27.03.2014, 09.42 Uhr

Durch(ge)hört: Samy Deluxe kommt maskulin zurück

Von news.de-Redakteurin Jana Koopmann

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Samy Deluxe ist mit «"Männlich» zurück im Geschäft. Bild: musicism & cinelove online communication

Seine erste Frage an seine Fans: «Habt ihr mich vermisst?» werden eingefleischte Samy-Jünger eindeutig mit einem lauten «Jaaaa» beantworten. Zu gern hört man die alten Songs wie «Weck mich auf» oder «Poesiealbum», die den nuschelnden Schnellrapper in Höchstform zeigen. Aber auch Er kritisiert die mangelnde Lust an Sprache und das leider steigende Interesse der Jugend nur noch mit Hilfe von Internetsprache zu kommunizieren. In «Probleme» kommt er erstmals zu alter Stärke zurück, nimmt sich als Stotterer und Nuschler selber auf die Schippe und lässt den Hörer angesichts der Selbstkritik schmunzeln.

Früher mit Afrob heute mit zarten Frauenstimmen

Max Herre oder Afrob waren bisher seine Partner, heute arbeitet er lieber mit unbekannteren Künstlerinnen wie Mine (in «Offenes Herz») oder Y'akoto (in «Blablabla») zusammen, die leider das Raperlebnis nicht ansatzweise rüberbringen können. Auch probiert sich Samy Deluxe als Discopopper aus. «Liebe in der Discotheque» kommt mit wummernden Bässen daher und beschreibt langweilig die Szenerie, die sich Tag für Tag in den Musikhallen abspielt. Einsam und alleine ist jeder dort für sich.

Männlich bis ans Ende seiner Tage

In «Ein Mann muss tun» lernen wir mit platten Attitüden, was männlich ist und wie man es wird. «Ein Mann muss hart sein, ein Mann muss stark sein und dann muss das Geld sich selber vermehren» Ja, klar. Rollenklischees, die wir wohl doch noch nicht losgeworden sind.

Völlig sinnfrei geht es nun weiter in «Schaukelstuhl», «Verbotene Früchte» und «Penis». Die Inhalte erinnern an das nachmittägliche Fernsehprogramm und werden wohl auch nur in der Zielgruppe Begeisterung hervorrufen. Nichts mehr mit kritischen und anklagenden Texten. Einfach nur eine grausige Aneinanderreihungen von vorpubertärer Fäkalsprache. Der Stern von Samy Deluxe sinkt immer tiefer, allerdings scheint er noch unter Wahrnehmungsstörungen zu leiden. Der abschließende Song «Halt Dich gut fest» gemeinsam mit den Fantastischen Vier lässt es nochmal deutlich werden: Hier heißt es in einer letzten Aufbäumung «Bin noch immer der allerbeste Rapper» - nein, ganz sicher nicht mehr.

Man sollte wissen, wenn es Zeit ist, die Bühne den Jüngeren zu überlassen. Für Samy Deluxe wäre der Zeitpunkt jetzt gekommen. Leider kommt nicht mal ein Großteil der Songs annähernd an seine frühere Zeit ran. Vielleicht ist es aber auch Zeit für die langjährigen Samy-Jünger sich an etwas Neues zu gewöhnen.

Fazit: 2 von 5 Sternen

Künstler: Samy Deluxe
Album: Männlich
Label: Vertigo Berlin

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loc/news.de
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