsprechen. Um sich selbst ein weniger bewusster zu werden, was Sie wirklich wollen, sind folgende Fragen hilfreich: Was würde ich tun, wenn es egal wäre, was die anderen denken? Was würde ich tun, wenn ich eine Erfolgsgarantie hätte? Was würde ich tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf, schreiben Sie wirklich alles auf, was Ihnen einfällt. Lassen Sie sich Zeit. Danach entscheiden Sie, was Sie davon umsetzen möchten. Fangen Sie mit einer Kleinigkeit an, die Ihnen leicht fällt. Das Schöne ist: Wenn wir einmal angefangen haben, dann wollen wir auch weiter machen. Und so nähern Sie sich Schritt für Schritt Ihrer persönlichen Version eines wirklich glücklichen Lebens."

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