19.04.2018, 12.18 Uhr

Hantavirus 2018: Vorsicht vor Mäusekot! Hantavirus weiter auf dem Vormarsch

Die Rötelmaus ist der Überträger für das Hantavirus in Deutschland.

Die Rötelmaus ist der Überträger für das Hantavirus in Deutschland. Bild: dpa

Im vergangenen Jahr haben sich in Deutschland deutlich mehr Menschen mit dem Hantavirus angesteckt als 2016. Mehr als 1.700 nachgewiesene Fälle wurden registriert, wie aus kürzlich veröffentlichten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorgeht. Eine Infektionsquelle ist Mäusekot. Starke Schwankungen der jährlichen Meldezahlen gelten bei dieser Erkrankung als normal. 2016 zum Beispiel waren nur 281 Fälle gemeldet worden, 2010 und 2012 hingegen je mehr als 2.000.

Hantavirus-Verbreitung in Deutschland: Vorsicht beim Frühjahrsputz!

Dass sich das Hantavirus auch 2018 weiter ausbreitet, bleibt abzuwarten. Als Ursache für Jahre mit vielen Hantavirus-Infektionen sehen die RKI-Experten die Dichte an infizierten Rötelmäusen: Gibt es etwa dank günstiger Witterung und gutem Nahrungsangebot besonders viele infizierte Tiere, wird die Übertragung auf Menschen wahrscheinlicher.

Haupt-Ausbruchsregionen in Deutschland sind den Angaben zufolge die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald, der Spessart, Nordost-Hessen, der Teutoburger Wald sowie das Münsterland. Insbesondere in diesen Regionen ist auch aktuell Vorsicht geboten, da die Gefahr sich mit dem Hantavirus zu infizieren, im Frühsommer wieder steigt. Das gilt vornehmlich für waldreiche Gebiete, wie das "Ärzteblatt" informiert. Beim Frühjahrsputz ist hier besondere Vorsicht geboten.

Hantavirus wird durch Speichel, Kot und Urin der Rötelmaus übertragen

Die Viren werden mit dem Speichel, Urin und Kot kleiner infizierter Säugetiere ausgeschieden. Mit aufgewirbeltem Staub etwa können sie in die menschlichen Atemwege gelangen. Für möglich halten Experten auch eine Übertragung über Lebensmittel, die mit Ausscheidungen verunreinigt sind. Die Ursache einer Infektion mit Hantaviren ist beim Großteil der Fälle das Puumala-Virus (PUUV), an dem die Maus selbst nicht erkranken kann, die aber als Überträger fungiert. Daneben ist gemäß RKI auch das Dobrava-Belgrad- oder Kurkino-Virus für Hantavirus-Erkrankungen in Deutschland verantwortlich, dessen Fallzahlen sich in den vergangenen Jahren allerdings kaum verändert haben im Gegensatz zum Puumala-Virus.

Diese Symptome können auf eine Infektion mit Hantavirus hinweisen

In Deutschland vorkommende Hantavirus-Typen rufen zumeist Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen hervor: hohes Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Allerdings können auch Blutdruckabfall, Nierenfunktionsstörungen und sogar Nierenversagen folgen. Ein großer Teil der Infektionen bringt aber keine oder nur unspezifische Symptome mit sich, so dass sie gar nicht erkannt werden.

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kad/kns/news.de/dpa
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