01.08.2018, 14.50 Uhr

Sonnenallergie: Symptome und Behandlung - So können Sie die Lichtdermatose vermeiden!

Juckt die Haut in der Sonne, kann das verschiedene Ursachen haben.

Juckt die Haut in der Sonne, kann das verschiedene Ursachen haben. Bild: Christin Klose/dpa

Bekommt jemand unter Sonneneinstrahlung Hautprobleme, ist schnell von einer Sonnenallergie die Rede. So werden im Volksmund gleich mehrere Reaktionen auf Licht bezeichnet. Wie Betroffene richtig reagieren, hängt dann davon ab, um welches Phänomen es sich tatsächlich handelt. Denn Sonnenallergie ist nicht gleich Sonnenallergie.

Sonnenallergie gleich Polymorphe Lichtdermatose? Das sind die Symptome

In der Regel ist unter dem Allgemeinbegriff Sonnenallergie die sogenannte polymorphe Lichtdermatose oder Photodermatose gemeint. Die Haut reagiert einige Stunden bis Tage, nachdem sie der Sonne ausgesetzt war, mit Ausschlägen, Bläschen, Knötchen oder Quaddeln, erklärt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. Zudem tritt starker Juckreiz zu den örtlich begrenzten Rötungen auf. Betroffen sind vor allem Hautstellen, die oft und viel Sonne abbekommen, also Gesicht, Dekolleté und Hals, Arme und Handrücken oder Beine, berichtet das Gesundheitsportal "Onmeda".

Welche Ursachen hat die Sonnenallergie?

Die Ursachen für solch eine Reaktion sind bislang ungeklärt. Eine entscheidende Rolle spielt aber wohl intensive Sonneneinstrahlung, etwa durch langes Sonnenbaden. Laut "Onmeda", ist eine Sonnenallergie zu 75 Prozent durch UV-A-Strahlung, zu 10 Prozent durch UV-B-Strahlung und zu 15 Prozent durch eine Kombination von beiden bedingt. Einige Wissenschaftler vermuten, dass die Sonnenstrahlen die Entstehung eines Allergens im Körper bewirken. Eine andere These rückt freie Radikale als Ursache in den Fokus, die bei starker Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet werden.

Behandlung einer Sonnenallergie: So können Sie vorbeugen

Tritt die Dermatose im Urlaub auf, besorgen sich Betroffene am besten ein Antihistaminikum in der Apotheke und meiden dann die Sonne. Zu Hause bespricht man mit einem Hautarzt das weitere Vorgehen. Beispielsweise lässt sich die Haut für die kommende Saison unter Umständen rechtzeitig mit einer niedrig dosierten Lichttherapie abhärten, erklärt der Hautarzt Christoph Liebich aus München. Um einer Sonnenallergie vorzubeugen, sind Sonnencreme und lange Kleidung ein guter UV-Schutz. Da die UV-Strahlung in den Mittagsstunden am größten ist, sollte man die Sonne in dieser Zeit meiden.

Photoallergische Dermatose im Unterschied zur Lichtdermatose

Aber es gibt noch andere Arten von Sonnenallergien, etwa die photoallergische Dermatose. Diese Reaktion entsteht nicht durch das Sonnenlicht allein, sondern durch Sonnenlicht in Kombination mit anderen Stoffen, aus Cremes oder Medikamenten zum Beispiel. "Vermutlich verbinden sich UV-A-Strahlen mit bestimmten Stoffen aus Kosmetika", erklärt Lämmel. Das können beispielsweise Duftstoffe sein. Die Vorbeugung funktioniert dann viel einfacher als bei der Lichtdermatose - und zwar durch ein Verwenden von duftstofffreien Cremes. Erkennbar ist eine photoallergische Dermatose meist daran, dass die Haut rot wird und juckt.

Auch die phototoxische Dermatose ist eine Sonnenallergie

Im Unterschied zur photoallergischen bildet der Körper bei der phototoxischen Dermatose keine Antikörper gegen eine bestimmte Substanz, ist also keine echte Allergie. Betroffene reagieren laut "Apotheken Umschau" aber ebenfalls in Kombination mit bestimmten Stoffen im Körper, wie Medikamenten oder Cremes. Antibiotika, harntreibenden und Herzmedikamente sind oft Auslöser für eine phototoxische Dermatose. Aufgrund der ähnlichen Symptome, wie Hautjucken, Rötung oder Blasenbildung bereits bei geringer Lichtmenge, ist sie nur schwer von einer photoallergischen Reaktion zu unterscheiden.

Mallorca-Akne ist vergleichbar mit der photoallergischen Dermatose

Sie funktioniert ähnlich wie die photoallergische Dermatose, nur dass sich statt der lichtsensibilisierenden Stoffe bestimmte Fette oder Emulgatoren mit den UV-Strahlen verbinden und zu einer Reaktion führen. Das zeige sich zum Beispiel durch Quaddeln, Pusteln oder Knötchen meist an Dekolleté, Schultern und Armen, sagt Lämmel. Die Reaktion erinnert ein wenig an Akne, daher der Name. Auch hier ist der Tipp einfach: Umsteigen auf Produkte ohne Fette und Emulgatoren.

Welche Arten von Sonnenallergie gibt es noch?

Neben den genannten gibt es noch Sonnenallergien, die weitaus seltener auftreten. Dazu zählt etwa die Lichturtikaria oder solare Urtikaria. Bereits kurze Zeit nach Lichteinwirkung bemerken Betroffene juckende Quaddeln. Treten diese am ganzen Körper auf, kann es sogar zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Dabei treten die Reaktionen entweder bei sichtbarem Licht, UV-A- oder UV-B-Strahlung auf. Die Ursache für die Lichturtikaria ist bislang unbekannt. Weitaus seltener sind die aktinische Prurigo und Hydroa vacciniformia, die bereits im Kindesalter einsetzen, und die Chronisch aktinische Dermatitis, kurz CAD.

Schon gelesen? Die 5 dicksten Mythen zu Sonnencreme, Sonnenbrand und Co.

Hilfe bei Sonnenstich

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

kad/kns/news.de/dpa
Wespenstiche vorbeugenBluthochdruck-Tabletten mit ValsartanDeutschland sucht den Superstar 2018Neue Nachrichten auf der Startseite