15.08.2014, 11.42 Uhr

Günther Jauch: 57 Kilo in sieben Monaten: Abnehmtipps von Susanne Schmidt

Susanne Schmidt: In sieben Monaten hat sie 57 Kilo abgenommen

Susanne Schmidt: In sieben Monaten hat sie 57 Kilo abgenommen Bild: Christian Schmidt/spot on news

Susanne Schmidt, Autorin unter anderem des Buches "Die Vorher-Nachher-Frau" (Heyne Verlag, 240 Seiten, 9,99 Euro), wog 132 Kilo und hatte sich und den Kampf gegen die Pfunde fast aufgegeben. Ein gutes halbes Jahr später brachte sie nur noch 75 Kilo auf die Waage. Wie die 30-Gramm-Fett-Methode funktioniert, mit der sie abgenommen hat, warum sie nicht glauben kann, dass sich dicke Menschen wohlfühlen und wie ihr Auftritt bei Günther Jauch ihr Leben verändert hat, erzählt sie im Interview mit spot on news.

Sie haben in sieben Monaten 57 Kilo abgenommen. Wie kam es dazu?

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Susanne Schmidt: Im Juni 2006 bin ich zufällig in die Spessart-Klinik gekommen, wo ich die 30g-Fett-Methode kennen gelernt habe - und die habe ich zu Hause weiter durchgezogen. Unterstützt hat mich mein Sohn, der mich jeden Morgen zum Nordic Walking abgeholt hat. Und dadurch habe ich in sieben Monaten 57 Kilo abgenommen.

Jeder Arzt würde wahrscheinlich sagen, dass sowas unmöglich ist...

Schmidt: Ich weiß nicht, warum das bei mir so gut geklappt hat. Da ich mein ganzes Leben zuvor noch nie Sport gemacht und mich auch noch zusätzlich fettarm ernährt habe, war das wohl so etwas Fremdes für meinen Körper, dass er einfach darauf reagieren musste. Ich war aber auch alle vier Wochen beim Arzt und habe mich durchchecken lassen. Die ärztliche Kontrolle ist auf alle Fälle wichtig, wenn man schnell viel abnehmen will.

Nachdem Sie bei Ihrem Wunschgewicht angekommen sind: Was war das Allerschönste für Sie an Ihrem neuen schlanken Leben?

Schmidt: 30 Jahre lang habe ich Shoppen nie genießen können. In Größe 56 bekommt man kaum etwas und ich habe es immer gehasst, einkaufen zu gehen. Und das habe ich dann nachgeholt: Ich habe mir wie eine Blöde erst mal Klamotten gekauft. Dieses Gefühl, in jedes Geschäft gehen zu können und etwas zu finden, war großartig.

Glauben Sie dicken Menschen, die sagen, sie fühlen sich wohl wie sie sind?

Schmidt: Nein, das ist Unsinn! Dicke erklären gerne, dass sie sich wohl fühlen, aber die Umwelt das nicht akzeptiert. Worüber Dicke aber ungern sprechen, sind die Dinge, die sie selbst betreffen: Wenn man die Treppen nicht mehr hoch kommt, sich die Schuhe nicht mehr binden, nicht mehr in die Knie gehen kann oder ab einem bestimmten Gewicht beim Toilettengang nicht mehr zurechtkommt. Es gibt Frauen, die wegen ihres Gewichts keine Kinder kriegen können, weil ihre Regelblutung ausbleibt. Dazu kommen schwere Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes. Und da kann es einfach nicht stimmen, wenn Dicke sagen: Ich fühle mich gut. Ich spreche nicht von Menschen, die sechs oder sieben Kilo zu viel wiegen, sondern 30 oder 40 Kilo und mehr.

Es gibt aber auch einige prominente Damen, die ganz offen zu Ihrem Gewicht stehen...

Schmidt: In meinen Augen ist das nicht ehrlich und das stimmt auch nicht. Die haben die gleichen Probleme, müssen auch die Treppen hoch kommen und aufs Klo gehen.

Die 30g-Fett-Methode hat nichts mit einer Diät zu tun, sondern ist eine Ernährungsumstellung.

Schmidt: Genau. Man wählt bei den Produkten einfach eine fettarme Variante, statt eines Croissants zum Beispiel ein dunkles Brötchen oder gekochten Schinken statt Leberwurst. Oder ich gebe in die Sauce saure Sahne statt Sahne. Das heißt, man nimmt die gleiche Menge zu sich, reduziert nur den Fettanteil. Bei fettreduzierten Produkten sollte man nur aufpassen, dass diese nicht zu zuckerreich sind.

Gehört Sport zwingend dazu?

Schmidt: Das würde ich nicht sagen. Es gibt Leute, die aus verschiedenen Gründen keinen Sport treiben können und da funktioniert die Methode auch. Auf jeden Fall ist es aber sinnvoller, Sport zu treiben. Für die Haut und auch für die Psyche ist Bewegung gut.

Sie hatten selbst zuvor zahlreiche Diäten ausprobiert, Gummianzüge, haben sogar über eine Magenverkleinerung nachgedacht. Kennen Sie irgendeine Frau, die durch eine Diät wirklich nachhaltig abgenommen hat?

Schmidt: Nein, das funktioniert nicht. Der Gummianzug war schon fast ein Witz, das war wirklich unüberlegt von mir, man greift eben nach jedem Strohhalm. Bei den Diäten nimmt man am Anfang sehr gut ab. Weil man wenig isst, fährt man den Stoffwechsel aber so weit runter, dass er immer weniger verbrennt. Er gewöhnt sich an das wenige Essen und sobald man wieder ein bisschen mehr zu sich nimmt, geht das Gewicht schlagartig rauf. Das ist der Jojo-Effekt. Auf Dauer kann das also nicht funktionieren.

Sie berichten in Ihrem Buch auch von peinlichen Momenten in Ihrem früheren Leben, als beispielsweise ein Stuhl unter Ihnen zusammengebrochen ist. Was würden Sie im Nachhinein als schlimmste Erfahrung beschreiben?

Schmidt: Das war in meiner Jugend, als ich 15 oder 16 war. Damals war ich schon die Dicke in der Klasse. Auf einer Klassenfahrt gab es ein Spielchen: Auf jedem Stuhl im Kreis saß einer von den Jungs, auf dem Schoß saß jeweils ein Mädchen, nur ein Junge war frei. Der blinzelte ein Mädchen an, das dann zu ihm wechselte. Als ich mitmachen wollte, hieß es nur: "Geh du bloß weg, dich krieg ich ja nicht mehr los." Das war heftig, aber auch die Sache mit dem zusammengebrochenen Stuhl war hart. Ich lag da etwa zehn Minuten am Boden, weil ich nicht mehr rauskam, hinter mir war ein Schrank, vor mir ein Tisch, links und rechts saßen Leute. Erst musste der ganze Tisch abgeräumt werden - und der war für fünfzehn Leute gedeckt - dann erst konnte ich hoch.

Nachdem Sie abgenommen hatten, haben Sie auch von Männern mehr Aufmerksamkeit bekommen. Lohnt es sich, dafür abzunehmen?

Schmidt: Das sollte natürlich nicht der Hauptgrund sein, um abzunehmen. Aber das ist schon etwas, das jemand, der lange dick war, kaum kennen gelernt hat. Ich habe mich 30 Jahre als Neutrum gefühlt, war nur die dicke Mama und mit einem Mal flirten die jungen Männer mit mir - da fühlt man sich natürlich toll. Dass ich überhaupt als Frau registriert wurde, ist schon super.

Hat Ihr Mann in all den Jahren nie etwas zum Thema Gewicht gesagt?

Schmidt: Der hat weder was gesagt, als ich dick war, noch als ich abgenommen habe. Das höre ich aber immer wieder von Ehemännern - die sind klug genug, nichts zu sagen, weil sie wissen: Es kann nur das Falsche sein.

Nach ihrem großen Abnehm-Erfolg haben Sie dann mit Günther Jauch einen ganz besonderen Mann kennen gelernt...

Schmidt: Mein Sohn ist auf die Idee gekommen, dass ich mich bei "stern TV" bewerbe. Und dann war ich sogar zweimal hintereinander in der Sendung. Es war wirklich toll. Damit fing auch meine ganze Geschichte richtig an. Ich hatte zwar schon vor Ort Selbsthilfe-Gruppen und war auch mal in der Zeitung. Aber seit ich bei Günther Jauch war, schoss das durch die Decke. Zehntausende besuchten meine Homepage www.niewiederdick.info, ich bekam Mails aus der ganzen Welt. Und daraus hat sich dann die Nie-wieder-dick-Initiative gegründet.

Wie vielen Frauen haben Sie bisher geholfen?

Schmidt: Es waren sicher mehrere Tausende. Ich habe mein Online-Programm und in ganz Deutschland und Frankreich und sogar in Dubai Gruppen und biete dort auch Abnehmurlaub an. Und auch per Mail melden sich viele, die beispielsweise durch meine Bücher erfolgreich abgenommen haben.

Hält Sie diese Vorbild-Funktion ab, wieder an Gewicht zuzulegen?

Schmidt: Ich habe wieder zugenommen und ich kenne auch niemanden, der abgenommen hat und das auch auf den Punkt so hält. Den Druck kann man auf Dauer nicht aushalten. Das Problem ist nicht das Abnehmen, sondern das Halten des Gewichts. Ich empfehle jedem, der abgenommen hat, sich einen gewissen Spielrahmen zu geben. Für mich ist das die Kleidergröße 42, in der ich mich - ich werde nächstes Jahr 60 - wohl fühle. Dass ich in dieser Konfektionsgröße bleibe, dafür kämpfe ich jeden Tag.

Sie sagen über sich selbst, Sie seien eine trockene Esssüchtige. Haben Sie Angst, dass Ihre Psyche Ihnen mal einen Strich durch die Rechnung macht?

Schmidt: Wenn ich Wut oder Ärger habe, kommt die große Fresserei und das ist immer wieder der Fall. Nur mittlerweile bin ich dazu fähig, das nach ein, zwei Tagen wieder in den Griff zu kriegen. Früher habe ich das Wochen und Monate so weitergetrieben. Kein Dicker wird nur dick, weil er gerne isst. Wir haben alle einen Grund, warum wir das machen. Auch Alkohol-, Drogen-, oder Tablettenabhängige kompensieren irgendetwas. Stress und Frust werde ich wahrscheinlich auch weiterhin über Essen kompensieren, aber ich arbeite daran, das dann immer wieder schnell in den Griff zu bekommen. In meinem Abnehm-Programm habe ich daher auch in Zusammenarbeit mit einem Psychologen einen Chaos-Tag eingebaut, an dem man essen kann, was man will. So kann man Druck ablassen und nimmt bei einem Chaos-Tag in der Woche sogar noch besser ab.

Was würden Sie jemandem raten, der abnehmen möchte, es aber immer wieder auf morgen verschiebt?

Schmidt: Das Allerwichtigste ist erst mal, den Kühlschrank neu mit fettarmen Lebensmitteln zu bestücken und auch der Schrank mit den Süßigkeiten muss weg. Die Kinder können sich entweder selbst was kaufen und wenn sie zu klein dazu sind, erst gar nicht herangeführt werden an das tägliche Naschen. Da diese 30g-Fett-Methode so einfach ist, braucht man sich nicht erst einlesen, sondern kann hier und jetzt starten. Denn man muss seine Essgewohnheiten und seinen Tagesrhythmus nicht verändern, nur fettreiche Lebensmittel gegen fettarme austauschen. Mehr braucht man nicht zu tun.

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