16.04.2019, 20.11 Uhr

Brustkrebs-Vorsorge: DIESE Vorsorgeuntersuchungen sind gratis

Jahr für Jahr erhalten rund 69.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs.

Jahr für Jahr erhalten rund 69.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Bild: Klaus-Dietmar Gabbert / picture alliance / dpa

Statistisch gesehen wird jede achte Frau im Laufe ihres Lebens mit der niederschmetternden Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Pro Jahr sind es rund 69.000 Neudiagnosen von Brustkrebs, die die Erkrankung zum häufigsten Krebsleiden bei Frauen machen. Nicht allein aus diesem Grund fragen sich viele Frauen, mit welchen Mitteln man Brustkrebs vorbeugen oder die auch als Mammakarzinom bezeichnete Erkrankung möglichst früh mittels Vorsorgeuntersuchung erkennen kann.

Diese Faktoren lassen das Risiko für Brustkrebs steigen

Ob eine Frau an Brustkrebs erkrankt oder nicht, hängt von zahlreichen Faktoren ab, die das individuelle Brustkrebsrisiko bestimmen. Demnach steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nicht allein durch familiäre Vorbelastung, sondern auch durch zunehmendes Alter und hormonelle Gegebenheiten. Medizinern zufolge haben Frauen, die erst spät zum ersten Mal Mutter wurden, ebenso ein erhöhtes Brustkrebsrisiko wie Frauen, die ihre erste Menstruation in früher Jugend bekamen oder sehr spät in die Wechseljahre kamen. Die Einnahme von Hormonpräparaten wird von einigen Medizinern ebenso als Brustkrebsrisiko beschrieben wie übermäßiger Konsum von Alkohol und Nikotin oder mangelnde Bewegung, Übergewicht und eine unausgewogene Ernährung.

Stichwort Selbstuntersuchung: Brustkrebsvorsorge beim Arzt ist nicht alles

Dank vielfältiger Behandlungsmethoden wie Bestrahlungen, operativer Entfernungen des Mammakarzinoms, Chemotherapie oder einer Antikörpertherapie ist die Diagnose Brustkrebs inzwischen kein Todesurteil mehr. Dennoch gilt: Die Chancen auf eine Heilung stehen umso günstiger, je früher Brustkrebs erkannt wird. Immer wieder sensibilisieren Ärzte ihre Patientinnen dafür, die Brustkrebsvorsorge nicht auf die lange Bank zu schieben. Das beinhaltet jedoch nicht nur die Vorsorgebehandlung beim Arzt mittels Mammografie oder Ultraschall, sondern auch die Selbstuntersuchung. Gründliches Abtasten einmal im Monat sollte zur Routine gehören, um mögliche Gewebeveränderungen frühzeitig zu erkennen.

Diagnose Brustkrebs: Wie hoch ist das persönliche Risiko einer Erkrankung?

Um festzustellen, wie hoch das individuelle Risiko ist, an Brustkrebs zu erkranken, ist ein Blick in die eigene Familie angezeigt. Wurden bei nahen weiblichen Blutsverwandten wie der Mutter, Schwestern, Tanten oder Großmüttern Mammakarzinome oder Eierstockkrebs diagnostiziert, beeinflusst das das persönliche Risiko, selbst an Brustkrebs zu erkranken. Wissenschaftler haben die Ursache dafür in Mutationen der sogenannten Risikogene namens BRCA1 und BRCA2 lokalisiert. Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko wird aus medizinischer Sicht geraten, sich in einem speziellen Brustkrebszentrum beraten zu lassen - entsprechende Kontaktdaten hält die Deutsche Krebshilfe online bereit - und einen Gentest durchführen zu lassen.

Gentest kann Brustkrebsrisiko enthüllen - doch wer übernimmt die Kosten?

Dafür wird eine Blutprobe entnommen und in einem aufwändigen Verfahren untersucht. Bis das Ergebnis vorliegt, können Monate verstreichen. Wie hoch die Kosten für eine genetische Untersuchung sind, ist von Patientin zu Patientin unterschiedlich: Frauen, die mit einer Empfehlung ihres Gynäkologen einen BRCA1/BRCA2-Test durchführen lassen, werden die Kosten von der privaten oder gesetzlichen Krankenkasse in den meisten Fällen erstattet. Wer einen Gentest wünscht, ohne eine ärztlich begründete Vorbelastung aufzuweisen, wird die Kosten zwischen 3.000 und 6.000 Euro höchstwahrscheinlich aus eigener Tasche zahlen müssen. In jedem Fall ist es ratsam, sich vor einem Gentest bei der jeweiligen Krankenkasse über die Kostenübernahme zu informieren.

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Bestätigt die genetische Untersuchung, das Mutationen vorliegen, kommt dies jedoch keiner Krebsdiagnose gleich - das positive Ergebnis gibt lediglich Aufschluss darüber, dass das individuelle Brustkrebsrisiko erhöht ist und dass intensivere Vorsorgeuntersuchungen angezeigt sind.

Krankenkassen übernehmen Kosten für Brustkrebs-Vorsorge beim Arzt

Die Behauptung, dass die Kosten für die Brustkrebsvorsorge beim Arzt zu hoch seien, lässt sich leicht widerlegen: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Vorsorgebehandlungen, die je nach Altersgruppe der Patientinnen unterschiedlich ausfallen können.

Junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren beispielsweise erkranken statistisch gesehen selten an Brustkrebs, weshalb die jährliche Untersuchung beim Frauenarzt als ausreichend empfohlen wird, sofern keine familiäre Vorbelastung besteht. Patientinnen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren können beim jährlichen Besuch beim Gynäkologen eine Tastuntersuchung der Brust in Anspruch nehmen, die ebenfalls als Kassenleistung abgerechnet wird. Um mögliche Auffälligkeiten differenziert abzuklären, werden eine Untersuchung mittels Ultraschall oder Röntgen empfohlen, bisweilen wird ein MRT anberaumt.

Frauen ab 50 Jahren sollten sich zur Brustkrebsvorsorge ebenfalls einmal pro Jahr einer Abtastuntersuchung beim Frauenarzt unterziehen, zudem besteht die Möglichkeit, das Risiko für eine Brustkrebserkrankung durch eine Mammografie frühzeitig zu erkennen. Einmal aller zwei Jahre erhalten Ü50-Patientinnen eine schriftliche Benachrichtigung, das von der Krankenkasse bezahlte prophylaktische Screening wahrzunehmen.

loc/fka/news.de
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