22.04.2018, 15.32 Uhr

Ist Milch krebserregend?: Krebs-Gefahr! Wie gefährlich ist Milch tatsächlich?

Ist Milch gesund oder ungesund?

Ist Milch gesund oder ungesund? Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Dana Kaule

Spätestens seitdem mehr vegane Produkte und Alternativen zu Milch in den Supermarktregalen auftauchen, stellt sich so manchem Verbraucher die Frage, ob Milch tatsächlich gesund ist, wie über viele Jahrzehnte behauptet wurde - zumal Kuhmilch auch immer wieder mit Krebs in Zusammenhang gebracht wird. Doch besteht tatsächlich ein erhöhtes Krebsrisiko beim Verzehr von Milch und Milchprodukten? Und wie gesund ist sie tatsächlich?

Osteoporose und Laktoseintolerenz - Ist Milch gesund oder ungesund?

Dass Veganer auf Milchprodukte verzichten, hat nicht nur ethisch-moralische Bedenken - etwa dass Kühe nur Milch geben können, wenn sie ein Kälbchen bekommen und dass ihnen ihr Neugeborenes weggenommen und es mit Milchersatz gefüttert wird, damit die Milch den Menschen vorbehalten bleibt. Auch gesundheitliche Gründe spielen eine Rolle. Etwa 15 Prozent der Deutschen leiden zum Beispiel an einer Laktoseunverträglichkeit, die Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall verursacht.

Zudem ist fraglich, ob Milch und Milchprodukte überhaupt Osteoporose vorbeugen, wie es oft heißt. Der hohe Calcium-Gehalt spricht zwar dafür, aber Wissenschaftler der Universität Harvard konnten bereits 2013 in einer Studie mit 75.000 Frauen nachweisen, dass das Risiko für Osteoporose eher steigt. Denn durch einen erhöhten Milchkonsum übersäuert der Körper, wodurch vermehrt Calcium aus den Knochen herausgelöst wird, um das zu neutralisieren.

Milch ist durch enthaltene Hormone krebserregend - richtig?

Doch wie sieht es mit Krebs aus? Da Milch von Natur aus weibliche Geschlechtshormone enthält, etwa Östrogen und Progesteron, steht sie im Verdacht für Krebserkrankungen, etwa Brust- oder Prostatakrebs. Ganz von der Hand zu weisen ist das allerdings nicht. Die Harvard-Universität konnte im Rahmen einer Studie mit 20.000 Männern ebenfalls nachweisen, dass mit einer hohen Calcium-Aufnahme - ob aus Milch oder pflanzlichen Quellen - das Risiko für Prostatakrebs bei Männern steigt.

Aber nicht nur das Calcium soll eine Rolle spielen. Bodo Melnik, Professor für Ernährungswissenschaft an der Universität Osnabrück, merkt kritisch an, dass Milch als Säuglingsnahrung das Wachstum anregt. Ernährungs-Epidemiologin Katharina Nimptsch vom Max-Dellbrück-Institut in Berlin-Buch kann das laut "daserste.de" bestätigen. Bei Personen, die viel Milch trinken (ein halber Liter Milch und 50 Gramm Käse pro Tag), ist das Wachstumshormon IGF1 erhöht, wodurch die Zellteilungsrate in der Prostata erhöht wird. Dennoch sei das Risiko eher gering.

Krebs-Risiko oder -Vorsorge durch Milch und Milchprodukte?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist gesundheitliche Risiken von in der Milch enthaltenen Hormonen zurück. Beim täglichen Verzehr von 200 bis 250 Gramm Milch beziehungsweise Milchprodukten schätzt das BfR die aufgenommenen Hormonmengen als gering ein. Der Krebsinformationsdienst weist zudem daraufhin, dass es derzeit nicht genügend Daten gibt, die ein konkretes Krebsrisiko durch Milch bestätigen. Auch ein Risiko für Brustkrebs konnte der World Cancer Research Fund International (WCRF) in seinem Jahresbericht von 2012 nicht bestätigen. Dagegen gäbe es eher Hinweise darauf, dass der Verzehr von Milch und Milchprodukten das Risiko für Dickdarmkrebs senkt.

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kad/kns/news.de
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