14.02.2019, 18.01 Uhr

Weltweiter Rückruf von Medtronic: Hunderttausende Patienten in Gefahr! Herzschrittmacher zurückgerufen

Zahlreiche Herzpatienten verdanken einem Herzschrittmacher ihr Leben (Symbolfoto).

Zahlreiche Herzpatienten verdanken einem Herzschrittmacher ihr Leben (Symbolfoto). Bild: Adobe Stock / SasinParaksa

Sie sind etwa so groß wie ein Zwei-Euro-Stück und können doch Leben retten: Die Rede ist von Herzschrittmachern, die oftmals bei Herzrhythmusstörungen implantiert werden und den Patienten ein beschwerdefreies Leben ermöglichen. Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 100.000 Herzschrittmacher operativ eingesetzt, wie statistische Erhebungen zeigen.

Herzschrittmacher zurückgerufen - Schrittmacher von Medtronic können ausfallen

Allerdings dürfte ein aktueller Rückruf des Medizin-Herstellers Medtronic für Beunruhigung bei einigen Patienten sorgen. Das Unternehmen aus den USA ruft nämlich weltweit Hunderttausende Herzschrittmacher zurück, wie der NDR berichtet. Als Grund für den internationalen Rückruf der auch als Pacemaker bekannten Medizingeräte wird angegeben, dass die Schrittmacher ausfallen könnten. Fehler in der Programmierung ließen nicht ausschließen, dass die Herzschrittmacher falsche elektrische Impulse an den Herzmuskel senden und Patienten dadurch in Gefahr bringen könnten, heißt es.

Patienten in Gefahr? Das müssen Herzkranke zum Medtronic-Rückruf wissen

Mediziner wie Prof. Andreas Franke aus Hannover schätzten dem NDR gegenüber die Risiken für Herzschrittmacher-Patienten jedoch als gering ein. Dennoch sei es für Herzkranke, die einen Herzschrittmacher von Medtronic tragen, ratsam, sich bei ihrem behandelnden Kardiologen vorzustellen, um technische Probleme auszuschließen. Schätzungen zufolge wurden die fehlerhaften Schrittmacher von Medtronic in allen namhaften Herzzentren Deutschlands implantiert, der Rückruf sei die bislang größte im Bereich der Kardiologie, so Prof. Andreas Franke.

Software-Update kann Probleme mit Herzschrittmachern beheben

Wie der Hersteller Medtronic am Donnerstag in Meerbusch mitteilte, kann es in sehr seltenen Fällen und nur in bestimmten Betriebsarten zu einer Stimulationspause kommen. Alle Patienten mit Geräten aus den betroffenen Serien könnten diese von ihrem Arzt in einen Modus umprogrammieren lassen, der eine solche Stimulationspause verhindert. Ein operativer Eingriff sei für die Umprogrammierung nicht erforderlich.

Diese Geräte sind betroffen

Die betroffenen Herzschrittmacher haben die Markennamen Adapta, Versa, Sensia, Relia, Attesta und Sphera sowie Vitatron der A, E, G und Q Serie. Die Geräte seien weltweit vom 10. März 2017 bis 7. Januar 2019 vertrieben worden. Von 156.957 Geräten weltweit habe es von zwei Patienten Berichte über vier Störungen gegeben. Die Patienten stammen nicht aus Deutschland.

Die exakte Zahl der in Deutschland betroffenen Patienten wollte Medtronic auf Weisung seiner Zentrale in den USA nicht nennen. Nach Recherchen des NDR sind an zwei Kliniken in Hannover 660 Patienten betroffen. Medtronic ist der größte Hersteller von Medizinprodukten in Deutschland.

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loc/fka/news.de/dpa
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