28.02.2014, 11.00 Uhr

Facebook & Twitter: Seite 2: Ein Lügendetektor für Twitter und Facebook

Wahrsager dank Twitter: Werde ich depressiv?

Auch Twitter eignet sich hervorragend, um private Informationen über die User freizulegen. Forscher aus Chicago extrahierten kürzlich aus Tweets und Facebook-Nachrichten, ob Mütter an postnatalen Depressionen leiden würden. Schon drei Monate vor der Geburt eines Kindes konnten sie dies mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit feststellen. Was sie nicht beantwortet haben, ist jedoch, ob man der Depression wenigstens vorbeugen kann, wenn man schon von ihr weiß.

Ein großes Thema ist für viele Nutzer der sozialen Netzwerke die Zahl ihrer Freunde oder Follower. Dazu hat der Oxford-Professor Robin Dunbar geforscht und festgestellt: Jeder Mensch kann etwa mit 150 Menschen in Kontakt stehen, mehr fasst das Gehirn nicht. Es ist die Größe einer traditionellen Dorfgemeinschaft - und auch die durchschnittliche Zahl der Facebook-Freunde.

Wahrheit oder Lüge: EU-Unis wollen Twitter-Gerüchte entlarven

So interessant soziale Netzwerke für die Forschung sein können, die seriöse Wissenschaft traut dem Braten nicht. Forscher aus Montreal haben die Erwähnung von 1,4 Millionen verschiedenen Studien bei Twitter verglichen und festgestellt: Die meisten Tweets erhalten nicht die Arbeiten mit hohem wissenschaftlichen Wert, sondern die mit dem beklopptesten Inhalt: Zu den Spitzenreitern gehörte eine Arbeit über einen Tintenfisch, der selbst tot und zubereitet noch Spermien im Mund des Essers verbreitet.

Wahrheit oder Lüge ist oft nicht relevant, der große Charme der sozialen Netzwerken ist schlicht die virale Verbreitung von Themen. Verschiedene europäische Universitäten, darunter die in Saarbrücken, entwickeln deshalb gerade gemeinsam einen Twitter-Lügendetektor: Pheme heißt die Software, die quasi in Echtzeit herausfinden will, ob eine Information wahr ist oder gelogen. Sie prüft die Quellen, vergleicht mit seriösen Nachrichtenseiten und filtert Spam-Beiträge heraus.

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kru/news.de
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