08.06.2018, 12.02 Uhr

Masern 2018 Deutschland aktuell: Masernfälle in Leipzig und Köln! RKI will mehr Impfungen

Neue Masern-Fälle in Deutschland sind in Leipzig und Köln gemeldet worden.

Neue Masern-Fälle in Deutschland sind in Leipzig und Köln gemeldet worden. Bild: Cynthia Goldsmith / Centers for Disease Contról and Prevention / picture alliance / dpa

Die Masern-Gefahr in Deutschland ist noch nicht gebannt. Aktuell machen neue Masernfälle in Leipzig und Köln die Runde. Während sich in der Domstadt in Nordrhein-Westfalen (NRW) vermehrt Erwachsene, aber auch Kinder mit Masern anstecken, ist das Gesundheitsamt ebenso alarmiert wie die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Neue Masernfälle 2018 in Köln und Leipzig gemeldet

Bislang wurden in Köln 90 bestätigte Masernfälle im Jahr 2018 gemeldet, schreibt der "Express" - im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2017 ist die Zahl der Maserninfektionen damit deutlich angestiegen. Eine Schule in Köln musste deshalb sogar vorübergehend geschlossen werden.

Auch im sächsischen Leipzig gibt es einen neuen Masernfall, der bei einer zuvor nicht geimpften 15-jährigen Schülerin diagnostiziert wurde. Auch über die Grenzen Deutschlands hinaus sind Masern weiter auf dem Vormarsch, Neuerkrankungen wurden unter anderem in Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Italien oder Zypern sowie in Irland, Frankreich und Tschechien registriert - Tendenz steigend.

Masern 2018: Auf diese Symptome sollten Sie achten

Masern gehen zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher, der sich zunächst im Gesicht zeigt und sich später über den ganzen Körper ausbreitet. Zu dem Symptomen von Masern gehören zudem Schnupfen und Husten sowie Fieber. Die Infektion schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden, beispielsweise denn die Masern zu einer Entzündung von Gehirn oder Hirnhaut führen. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern. Außerdem gehören Masern zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt.

Für Krippenkinder ist frühere Masernimpfung möglich

Die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln steht in der Regel im Alter von 11 bis 14 Monaten an. So lautet die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Besucht das Kind bereits eine Krippe oder hatte es Kontakt zu einem Maserninfizierten, kann die erste Dosis aber auch bereits mit 9 Monaten verabreicht werden. Das teilt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit. Am besten sprechen Eltern den Kinderarzt an.

Viele Kinder überstünden die Maserninfektion an sich zwar ohne größere Probleme - es könnten sich aber gefährliche Folgeerkrankungen entwickeln, warnen die Kinderärzte. Noch bis zu 24 Jahre nach der Infektion mit Masernviren kann der Betroffene eine tödlich endende Krankheit bekommen.

Die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis zerstört nach und nach das Gehirn. Eine andere Folgeerkrankung, die akute disseminierte Enzephalitis, tritt bei 1 von 1.000 Kindern schon bald nach einer Maserninfektion auf und kann das zentrale Nervensystem dauerhaft schädigen.

Immer noch viele Kinder ohne Schutz vor Masern

In Deutschland werden weiterhin zu wenige Kinder gegen Masern geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben 2016 zwar erstmals alle Bundesländer bei der ersten Masernimpfung die benötigte Quote von 95 Prozent erreicht. Bei der entscheidenden zweiten Impfung sei sie aber bei Kindern bis zum Schulanfang nur geringfügig auf 92,9 Prozent gestiegen. Zwei Jahre alte Kinder des Geburtsjahrgangs 2014 seien sogar nur zu 73,9 Prozent zweimal geimpft gewesen.

Robert-Koch-Institut (RKI) legt Masern-Statistik für 2017 vor

Für 2017 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 929 Masernerkrankungen, fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Allerdings schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr stark. In den ersten zwölf Wochen des laufenden Jahres seien 92 Fälle gemeldet worden, berichtete das RKI anlässlich der Europäischen Impfwoche, die am Montag (23. April) beginnt.

Schockierende Zahlen: DIESE Masernfälle hätten mit Impfung vermieden werden können

Angesichts wachsender Impfskepsis in mehreren EU-Ländern schlägt auch das Europaparlament Alarm. Im Zeitraum 2008 bis 2015 gab es demnach in Europa 215.000 Krankheitsfälle, die durch eine Spritze vermieden worden wären - Grippe ist da noch nicht mitgezählt. Das Vertrauen der Menschen in Impfstoffe müsse gefördert werden, heißt es in einem Beschluss, den die Abgeordneten nun verabschiedeten.

Mediziner warnen: Zu wenig Impfungen gegen Masern in Europa

Weltweit verhindern Impfungen nach EU-Angaben jährlich rund 2,5 Millionen Todesfälle. Doch die Impfraten in Europa seien zu niedrig. Gegen die saisonale Grippe beispielsweise sind nach offiziellen Angaben in den meisten EU-Ländern weniger als die vorgesehenen 75 Prozent der älteren Menschen geimpft. An Masern starben seit Anfang 2016 in der EU mindestens 57 Menschen.

"Das ist eine Tragödie", teilte die CDU-Europaabgeordnete Renate Sommer mit. Die Zahl der Maserninfektionen in Europa habe sich im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht: auf 15.000 Fälle. Allerdings schwankt auch diese Zahl jährlich. Der CDU-Abgeordnete Peter Liese erklärte: "Leider sind über die Impfungen zu viele Fake News im Umlauf und die Menschen vermeiden Impfungen im Glauben, das sie gefährliche Nebenwirkungen haben."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte für Deutschland eine bessere Kooperation bei der Masernimpfung. "Ärzteschaft, Schulen, Kitas, Betriebe, Behörden und natürlich die Eltern müssen noch besser zusammenarbeiten", sagte Spahn laut einer Mitteilung von Bundesgesundheitsministerium, RKI und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). "Es ist verantwortungslos, Kinder nicht gegen Masern impfen zu lassen oder eigene Impflücken hinzunehmen."

Auch lesenswert: DIESE gefährlichen Seuchen plagen Deutschland aktuell.

Der Ausbruch ist beispiellos für Berlin: In der Hauptstadt sind mehr als 500 Menschen an Masern erkrankt. Nun ist ein Kind an der Krankheit gestorben - und die Debatte um die Impfpflicht neu entbrannt.

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loc/kad/news.de/dpa
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